Sonntagsarbeit am 1. Mai

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Waldkraiburg - Ausgerechnet auf den 1. Mai hat die Stadt Waldkraiburg heuer einen verkaufsoffenen Sonntag in Verbindung mit dem Kulturspektakel "Kunst und Kommerz" gelegt.

Nach Protesten von Bürgerinnen sprachen sich Gewerkschaftler im Stadtrat für eine Verschiebung aus. Doch dazu ist die Organisation des Kulturspektakels zu weit gediehen. Und eine Absage will niemand.

Bislang gab es nie Probleme. Dass es diesmal anders ist, daran ist gewissermaßen der Kalender schuld. Denn heuer fällt der 1. Mai, der internationale Tag der Arbeit, auf einen Sonntag.

Kritik aus Gewerkschaften

„Es rumort in der Bevölkerung. Wir zwingen die Leute an diesem historischen Feiertag zu arbeiten“, schimpfte Reinhard Babiak, Dritter Bürgermeister und ehemaliger Betriebsratsvorsitzender, im Stadtrat. Eine Verschiebung des verkaufsoffenen Sonntags um 14 Tage forderte der Gewerkschafter. Sonst werden sich die Gewerkschaften überlegen, statt einer Maikundgebung eine Demo gegen die Veranstaltung zu organisieren.

So weit will Babiaks SPD- Stadtratskollege Richard Fischer nicht gehen. Er räumte ein, dass auch die SPD- Stadträte „nicht so sensibel waren“, als im vergangenen Jahr die Entscheidung über die verkaufsoffenen Sonntage fiel.

SPD-Stadtrat Michael Bartesch erinnerte zwar mit Recht daran, dass er schon vor einigen Jahren auf die Terminkollission 2011 hingewiesen habe

Verkaufsoffene Sonntage mit SPD-Stimmen beschlossen

Doch die entsprechende Satzung über die vier verkaufsoffenen Sonntage und damit auch die Termine wurden Ende 2010 mit den Stimmen der SPD-Stadträte beschlossen. „Aber es gibt Kritik von betroffenen Frauen“, so Fischer, der deshalb appellierte, die Veranstaltung auf einen der folgenden Sonntage oder auf den Samstag davor zu verschieben.“

Doch eben das sei aus verschiedenen Gründen nicht möglich, meint Stadträtin Gertraud Kesselgruber, die das Kulturspektakel mit dem Arbeitskreis „Kultur und Bildung“ organisiert. Der Termin ist mit der Aktionsgemeinschaft Handel und Handwerk abgesprochen.

Auf deren Wunsch habe man die Veranstaltung vor einigen Jahren von einem Samstag auf einen Sonntag verlegt. In Abstimmung mit den Kaufleuten sei 2011 die Entscheidung für den 1. Mai gefallen, um nicht mit dem Muttertag am 8. Mai zu kollidieren. Das größte Problem sieht Kesselgruber aber darin, dass die Organisation bereits zu weit fortgeschritten ist. Die Gruppen sind längst für diesen Termin abgefragt. „Das sind engagierte Gruppen. Die treten auch woanders auf.“

Verschiebung aus organisatorischen Gründen nicht möglich

Eine Verschiebung hält sie nicht für möglich. „Die Veranstaltung müsste ersatzlos ausfallen.“ Und die Kulturreferentin wies darauf hin, dass an diesem Sonntag nur ein Teil der Geschäfte geöffnet habe und, von einigen Ausnahmen abgesehen, meist nur die Inhaber der Geschäfte arbeiten.

Wie Klika, so räumte auch CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr ein, dass „dieser Termin nicht ganz glücklich ist“. Eine Verschiebung hält er nicht für möglich, weil die organisatorische Vorbereitung dafür schon zu weit sei. Er appellierte an die Kritiker, „heuer in den sauren Apfel zu beißen“. Sterr: „Wir sollten dieses Jahr nutzen, um daraus zu lernen.“ Er sprach sich dafür aus, in Zukunft einen verkaufsoffenen Sonntag am Maifeiertag nicht mehr zu wiederholen

ka/Mühldorfer-Anzeiger

Rubriklistenbild: © pa

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