Tierschützer protestieren vor Schlachthof

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Mit diesem Transparent protestierten Tierschützer gestern vor dem Schlachthof gegen Massentierhaltung und Massenverarbeitung von Fleisch.

Waldkraiburg -Eine Gruppe von rund 20 Tierschützern demonstrierte vor dem Waldkraiburger Südfleisch-Schlachthof. Sie wollten ihre Stimme gegen Massentierhaltung und Massenverarbeitung erheben.

Die Aktion reiht sich in eine aktuelle Serie von europaweiten Kundgebungen ein, die als Antwort auf die "Grüne Woche" initiiert wurden und wozu auch die heutige Großdemonstration in Berlin unter dem Motto "Wir haben es satt" gehört. Auch die Demonstranten in Waldkraiburg prangern schlechte Haltungsbedingungen von Tieren, lange Transporte zu den Schlachthöfen und dortige Betäubungsvorgänge an. Zu den Aktivisten zählte auch der ehemalige Schlachthofmitarbeiter Salvatore Arcilesi. Er hat 30 Jahre in Schlachthöfen gearbeitet, davon vier Jahre bei Südfleisch in Waldkraiburg. "Ich musste damit aufhören, weil ich es nicht mehr ertragen habe", klagt er. Die "entsetzliche Tierquälerei", wozu beispielsweise auch gehöre, dass man Schweine noch lebendig in Brühmaschinen sterben lasse, habe er nicht mehr ausgehalten. "Die Tiere werden - wenn der Schuss nicht richtig funktionierte - auch noch heute am lebendigen Leib aufgeschlitzt", sagt er.

Auch die Oberbergkirchenerin Heike Beger war bei der gestrigen Aktion dabei. Seit 30 Jahren ist sie Vegetarierin. "Seit ich als Schülerin Filme über Massentierhaltung und Schlachthöfe gesehen habe, esse ich kein Fleisch mehr" sagt sie und fügt hinzu, dass sie überzeugt sei, dass eine vegetarische Lebensführung auch den Hunger in der Welt stoppen könne.

Auf dem Plakat, das die Aktivisten gestern vor dem Gebäude vor Südfleisch zeigten, war ein Zitat des russischen Schriftstellers Lew Tolstoy zu lesen: "Solange es Schlachthöfe gibt, solange wird es auch Schlachtfelder geben".

Der Initiator der gestrigen Aktion in Waldkraiburg, Anton Sutterlüty, macht sich Gedanken darüber, wie es gerade nach den jüngsten Dioxin-Skandalen weitergehen könnte. "Wir müssen erkennen, was wir mit dieser Art von Nahrungsmittelproduktion anrichten", sagte er gestern. Unter den Aktivisten machte sich ein gewisser Optimismus breit. In der Tat ist festzustellen, dass es in diesen Tagen im Landkreis ein verändertes Kaufverhalten gab. In den Supermärkten blieben die Eier aus Legebatterien im Regal. Die Bio-Eier hingegen sind in vielen ortsansässigen Lebensmittelgeschäften ausverkauft.

nov/Mühldorfer-Anzeiger

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