WM: "Ronaldo macht das Ding"

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Ballflüsterer und Freistoßcowboys: Die Buben von der VfL-Fußballjugend brennen schon auf die Fußball-WM. Dem Deutschen Team rechnen sie allerdings keine großen Gewinnchancen aus: zu viele Verletzte.

Waldkraiburg - "Wir kucken auch die Frauen-WM", sagt Berat Uzun und grinst dabei. Der Elfjährige spielt bei der VfL-Fußballjugend links im Mittelfeld. Wie seine Teamkollegen freut er sich auf die Fußball-WM.

"Logisch kucken wir die, mit Pringles und Cola", jubelt Martin Dubiel. Die aufgeweckten Burschen toben auf dem Trainingsplatz am Jahnstadion über den Rasen. Morgen beginnt die Fußball-WM, um 16 Uhr ist der Anpfiff, Südafrika kickt gegen Mexiko und überall an den Bildschirmen dieser Welt werden die Fußballfans kleben und mitfiebern, ob daheim im Wohnzimmer oder beim Public Viewing.

Die VfL-Fußballjugend der D1, D2 und E1, Jahrgang 1997 bis 1999 spiegelt diese Stimmungslage wider. Die Nachwuchskicker haben Wurzeln in der Türkei, in Bosnien, Kurdistan, Rumänien, Mosambik, Polen, Russland, Serbien, Kroatien, Albanien, Kosovo und etwa Kasachstan.

Kroatien und die Türkei sind in Südafrika nicht vertreten. "Schaaade", sagen zwei der Buben. Trotzdem werden sie die Spiele verfolgen. "Ich drücke Spanien die Daumen", sagt Marco Komes. Der Favorit des Zwölfjährigen ist Fernando Torres. "Ich glaub', der ist schwul", feixt Cemre Eti und seine Spezln rufen "oooooh", um Komes zu ärgern. Der elfjährige Cemre ist Ersatztorwart, aber der eigentliche Towart Bekir Karatepe verletzt sich nie, was Trainerin Renate Otterbach natürlich freut.

Und schon ist eine Torwart-Diskussion entbrannt. "Der deutsche Torwart, Wiese, ist gut, der hält", meint Bekir. Aber sein Vorbild sei er nicht, sondern der Spanier Iker Cassilas. Kahn sei besser gewesen als Wieser und Adler leider verletzt. "Der Kahn war brutal", ruft Damien Debald (13) anerkennend. "Der war der Titan", pflichtet im Luciano Liqui-Liqui bei, "aber das hat er alles von mir gelernt", sagt er frech.

Und dann wird das deutsche Team analysiert. "Die sind alle schlecht, außer Poldi", findet Martin Dubiel und zählt die "Loser-Typen" auf: Wiese, Manuel Neuer und Gomez. "Der Gomez verkackt alles", so sein vernichtendes Urteil. "Der steht ja auch immer im Abseits", meint Torhüter Bekir.

Wie weit kommt die deutsche Nationalelf denn ohne Ballack? "Der kann doch nur eine Fresse ziehen, Özil ist ein super Ersatz für ihn", sind sich alle einig.

Auf die Frage, auf welchen Sieger sie tippen, quasseln alle ganz aufgeregt und schreien durcheinander. In die engere Auswahl kommen Spanien, Argentinien, Holland und England. Die Tipps: Deutschland scheidet im Halbfinale gegen Spanien oder gegen England aus.

Edwin Hadzic hat mehr Hoffnung. Der Elfjährige ist überzeugt, dass es Jogi's Team ins Finale schafft. Berat sieht es nicht so optimistisch. "Die haben jetzt viel schlechtere Chancen, als bei der letzten WM, es sind einfach zu viele Verletzte."

"Ich bin mir sicher, dass Cristiano Ronaldo das Ding macht und Portugal Weltmeister wird", ist Cemre überzeugt. Angst um die Sicherheit der Spieler in Südafrika haben die Fußballjungs nicht, weder von Seiten von Hooligans noch vor Anschlägen auf der Straße. Schließlich seien genügend Securities und Bodyguards vor Ort. kla

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