Reizthema Fundtiere: Pauschalen-Erhöhung

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Aufnahme und Pflege von Fundtieren wie "Chance", der im Herbst ins Tierheim kam, kostet Geld. Der Tierschutzverein Waldkraiburg hat für die Tierherberge Pürten die Fundtierpauschale deshalb vervierfacht. Die Stadt Waldkraiburg und einige andere Gemeinden zahlen den Betrag, andere Kommunen sind dazu nicht bereit.

Waldkraiburg - Die Stadt Waldkraiburg erhöht wie mehrere andere Gemeinden die Fundtierpauschale auf von bislang 25 Cent pro Einwohner und Jahr auf einen Euro.

Damit folgt die Stadt einem Antrag des Tierschutzvereins. Begründet wird dies mit der prekären Finanzsituation des Vereins, der eine Pflichtaufgabe der Kommunen wahrnimmt.

Die Erhöhung der Pauschale war im Haupt- und Finanzausschuss nicht strittig. Bürgermeister Siegfried Klika und Stadtrat Bernd Sottek, der bis vor Kurzem dem Vorstand des Tierschutzvereins angehörte und noch immer sehr nah am Vereinsgeschehen dran ist, verwiesen auf die angespannte Finanzlage des Vereins. Dieser sei einer Empfehlung des Tierschutzbundes gefolgt, als die Mitgliederversammlung die Anhebung beschloss. Eine Pro-Kopf-Pauschale von einem Euro bis 1,25 Euro brauche ein Tierheim, um über die Runden zu kommen, zitierte der Stadtrat die Tierschutz-Organisation.

Laut Sottek deutet sich zwar langsam eine Verbesserung der finanziellen Situation an, an der die Stadt maßgeblichen Anteil hat. 15000 Euro Zuschuss wurden bereits genehmigt. Weitere 5000 werden noch folgen. Hinzu kommt die großzügige Unterstützung einer Stiftung.

Ursprünglich wollte nach den Worten des Stadtrates auch das benachbarte Tierheim Kronberg die Fundtierpauschale deutlich anheben. In einer Bürgermeisterbesprechung in Aschau sei dies auch angekündigt worden. Tatsächlich fiel die Erhöhung dann niedriger aus. Die Pauschale steht jetzt bei 55 Cent.

Zwei Gemeinden, Mettenheim und Ampfing, aus denen bisher die Fundtiere nach Waldkraiburg gebracht wurden, haben sich deshalb für Kronberg entschlieden. Mit Reichertsheim, das sich der Fundtiere im Gemeindegebiet in Zukunft selber annehmen will, hat sich laut Manuela Gyimes eine weitere Gemeinde gegen Pürten entschieden. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins verteidigt die Erhöhung der Pauschale. Tierheim und Verein hätten ohne diesen Schritt nicht mehr existieren können, sagt sie auf Anfrage der Zeitung. "Wir müssen die Kosten, die die Fundtiere aus den Gemeinden verursachen, wieder reinkriegen." Selbst mit einem Euro sind nach ihren Worten die Aufwendungen für Futter, Tierarzt und Betreuung nicht abgedeckt.

In jedem Fall müsse der Verein, der gute Arbeit leiste, die laufenden Betriebskosten decken können, betonte Bürgermeister Klika im Ausschuss. Darüber hinaus müsse der Verein Rücklagen aufbauen können, um die überfällige Sanierung des Tierheims angehen zu können.

Enttäuscht ist die Vorstandschaft des Tierschutzvereins von den Kollegen in Kronberg. Die Entscheidung einiger Nachbargemeinden Waldkraiburgs für das Tierheim im Landkreis Altötting "müssen unsere Mitarbeiter jetzt ausbaden", befürchtet Gyimes. Denn die Bürger könnten nicht verstehen, dass sie den weiten Weg dorthin fahren müssen, weil Pürten die Tiere nicht mehr annehmen kann.

Bürgermeister Klika jedenfalls besteht darauf, nur Fundtiere aus Gemeinden aufzunehmen, die sich über die Pauschale auch an den Kosten beteiligen. "Wenn Gemeinden der Meinung sind, dass sie in Kronberg besser fahren, sollen sie dahin gehen." Stadtrat Sottek hat allerdings große Zweifel, dass das Tierheim bei Neuötting die nötigen Kapazitäten für die Aufnahme weiterer Tiere hat. Er ärgert sich auch über Berichte von Bürgern, wonach diese von Mitarbeitern einer Gemeindenverwaltung im Landkreis, die Sottek nicht nennen wollte, aufgefordert worden sind, Waldkraiburg als Fundort anzugeben.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Die Redaktion

Live: Top-Artikel unserer Leser