Die Schnapszahl soll Glück bringen

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Schon jetzt eine Familie, ab dem 11.11.11 ganz offiziell: (von rechts) Tanja Matschi, Robert Fruth und ihr Töchterchen Michaela.

Waldkraiburg - Heute ist der 11.11.11 und der Standesbeamte wird sie im Waldkraiburger Rathaus zu Mann und Frau erklären: Tanja Matschi und Robert Fruth.

"Alle anderen Termine, die wir wollten, fielen auf Sonn- und Feiertage oder waren vergeben", sagt die Bald-Ehefrau. Auf ein bisschen Glück, das die Schnapszahl mit sich bringen soll, hofft sie natürlich schon.

Seit zehn Jahren sind sie ein Paar, haben eine vierjährige Tochter und ein gemeinsames Haus. Nun wagen sie den offiziellen Schritt - weg von der wilden Ehe und hinein ins Standesamt. Und das ausgerechnet am 11.11.11.

Das Bald-Ehepaar sieht das ganz pragmatisch. Alle Termine, die sie haben wollten, fielen entweder auf Sonn- und Feiertage oder waren nicht mehr verfügbar. Das Schnapszahl-Datum war noch frei. Nun werden um 13 Uhr die Ringe getauscht, der ursprüngliche Termin, 11.30 Uhr, war dann doch zu nah an der "Faschingsgaudi und der Rathausstürmung", so die 36-jährige Tanja lachend. Sie wird ein bodenlanges lilafarbenes Satinkleid tragen, ihr Zukünftiger hat sich einen klassischen Anzug ausgesucht. Töchterchen Michaela, der blonde Sonnenschein, wird Blumenmädchen und bekommt neben einem Kleid einen eigenen Strauß.

Die Vierjährige hält ihre Mutter ziemlich auf Trab, während der Vater als Gärtner bei den Stadtwerken das Geld nach Hause bringt. Der 39-Jährige kennt seine Partnerin schon aus Schulzeiten an der Diesel-Schule - "vom Pausenhof". Romantische Gefühle hegten die beiden damals noch nicht. Viele Jahre später, als der heute 39-jährige Robert Fruth einen Grünstreifen im Stadtgebiet mähte, entdeckte er zufällig ihren Namen am Briefkasten und klingelte einfach mal. "Erst haben wir nur geratscht, später Badeausflüge gemacht und dann wurde mehr daraus", erinnert sich Tanja. Nach vier Jahren zogen sie zusammen. Die junge Frau war als Küchenhilfe in der Gastronomie tätig und arbeitete viel nachts - so bekam sich das Paar selten zu Gesicht. "Jetzt bin ich Hausfrau und Mutter", so die Waldkraiburgerin, die allerdings gegen ein bisschen Arbeiten nichts einzuwenden hätte, "damit einem die Decke nicht auf den Kopf fällt, wenn die Kleine im Kindergarten ist".

Auf die Frage, was Tanja an ihrem Robert mag, muss sie nicht lange überlegen: "Seinen Humor. Er ist lustig und bringt mich zum Lachen." Der Mann, der "immer gut drauf ist", über seine Auserwählte: "Sie ist eine total unkomplizierte Frau und hat das Herz am rechten Fleck." Das Kind macht ihr Glück perfekt.

Obwohl es zehn Jahre ohne Trauschein klappte, wollen es die beiden nun wissen. "Wir wollen einen Namen und endlich eine Familie sein", sagt Robert Fruth. Durch das Ehegelöbnis ändere sich nichts an ihrem Leben. "Wir feiern da, aber leben danach weiter, wie vorher", erklärt Fruth, der den Alltag mit seiner Frau schon lange geprobt hat. Angst zu Scheitern haben sie deshalb nicht. "Wir sind ja nicht erst drei Monate zusammen, sondern haben eine gemeinsame Vergangenheit - und auch Zukunft", sind die beiden überzeugt.

Eine Hochzeitsreise ist nicht geplant, aber "vielleicht geht sich im Frühjahr ein Urlaub in Mallorca aus". Das Hochzeitsessen mit Familie und Freunden ist im Klosterstüberl in Au, nachdem das Paar nach der Trauung einen Sektempfang für seine 25 Gäste am Pavillon im Stadtpark gegeben hat. Da muss die Schnapszahl einfach ganz viel Glück bringen.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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