Schüler machen Kunst

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Magersucht ist das Thema dieser Drahtplastik von Marlene Albrecht. Die geduckt sitzende Figur wurde mit roter Farbe beträufelt, um das Bedrohliche auszudrücken, das von dieser Krankheit ausgeht. Die Skulptur ist Teil der Ausstellung "Jugend", die die Gymnasiasten in einem Schülerprojekt erstellt haben.

Waldkraiburg - In der Vernissage "Jugend" zeigten die Schüler des Waldkraiburger Gymnasiums in der Studiogalerie im Haus der Kultur, dass sie gute Kunsterziehung genossen haben.

Trotz der Komprimierung des Lernstoffs im G8 wurden im Kunstunterricht sehenswerte Dinge geschaffen, die nun in einer Vernissage in der Studiogalerie der Öffentlichkeit gezeigt wurden.

Die neue, straffere Struktur gibt in der Oberstufe Wissenschafts- und Praxisseminare vor. Ergebnisse der Seminare "Physik-Instrumentenbau aus Recycling-Materialien" moderiert von Regina Bernauer wurden als Objektschau mit Konzert präsentiert. Soli auf einer Panflöte aus Kunststoffröhren und ein Calypso von einer Perkussionsgruppe wurden gegeben. Töpfe, Dosen und Sperrholz wurden zu allen möglichen Trommeln und Rasseln verarbeitet.

Christoph Gemander erläuterte seine pädagogischen Intentionen im Seminar "Jugend". Er setze auf Gruppendynamik. Für das Seminar sei ihm eher das Ermutigungsprinzip statt das Leistungsprinzip wichtig.

Eine Vielzahl von Werken füllten die Studiogalerie. Eine Collage mag als Schlüssel zu den Gedanken hinter den Arbeiten dienen. So wird ein breiter Niederschlag der vergangenen 18 Monate gezeigt.

Angefangen bei einer Videosequenz mit der Entstehung eines Grafitti, gefolgt von viel Acryl- und Aquarellmalerei. Fast ein Dutzend Skizzenbücher liegen für die Besucher zum Schmökern aus und viele kleine plastische Arbeiten aus Pappe, weitere aus Pappmaschee, Draht und Ton dokumentieren die Standortbestimmung dieser jungen Generation.

Zwischendurch gab's mal den Auftrag, kleine Figuren aus Pappe und Restmaterial aufzubauen. Das führte zu fantastisch-skurrilen Objekten, etwa eine kubistische Figur vor einem Hintergrund mit kräftiger, expressionistischer Farbgebung.

Eine Arbeit, von Saurierskeletten inspiriert, zeigt ein bizarres Ungeheuer - wunderbar koloriert.

Gute Kunst fängt eben nicht damit an, dass einer etwas Nettes dahinpinselt, sondern sie entsteht im Kopf: Was regt mich in unserer Zeit auf, was läuft in unserer Gesellschaft falsch? Mit welchen künstlerischen Mitteln lässt sich das darstellen?

So wurde zum Beispiel das Thema Essstörungen behandelt: Ein kleiner Torso aus Ton einer übergewichtigen Frau und eine Drahtplastik zum Thema Magersucht, eine Sitzende, die, um die Bedrohung auszudrücken, etwas mit roter Farbe beträufelt wurde.

Das Ergebnis des Schülerprojekts kann man noch bis kommenden Sonntag, 27. Februar, in der Studiogalerie im Haus der Kultur begutachten.

fng/Waldkraiburger Nachrichten

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