Slackline - neue Trendsportart

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Auf der Slackline muss die Balance gehalten werden: Die Buben und Mädchen erwiesen sich beim Ferienprogramm als wahre Naturtalente.

Waldkraiburg - Wie die Hochseilartisten über ein Seil schweben: Was früher nur die besten Zirkusleute schafften, kann heute jeder lernen.

Die neue Trendsportart Slackline ermöglicht es Groß und Klein mit viel Balance über die über den Boden gespannten Bänder zu marschieren.

Beim Ferienprogramm lernten Kinder die hohe Kunst des Slacklinens. Langsam hebt Lisa ihren Fuß, stellt ihn auf das fünf Zentimeter breite Band und steht auf. Das Band wackelt, doch Lisa hält die Balance. Ihr Blick ist starr nach vorne gerichtet. Langsam setzt sie einen Fuß vor den anderen. Ihre Arme hat sie nach oben gestreckt, um im Gleichgewicht zu bleiben. Schritt für Schritt tastet sie sich auf dem Band nach vorne - und ist selbst überrascht, wie gut sie auf der Slackline läuft. Wenige Sekunden später, hüpft sie herunter. Sie hat's geschafft. Nach einer Stunde Slackline am Haus der Kultur hat Lisa den schwierigsten Teil schon hinter sich: zu lernen, die Balance zu halten. Trainer Robert Klement ist begeistert: "Das macht sie richtig gut." Gemeinsam mit seinem Kollegen Markus Gradl von den Slackline-Friends aus Emmering (Landkreis Fürstenfeldbruck) bringt er den Buben und Mädchen die hohe Kunst des Slacklinens bei. War es am Anfang noch sehr wackelig, laufen die Kinder nach wenigen Minuten schon relativ gut über das zwischen zwei Bäume gespannte Band. "Kinder lernen relativ schnell, auf den Bändern zu laufen", erklärt Robert Klement. Kinder seien unbedarfter und selbstsicherer. Erwachsene tun sich meist schwerer. "Erwachsene wollen meist zwanghaft ein Erfolgserlebnis haben und scheitern dann zu früh", so der Profi.

Trotzdem ist der Sport für Groß und Klein etwas. Ob jung oder alt, jeder könne auf der Slackline laufen lernen oder sogar Kunsstücke machen. Familien könnten gemeinsam üben - im Garten, im Park oder im Urlaub. "Es ist ein toller Gemeinschaftssport." Beim Slacklinen gibt es verschiedene Bänder. Die Breite ist laut Klement varierbar und reicht von dünn, mittel bis sehr breit: "Doch die ganz Breite nehmen wir nur bei den kleineren Kindern her." Anders als im Seiltanz ist das Band zwar auch straff zwischen Bäume gespannt, aber locker. Sprich: Es kann sich drehen. Die Buben und Mädchen trainieren mit Turnschuhen oder barfuß. So sollen sie ein Gespür für die Leine bekommen. "Wichtig ist, dass die Kinder lernen, dass es ein langsamer Sport ist. Es geht hier nicht um Geschwindigkeit", sagt Klement. Slackline gibt es seit 30 Jahren, es stammt aus dem Klettersport. "In Pausen haben die Kletterer früher ihre Seile gespannt und sind balanciert", erzählt der Profi aus Emmering. Dann schwappte die Welle vor ein paar Jahren aus Amerika rüber nach Europa. "Jetzt erleben wir hier einen richtigen Boom."

Slacklinen ist Trend - überall wandern Kinder und Erwachsene über die Leine, vollführen Kunststücke oder trainieren ihre Balance. Selbst Senioren wagen sich auf die Bänder. "Ich kenne einen 78-Jährigen, der täglich ein bisschen auf der Leine geht, um seinen Kopf fit zu halten", sagt Robert Klement. Da die Höhe bei Slacklinern meist nur maximal 90 Zentimeter beträgt, ist die Verletzungsgefahr nicht allzu groß. Sobald der Turner auf dem Band ins Wackeln kommt, soll er laut Klement abspringen. Dann passiert auch nichts. Und so wandern die Buben und Mädchen munter drauf los - und verbessern sich von Minute zu Minute. Am Ende des Tages sind sich alle einig: "Slacklinen ist toll."

awl/Mühldorfer Anzeiger 

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