Service, nein danke?!

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Michael Bartesch hat sich über den Service bei der Postbank geärgert.

Waldkraiburg - Diesen Besuch bei der Postbank-Filiale wird Michael Bartesch so schnell nicht wieder vergessen. Service-Wüste Deutschland?

Seit 1966 hat Michael Bartesch ein Sparbuch bei der Post. In den letzten Jahren hat er nur noch einen kleinen Betrag auf dem Konto und lässt sich dafür immer wieder die Zinsbeträge gutschreiben. Die letzten Einträge sind aus den Jahren 2003 und 2006.

Jetzt war es mal wieder so weit und Michael Bartesch marschierte zur Postbank, um sich die Zinsen gutschreiben zu lassen. Dort wurde ihm allerdings gesagt, dass dieses alte Sparbuch vom Computer nicht mehr angenommen werde.

Deshalb stellte der Postbank-Mitarbeiter ein neues Sparbuch aus und händigte es Bartesch mit den Worten aus, dass jetzt nur noch 50 Cent auf dem Konto seien. Erst auf Bartesch' Nachfrage erfuhr er, dass für Sparkonten, auf denen keine Kontenbewegungen mehr sind, pro Jahr ein Euro Bearbeitungsgebühr fällig werde. Insgesamt wurden ihm laut dem Ausdruck im Sparbuch einmal zwölf Euro und einmal 3,43 Euro abgebucht, sodass sein Guthaben auf 50 Cent zusammengeschmolzen ist. Dabei ärgerte Bartesch, dass ihn der Postbank-Mitarbeiter nicht vorher darauf hingewiesen hatte. "Dann hätte ich mir das Geld einfach auszahlen lassen. Kundenfreundlichkeit sieht anders aus." Zudem versichert Michael Bartesch, dass er kein Schreiben von der Postbank bekommen hat, in dem er über die neuen Entgelte informiert worden sei.

Das hätte er laut des Postbank-Mitarbeiters aber bekommen müssen. Hier vermutet Bartesch, dass die Postbank seine Adresse nicht hat, die nicht mit der Adresse in seinem Sparbuch identisch ist. Doch auch dazu meint er, dass so ein Konzern über Mittel und Wege verfügen müsste, um seine Adresse ausfindig zu machen.

Auch Iris Laduch-Reichelt von der Konzernkommunikation der Postbank beruft sich auf die Regelung, die im Jahr 2008 eingeführt worden war. "Die Postbank hat zum 1. Januar 2008 ein Entgelt für lange nicht aktiv genutzte Sparkonten eingeführt. Dieses Entgelt wird nur erhoben bei Sparkonten mit dreimonatiger Kündigungsfrist, auf denen länger als drei Jahre keine Kontobewegung zu verzeichnen war und deren Guthaben 60 Euro unterschreitet."

Da die Postbank ein unabhängiges Unternehmen und nicht mehr Teil des Konzerns Deutsche Post sei, habe sie auch keine Möglichkeit, Adressänderungen zu recherchieren, da sie keinen Zugriff auf amtliche Melderegister habe, so die Sprecherin. Als Begründung führt sie an: "Die Postbank hat sich zur Einführung dieses Entgeltes entschlossen, da Sparkonten, die von den Inhabern nicht aktiv genutzt werden und nur geringe Einlagen aufweisen, überproportional viele Kosten verursachen. Bei Konten mit weniger als 60 Euro ist das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen besonders ungünstig."

Rückerstattung zugesichert

Zugleich sagte sie aber zu, dass man prüfen werde, ob dem Kunden die abgezogenen Entgelte erstattet werden könnten. Und siehe da: Michael Bartesch bekam einen Brief, in dem ihm die Rückerstattung - aus Kulanzgründen - zugesichert wurde.

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

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