Sind die Aschauer rundum zufrieden?

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Aschau - Scheinbar gibt es in der Gemeinde Aschau nicht viel zu meckern. Bei der Bürgerversammlung gab es viele lobenden Worte - und keine Beschwerden.

Scheinbar gibt es in der Gemeinde Aschau nicht viel zu meckern. Diesen Eindruck vermittelte die Bürgerversammlung im Gasthaus Pichlmeier, bei der viele gutgelaunte und lobende Worte fielen - vom Bürgermeister und auch von Bürgern - und keine Beschwerden.

In der Gemeinde Aschau leben derzeit 2831 Einwohner - und das scheinbar nicht schlecht, denn in der Bürgerversammlung, die gemeinhin zum Beschweren genutzt wird, fielen durchwegs Worte des Dankes.

Bürgermeister Alois Salzeder stellte die Zahlen aus dem Haushalt vor. Die waren auch schon mal erfreulicher. Der Gesamthaushalt 2011 schließt mit 8.955.880 Euro. Im Vorjahr waren es noch 12.345.020 Euro. Salzeder erklärte diese Entwicklung. Zum einen liege es bei den Einnahmen an der Gewerbesteuer und natürlich an der Kreisumlage, die sich antizyklisch ein Jahr später niederschlage.

Im Jahr 2010 musste die Gemeinde einen "gewaltigen Brocken", so der Bürgermeister, an Kreisumlage überweisen. Der Landkreis kassierte 2,779 Millionen Euro. 2011 sind es 1,222 Millionen Euro.

Bei den Entwicklungen des Gewerbesteueraufkommens orientierte sich Salzeder an der Wirtschaftskrise 2008/2009. Im Grunde hatte die Gemeinde vor der Krise immer ordentliche Einnahmen aus den Gewerbesteuern. Damit war es allerdings 2009 vorbei. Wurden 2008 noch 4,263 Millionen erzielt, gab es ein Jahr darauf einen gewaltigen Einbruch. So konnte Aschau nur noch 351.474 Euro einnehmen. Von den Innkraftwerken etwa kommt nun lange keine Gewerbesteuer. Denn der österreichische Stromkonzern Verbund hat die Kraftwerke gekauft und kann nun 20 Jahre lang abschreiben und zahlt keine Steuern. Für 2011 werden rund 1,7 Millionen Euro erwartet - in etwa wie im Vorjahr.

Auch ein Überblick über die Baumaßnahmen stand auf der Tagesordnung. Etwa die Wasserversorgung mit dem Neubau des Hochbehälters, Anschluss der Außenbereiche, Errichtung des Brunnens III für insgesamt rund 2 Millionen Euro. Die Investitionen an Kanal und Wasserversorgung müssen kostendeckend sein, daher werden die Wasserpreise zum Januar 2013 erhöht. Salzeder beschwichtigte: "Wir haben immerhin keine Grundgebühren."

Der Neubau der Kinderkrippe schreitet voran. Sie wird im September 2012 fertig werden und 24 Knirpsen Platz bieten - angemeldet sind bisher schon 25 Kinder. Der Zuschuss von der Regierung beträgt 473.300 Euro und hänge laut Salzeder ab von der Finanzkraft der Gemeinde.

Thema war auch die MÜ 25. Die voraussichtlichen Gesamtkosten betragen 4,5 Millionen Euro, der Anteil für Aschau beträgt 1,8 Millionen abzüglich 300.000 Euro für die Sanierung der alten MÜ 25. Der Landkreis muss 500.000 Euro aufbringen. Die Zuwendung werde bis zu 1,7 Millionen Euro betragen. "Der Landkreis als Bauträger hat bis heute noch keinen Zuwendungsbescheid", berichtete der Bürgermeister.

Die Gemeinde errichtet bei Wolfgrub einen Wall auf eigene Kosten - als Schutz vor Hochwasser durch Überschwemmungen der neuen Kreisstraße. Für die Brücke bei Wolfgrub steht bisher erst ein Brückenpfeiler. Den zweiten wollen die Brückenbauer erst am 23. Dezember betonieren. Salzeder bezweifelte, das dies Sinn macht.

Der Geh- und Radweg entlang der Jettenbacher Straße - 1200 Meter - wird voraussichtlich 191.700 Euro teuer kommen, die Gemeinde trägt 136.700 Euro. Die Beleuchtung war nicht zuschussfähig.

Als künftige Baumaßnahmen nannte Alois Salzeder den Lückenschluss des Geh- und Radweges entlang der Hauptstraße, den Ausbau des Gilhuberweges und der Forstmaierstraße, die Kindergartensanierung, die Gemeindeverbindungsstraße Urfahrn-Staatsstraße und die Erschließung eines neuen Baugebietes.

Im Anschluss dankte Zweiter Bürgermeister Manfred Römer dem Ersten Bürgermeister. "Was er im Hinblick auf die MÜ 25 geleistet hat, war sensationell. Dass sie verwirklicht wurde, war sein Verdienst", so Römer.

Pater Dietrich vom Berufsbildungswerk Waldwinkel meldete sich auch zu Wort. Er betonte die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde bei der Verwirklichung des Don-Bosco-Supermarktes, der "für den Ort eine positive Sache ist". Salzeder apellierte an die Bevölkerung dort einzukaufen, um "das Ganze zu unterstützen und den jungen Leuten eine Chance zu geben".

Hans Asanger nutzte die Gelegenheit, den Geschäftsleuten dafür zu danken, dass die Vereine in deren Geschäften ihre Plakate aufhängen dürfen. In diesem Zuge bemerkte Salzeder, der Gemeinderat arbeite daran eine Plakatiersatzung gegen wilde Plakatiererei zu erlassen.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © pa

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