Schülerkunst in der Galerie

+
Arbeiten von Hauptschülern der Franz-Liszt-Schule sind noch bis zum Wochenende in der Studiogalerie im Haus der Kultur zu sehen.

Waldkraiburg - Unter dem Titel "Kaleidoskop" zeigen Schüler der Franz-Liszt-Hauptschule einen bunten Bilderreigen - in einem nicht alltäglichen Rahmen. Die Schülerkunst ist in der Studiogalerie im Haus der Kultur zu sehen.

Empfangen von flotten Tango- und Blues-Rhythmen des Musicalteams und bestens bewirtet vom hauptschuleigenen Catering-Service wurden die zahlreichen Gäste der Ausstellungseröffnung. Nach den Begrüßungs- und Grußworten von Rektor Eberhard Basler, Schirmherr Bürgermeister Siegfried Klika, Landrat Georg Huber und Schulrat Paul Schönstetter verstand es Kunstlehrer und Cheforganisator Gernot Sorgner, die "Ehrlichkeit der Schülerkunst" darzulegen. Ein Anreiz genüge meist, zum Beispiel ein Foto, ein expressionistisches Gemälde, um die Kreativität der Schüler zu wecken, ihr Innenleben zum Ausdruck zu bringen, häufig verbunden mit der Freude und dem Erstaunen über das eigene Ergebnis. Jedem wurde klar, dass "Schülerkunst zu Recht einen großen Stellenwert genießt", dass in einer Zeit der Bildüberflutung durch die Medien "bewusst das Augenmerk der Schüler auf ihre kreativen Fähigkeiten gelenkt werden muss".

Das ist in diesem repräsentativen Querschnitt gelungen. Nicht nur, dass die beiden Bereiche Malerei und Grafik gut abgedeckt werden, zum Beispiel durch das "Ich vor dem Spiegel" als kompositorische Gestaltung in Tempera oder die abstrahierte "Blütenpracht" in Acryl, das grazile Liniengefüge von "Löwenzahn" und "Federn" in Kaltnadeltechnik oder die fantasievollen "Vogelscheuchen" und Linolschnittlandschaften. Auch ihre Fähigkeiten zum Nachempfinden, das trotz der Vorgaben recht individuelle Ergebnisse hervorbrachte, bewiesen die Schüler aus den verschiedenen Klassen. So beeindrucken das Aquarell einer toskanischen Landschaft, Ludwig Kirchners "Einsamer Baum" in Acryl-Malerei, aber auch in Tusche auf Papier, die "Wogende See und die bewegten Wolken" Emil Noldes, Max Liebermanns "Papageienallee" oder Picassos "Doppelblick".

Sehr viel Spielraum wird den Schülern der Liszt-Schule sicherlich bei freien Entwürfen gegeben. Auf diese Weise entstanden "Frauen mit sonderbaren Hüten" in kreativer Liniengestaltung, selbst gestaltete Stillleben, teils in völlig freier Komposition. Erstaunlich auch, was schon Fünftklässler in verschiedenen Techniken zu Papier brachten, sei es eine griechische Vase als Wachs- Sgraffito, das "Portrait" einer Dame in Ölpastellkreide, Noldes "Hohe See" oder die Mischungen bei den "Farben des Meeres".

"In Herrn Sorgners Atelier kann man aber auch ungeniert arbeiten, und man darf alle Techniken ausprobieren, wie zum Beispiel Radierungen, den Kantendruck, den Kontrast von Komplementärfarben ausprobieren oder das Kartonritzen üben", sprudelt es aus einer Schülerin heraus. Kunst in bunter Vielfalt bieten die Liszt-Schüler im Haus der Kultur. "Für mich ist mein Bild Kunst", meint eine ehemalige Schülerin, die eines ihrer Bilder in der Ausstellung entdeckt, "auch wenn andere darüber streiten, ob es wirklich Kunst ist". Und das ist wohl der bestimmende Gesamteindruck bei dieser Präsentation von Schülerkunst: Ihr Gestaltungsfreiraum wurde kaum eingeengt durch verbindliche Regelungen und trotzdem oder vielleicht gerade deswegen kommt sie dem Genius loci der Studiogalerie sehr, sehr nahe.

Die Ausstellung ist noch bis zum Ende der Volksfestwoche dort zu sehen. Bilder sind übrigens über den Förderverein der Schule käuflich zu erwerben, wovon zahlreiche Besucher spontan Gebrauch machten.

fis

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser