"Rechnungsergebnis ist positiv"

+
Die Kostenentwicklung beim Waldkraiburger Friedhof sieht Kämmerer Rainer Hohenadler mit gemischten Gefühlen. Der Deckungsgrad liegt hier lediglich bei 47,4 Prozent.

Waldkraiburg - Kämmerer Rainer Hohenadel stellte dem Stadtrat die Jahresrechnung 2008 vor.

"Die Vorgaben der Gemeindeordnung zur Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit hat die Stadt Waldkraiburg im Berichtsjahr erfüllt. Das Rechnungsergebnis ist positiv." So steht es in der Jahresrechnung für das Jahr 2008, die Kämmerer Rainer Hohenadler dem Stadtrat vorstellte. Dabei zeigt sich, dass die Stadt finanziell eigentlich ganz gut dasteht, wenn man davon absieht, dass sie rund sechs Millionen Euro Schulden hat, aber nur rund 2,2 Millionen Euro auf der hohen Kante. Das entspricht bei 24147 Einwohnern einer Pro-Kopf-Verschuldung von 249,50 Euro und liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Komunen, der bei 669 Euro ist.

Jedes Jahr stellt der Kämmerer den Haushaltsplan für die Stadt auf. Dabei werden alle Einnahmen und Ausgaben, die er für das kommende Jahr erwartet, aufgelistet. Im so genannten Verwaltungshaushalt sind die laufenden Geschäfte wie Steuereinnahmen oder Personalkosten dargestellt. Im Vermögenshaushalt werden die geplanten Investitionen oder das "Tafelsilber" der Stadt aufgelistet. Dieser Haushaltsplan ist aber eine Art "Wunschkonzert", da er nur die Erwartungen des nächsten Jahres bündelt.

Die Jahresrechnung zeigt dann aber genau auf, wie weit der Haushaltsplan tatsächlich umsetzbar war, wie sich die finanziellen Vorgaben an die Verwaltung verwirklichen ließen und wo es Abweichungen von den einzelnen Haushaltsansätzen gegeben hat. Für das Haushaltsjahr 2008 zeigte der Kämmerer in der Stadtratssitzung auf, dass die Ansätze aus dem Haushaltsplan gar nicht so schlecht waren. Der Verwaltungshaushalt schloss in Einnahmen und Ausgaben mit einer Summe von knapp 36,2 Millionen Euro; veranschlagt hatte der Kämmerer rund 35,2 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt machte am Ende etwa 8,3 Millionen Euro aus. Hier hatte Hohenadler 7,3 Millionen Euro angesetzt. Hohenadler merkte aber auch an, dass es nach wie vor schwierig sei, den Verwaltungshaushalt auszugleichen. Um den Verwaltungshaushalt für das Jahr 2008 auszugleichen, musste er aus der Sonderrücklage "Finanzausgleich" etwas mehr als eine Million Euro vom Vermögenshaushalt dem Verwaltungshaushalt zuführen.

Um den Vermögenshaushalt auszugleichen, hatte der Kämmerer eigentlich vorgesehen, rund 1,5 Millionen Euro aus den Rücklagen zu entnehmen. Dies war allerdings nicht nötig. Im Gegenteil, er konnte sogar etwas mehr als 225000 Euro dem Vermögenshaushalt zuführen. Das lag aber daran, dass eine Reihe von Investitionen wie die Sanierung des alten Bahnhofes, die Sanierung des Falkenringes oder die Erschließung der Nikolsburger Straße nicht durchgeführt wurden. "Nur ein kleiner Teil sind Einsparungen, der Rest wurde verschoben", so Hohenadler.

Der größte Batzen bei den Einnahmen im Verwaltungshaushalt ist die Gewerbesteuer. Sie liegt bei etwas mehr als 14 Millionen Euro und damit um rund 500000 Euro höher als der Ansatz im Haushaltsplan.

Ein Dorn im Auge ist dem Kämmerer Rainer Hohenadler die Entwicklung beim Waldkraiburger Friedhof. Etwas mehr als 265000 Euro fließen hier in die Stadtkasse. Die Stadt muss aber - vor allem für den Unterhalt - rund 560000 Euro aufwenden. Mit einem Deckungsgrad von 47,4 Prozent kann ein Kämmerer natürlich nicht zufrieden sein. Zufrieden kann er dafür mit der Kreditaufnahme sein. Eigentlich hatte er 1,8 Millionen an neuen Krediten in der Haushaltssatzung vorgesehen. Sie mussten aber nicht in Anspruch genommen werden.

Der Stadtrat nahm die Jahresrechnung ohne Diskussion zur Kenntnis.

Waldkraiburger Nachrichten/hsc

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser