Fasching: Keine Garde, kein Prinzenpaar 

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der traditionelle Sturm aufs Rathaus fällt heuer ins Wasser. Die symbolische Übergabe des Rathausschüssels durch den Bürgermeister gibt es frühestens wieder im kommenden Jahr.

Waldkraiburg - Das war ein wahrer Paukenschlag: Die „Waldburgia“ gab gestern bekannt, dass sie keine Garde und kein Prinzenpaar stellt. Die Rathauserstürmung ist abgesagt!

Lesen Sie hier den Originalartikel der Waldkraiburger Nachrichten:

Faschingsauftakt abgesagt

Einen Tag vor Beginn der neuen Faschingssaison sorgt die „Waldburgia“ für einen Paukenschlag: Die für den heutigen 11. 11. geplante Erstürmung des Rathauses ist abgesagt. Die Faschingsgesellschaft wird ohne Garde und ohne Prinzenpaar in die fünfte Jahreszeit gehen.

Waldkraiburg – „Wir haben nicht viel geschlafen in der Nacht zum Dienstag“, sagt Alex Burian. Diese Entscheidung sei ihm und den anderen Vorstandsmitgliedern nicht leicht gefallen. Der junge Präsident der Waldkraiburger Faschingsgesellschaft teilte gestern zusammen mit seinem Stellvertreter Charly Salinger den Beschluss mit, den das gesamte Führungsteam des Vereins in großer Übereinstimmung am Abend zuvor getroffen habe: „Die Waldburgia wird in diesem Jahr nur einen Fasching in abgespeckter Version organisieren.“ Allein die Männergarde soll die Farben der Faschingsgesellschaft bei Bällen und Veranstaltungen vertreten. Gemeinsam mit Stadträtin Inge Schnabl werde die „Waldburgia“ auch wieder einen „tollen Faschingszug“ auf die Beine stellen, versprachen Burian und Salinger.

„Wir haben uns die Absage nicht leicht gemacht“, betonen die beiden, die sich auch positiv über die Unterstützung der Stadt äußern. Bis zuletzt habe der Vorstand um den Fasching gekämpft. Doch der Verein habe der schwierigen Personalsituation Rechnung tragen müssen.

Aufgrund der Diskussionen um den Stadtball im vergangenen Jahr und der oft „unfairen Kritik“, die über die „Waldburgia“ hereingebrochen sei, ist es der neuen Vorstandschaft nicht gelungen, Nachwuchs an die Garde und den Hofstaat heranzuführen. Burian und Co. waren auf Volksfesten und anderen Veranstaltungen unterwegs, um Werbung für die „Waldburgia“ zu machen.

Nur drei neue Frauen schlossen sich der Garde an, die mit acht Tänzerinnen das Training für die neue Saison aufnahm. „Der Gardemarsch stand schon“, so Burian, als sich auch noch zwei Gardemädchen verletzten.

Wie schon vor einigen Jahren habe die „Waldburgia“ deshalb vor knapp drei Wochen eine Zusammenarbeit mit der Reichertsheimer Garde vereinbart. Weil aber auch der Hofstaat wegen Krankheit und Verletzung weiter schrumpfte und kaum noch Frauen mit dabei waren, zogen die Verantwortlichen jetzt die Notbremse.

Burian: „Wir könnten es uns nie verzeihen, wenn es während der Saison einen Knall gibt. Deshalb gehen wir lieber auf Nummer sicher.“ Nach der vergangenen Saison „hätten wir uns das nicht leisten können“, meint auch Charly Salinger. „Denn wir wären bei jeder Veranstaltung stark im Blickpunkt gestanden.“

Zu den Leidtragenden der Entwicklung zählt besonders das junge Prinzenpaar, dem die „Waldburgia“ am Montag absagte. Schon im Juni hatte es laut Alex Burian zugesagt und steckte auch längst in den Vorbereitungen auf die kommende Saison. Salinger: „Für die beiden tut es uns am meisten Leid.“ Die Vorstände schließen aber nicht aus, dass sich das Paar auch in der Saison 2010/2011 zur Verfügung stellen würde.

Damit deuten sie zugleich an, dass sie mit ihrer Entscheidung den Waldkraiburger Fasching nicht ein- für allemal zu Grabe tragen wollen. „Wir lösen ja den Verein nicht auf.“ Beide knüpfen die Hoffnung an die Unterbrechung, dass sich der Verein „neu strukturieren“ kann. Schon vor einigen Jahren habe es einen ähnlichen Effekt gegeben.

Die „Waldburgia“ wird ja nicht von der Bildfläche verschwinden. „Wir werden alle Kräfte auf den Faschingszug am Faschingssamstag verlegen“, sagt Burian. Die achtköpfige Männergarde, die vier neue Mitglieder hinzugewonnen hat, steht mitten im Training. Vereine, die die Garde buchen möchten, können sich unter Telefon 0177 / 9782018 beim Präsidenten melden.

Und auch am heutigen 11.11. will die „Waldburgia“ nicht ganz abtauchen. Statt der Rathaussanierung gibt es eine Faschingseröffnung im kleinen Kreis, zu der Freunde, Gönner und Sponsoren eingeladen sind.

Was die Entscheidung der „Waldburgia“ für den Stadtball Anfang Januar bedeutet, ist noch nicht klar. Fest steht nur: Dieser Ball wird erstmals seit vielen Jahren kein Inthronisationsball der „Waldburgia“ sein. „Ich gehe davon aus, dass es einen Stadtball gibt“, meinte gestern Bürgermeister Siegfried Klika. Intern seien aber noch einige Fragen zu klären, nicht zuletzt, ob „wir dafür noch eine Garde kriegen“.

„Ich bedaure diese Entscheidung natürlich“, so der Bürgermeister. „Einen Tag vor Faschingsbeginn ist das ein Schlag ins Kontor. Wir müssen damit leben.“ Ganz überraschend sei diese Entwicklung aber nicht gekommen. Sie habe sich aufgrund der „sehr bescheidenen Personalsituation abgezeichnet“. Klika kann der neuen Entwicklung auch eine positive Seite abgewinnen. „Vielleicht braucht der Verein diese Pause, um sich wieder neu aufzustellen.“

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser