"Räuber Hotzenplotz" stand Rede und Antwort

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Im Dialog mit "Räuber Hotzenplotz": Museumsleiterin Elke Keiper. Sie eröffnete die Marionettenausstellung im Haus der Kultur, die immer dienstags bis freitags von 12 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet hat. Die Ausstellung ist geschlossen vom 24. bis 26. Dezember und an Neujahr. Sonderöffnungszeiten für Schulklassen und Gruppen werden auf Anfrage angeboten.

Waldkraiburg – Mit einem recht ungewöhnlichen Dialog wurde am Sonntag die Vernissage zur Familienausstellung „Wie am Schnürchen“ im Haus der Kultur eröffnet.

Der Dialog fand zwischen Museumsleiterin Elke Keiper und der Marionettenfigur des „Räubers Hotzenpotz“ vom Klick-Klack-Theater (alias Stefan Beyrer) statt.

Schon davor strömten große und kleine Besucher in die Galerie zu den Glasvitrinen, freistehenden Podesten, offenen Kästen mit den unterschiedlichsten Marionetten Süddeutschlands.

Unter den Besuchern zur Ausstellungseröffnung waren Stadträtin und Leiterin des Maria-Schutz Kindergartens Charlotte Konrad, welche in ihrer Eröffnungsansprache etwa die Kulturreferentin Gertraud Kesselgruber, die Referentin für Verkehr, Margit Roller, und die Referentin für Familie und Jugend Inge Schnabel, willkommen hieß.

Sie bedankte sich besonders bei den Organisatoren der Ausstellung, den Puppenspielern Silvia und Stefan Beyrer sowie Elke Keiper vom Stadtmuseum. Ihr Dank galt ebenso den zahlreichen Marionettentheatern und Sammlern, die durch ihre Leihgaben die wunderschöne Schau erst möglich gemacht haben. Mit zarter Saitenmusik umrahmten drei Musikschüler aus der Klasse von Rosalyn Szabo die Begrüßungworte.

"Sehr geehrte Damen und Herren ..." - soweit kam die Leiterin des Stadtmuseums gar nicht, da griff schon der "Räuber Hotzenplotz" mit seiner energischen Stimme ein. Er wolle die "eigenartigen Puppen" erklären, die man Marionetten nennt und die an Fäden gezogen oder an Stangen bewegt werden. "Schließlich stehe ich schon tagelang hier rum!" Elke Keiper ihrerseits wollte mehr wissen und erfuhr, dass etwa 100 Figuren - fast alles Bayern - mit dem Räuber hier sind und diese von elf Theatern ausgeliehen wurden. Fast alle wurden aus Holz gefertigt und nach mehreren Skizzen, farbigen und technischen Zeichnungen in Werkstätten gefertigt, erklärte "Hotzenplotz" etwas vereinfacht den Entstehungsprozess seiner "Puppenkollegen".

Mit seiner Hand zeigte er dann geradewegs auf den "Rübezahl", den alle besonders beachten sollten, weil er die einzige Figur sei, die kleiner und größer werden könne. Als Räuber haben es ihm bestimmt die fünf edlen Damen aus der Oper "Cosi fan tutte" mit ihrem reichen Schmuck angetan, mutmaßte nun Elke Keiper.

"Natürlich und wie!", bestätigte der kleine Kerl mit frecher Stimme und zog einen neuen Trumpf aus seiner Hosentasche: Sechs Leute hinter der Bühne schaffen es bis zu 100 Figuren zu bewegen. Darüber staunten die Museumsleiterin und Besucher nicht schlecht. Auch dass für eine Aufführung neben den Marionetten Gegenstände für die Ausstattung, Dekoration, Requisiten und natürlich eine Bühne gebraucht werden, plauderte der spielerprobte Räuber aus.

Doch dann meinte er, sein Publikum auf fast drei Meter hoch aufgeschnürte Puppen in der Ausstellung hinweisen zu müssen, weil ja bestimmt niemand die Fäden an den Knebeln abwickeln und nachmessen wolle. Wieder blickten Elke Keiper und die Umstehenden reichlich verwundert - so eine Fadenlänge hatten sie dann doch nicht erwartet. Zum Schluss verschwand der "Räuber Hotzenplotz" hinter der Gebüschkulisse und lud alle zu einem Blick hinter die Bühne ein. Sie sollten jedoch nichts berühren, "sonst schieße ich mit meiner scharfen Pfefferpistole", drohte er verschmitzt seinen Zuhörern.

Zu guter Letzt wurde das Publikum vom Klick-Klack-Theater zur Aufführung "Die kleine Hexe" in die Black Box eingeladen, außerdem zum Marionettenbasteln (auf Anmeldung) am 11. Dezember um 15 Uhr, in die Städtische Galerie sowie zu den Kinder- wie Erwachsenenvorstellungen während der Figurentheatertage vom 6. bis zum 9. Januar im Haus der Kultur.

kch/Waldkraiburger Nachrichten

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