Gib dem Radl-Dieb keine Chance

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Rund 60 Zweiräder warten im städtischen Fahrradkeller auf ihre Besitzer. Mit einem bei der Polizei hinterlegten "Fahrradpass" könnten sie leichter zugeordnet werden.

Waldkraiburg - Etwa jeden dritten Tag wird in Waldkraiburg und Umgebung ein Fahrrad als gestohlen gemeldet. Das geht doch nicht, finden wir, und haben die Experten gefragt: Wie schütze ich mein Radl?

In den vergangenen Jahren gingen bei der Polizeiinspektion Waldkraiburg durchschnittlich 130 bis 150 Anzeigen wegen gestohlener Fahrräder aus ihrem Zuständigkeitsbereich ein. Knapp 300 entwendete Drahtesel waren es sogar im Jahr 2007. Und auch für das erste Halbjahr 2010 meldet die Polizei schon 46 bekannt gewordene Diebstähle.

Wie kann man sich nun erfolgreich schützen und welche rechtlichen oder technischen Möglichkeiten gibt es?

Ganz entscheidend zur Prävention trägt natürlich ein geeignetes Schloss bei. Allerdings sind damit nicht solche gemeint, die nur ein Rad blockieren oder dünne Kabelschlösser und Ketten. Diese leicht zu knackenden Vorrichtungen stellen für Diebe keine wirkliche Herausforderung dar. Richtigen Schutz bieten nur massive Bügelschlösser oder Panzerkabel, auch wenn sie sperriger sind als kleine Schlösser. Der Einstiegspreis für ein hochwertiges Fahrrad-Bügelschloss liegt bei etwa 20 Euro.

Doch auch das beste Schloss nützt nichts, wenn potenzielle Diebe das abgesperrte Rad wegtragen und dann in aller Ruhe sämtliche Sicherungen entfernen können. Beim Abstellen des Fahrrades also stets darauf achten, dass man sein Radl an einem fest verankerten Gegenstand, wie zum Beispiel einem am Boden befestigten Fahrradständer oder einem Laternenmast, ankettet.

Zu Hause müssten Fahrräder unbedingt in fest verschlossenen Räumen und nicht in der für jedermann zugänglichen Garage untergestellt werden. Ansonsten bekomme man bei einer abgeschlossenen Fahrradversicherung keinen Schadensersatz, worauf der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hinweist. Eine solche Versicherung sei in der Regel kostspielig und lohne sich nur für sehr teure, hochwertige Räder. Besitzern von weniger wertvollen Fahrrädern wird empfohlen, erst einmal bei der Hausratversicherung nachzufragen, ob denn das eigene Fahrrad nicht bereits mitversichert ist.

"Fahrraddiebstähle gehören bei uns leider zum Tagesgeschäft und besonders während des vergangenen Volksfestes bekamen wir vermehrt Anzeigen", sagt der stellvertretende Leiter der Waldkraiburger Polizeiinspektion, Markus Steinmaßl. Etwa 60 Fundstücke stehen derzeit im städtischen Fahrradkeller und warten darauf, von ihren Besitzern abgeholt zu werden.

Manche Diebe haben es sich zu eigen gemacht, nicht ein komplettes Fahrrad, sondern nur Einzelteile mitgehen zu lassen. Und dann fehlen eben auf einmal "nur" das Vorderrad oder der Sattel und der Ärger ist groß. Doch auch dafür gibt es mittlerweile einfache, aber wirksame Hilfsmittel, um Langfingern das Leben schwer zu machen. So gibt es Stahlmanschetten, die man über den an modernen Rädern üblichen Schnellspannern montieren kann und nur mit dem passenden Schlüssel wieder aufbringt. Ein komplettes Set für ein Fahrrad kostet im Handel rund 70 Euro.

Das Polizeipräsidium Oberbayern hat eine sogenannte Fahrraddatenbank eingerichtet, bei der jeder Bürger die Daten seines Rades mitsamt Rahmennummer hinterlegen lassen kann. So kann ein aufgefundenes Fahrrad schnell und einfach seinem rechtmäßigen Besitzer zugeordnet werden. "Und wir tun uns bei der Kontrolle von Verdächtigen leichter, sie als Diebe zu überführen", so Markus Steinmaßl. Die entsprechenden Formulare zum Ausfüllen gibt es bei allen Polizeidienststellen und vielen Fachhändlern.

Ein weiterer Service, der vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, dem ADAC und anderen Vereinigungen angeboten wird, ist die Fahrradkodierung. Nachdem man einen Eigentumsnachweis vorgelegt hat, werden mehrere persönliche Informationen des Besitzers, wie etwa Initialen, Wohnort, Straße und Hausnummer in einem speziellen Zahlencode erfasst. Dieser wird dann in den Rahmen eingefräst und mit einem Aufkleber versiegelt. So wird das Material geschützt und Diebe darauf aufmerksam gemacht, dass das betreffende Rad mit einem solchen Sicherungscode versehen ist.

Für alle Waldkraiburger, die mit dem Fahrrad zum Mühldorfer Volksfest fahren, bietet der dort ansässige ADFC-Kreisverband auch in diesem Jahr als besonderen Service wieder einen bewachten "Radl-Parkplatz" an.

reg/Mühldorfer Zeitung

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