Grundschüler wanderten hinter Gitter

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Besuch in der Polizeiinspektion Waldkraiburg: Kaspar (links) kontrolliert die Fingerabdrücke. Jugendpolizist Harald Jungbauer (unten) "verhaftet" Andreas. Und die Klasse 3c war sich nach einem kurzen Aufenthalt hinter Gittern einig: Bloß nie hier rein müssen!

Waldkraiburg - Einen ganzen Vormittag verbrachten Grundschüler der dritten Jahrgangsstufe, im Rahmen des Projekts "Zeitung in der Schule", in der Polizeidienststelle.

Einen ganzen Vormittag verbrachte die Klasse 3c der Grundschule an der Graslitzer Straße mit ihrer Lehrerin Hildegard Braun in der Waldkraiburger Polizeidienststelle. Die Kinder waren nicht etwa festgenommen worden, sondern erhielten im Rahmen des Projektes "Zeitung in der Schule" eine hochinteressante Führung.

 "Achtung, Achtung, hier spricht die Polizei", so tönt es über den Hof der Polizeiinspektion. Die Stimme kommt aber nicht von einer gestandenen Polizistin, sondern von der neunjährigen Isabella, die hinter dem Steuer eines Streifenwagens in das Funkgerät spricht. Neben ihr schaltet Hauptkommissar Harald Jungbauer das Blaulicht an. Die übrigen Kinder können es kaum erwarten, bis auch sie sich in das Auto setzen dürfen.

Zuvor hat Herr Jungbauer ausführlich und geduldig über Aufgaben und Ausrüstung der Polizei informiert. Die Beamten müssen Streit schlichten, für Ruhe und Ordnung sorgen, Verbrechen aufklären sowie Täter aufspüren und festnehmen.

Kinder brauchen vor der Polizei keine Angst zu haben. "Kinder sind unsere Freunde. Sie werden von uns nicht mitgenommen, höchstens zu ihrem Schutz", erklärt der Jugendpolizist Jungbauer.

Da klickten die Handschellen!

Er zeigt seine Uniform, deren Schultersterne auf den Dienstrang hinweisen. Am Ärmel ist immer ein Polizeiabzeichen mit dem bayerischen Wappen zu sehen. Diana darf eine Schutzweste anprobieren, die Schüsse und Stöße abfängt. Andreas probiert die Handschellen aus.

Am Einsatzgürtel befinden sich Gegenstände, die der Selbstverteidigung der Beamten dienen. Pfefferspray und Mehrzweckstock werden nur zum Schutz vor einem Angriff eingesetzt. "Haben Sie schon einmal auf einen Menschen geschossen?", wollen die Kinder wissen und atmen erleichtert auf, als Herr Jungbauer verneint. Er erzählt aber auch, dass die Polizisten vor manchen Einsätzen aufgeregt sind.

50 Euro kostet eine Zellenübernachtung

Damit sie trotz dieser Aufregung im Ernstfall richtig handeln, müssen alle immer wieder im sogenannten "Schießkino" in der Mühldorfer Dienststelle trainieren. Dort läuft ein Film mit einer Gefahrensituation und die Polizisten müssen blitzschnell entscheiden, wie sie reagieren. Sobald sie auf die Leinwand geschossen haben, bleibt der Film stehen, damit man die Treffer überprüfen kann.

Natürlich verfügt die Waldkraiburger Polizeiinspektion auch über Gefängniszellen. Als die Gittertür hinter der Klasse zuschnappt, können sich die Kinder gut vorstellen, dass es nicht angenehm wäre, hier ganz allein zu sein. Und als sie hören, dass eine Übernachtung in der Zelle über 50 Euro kostet und man auch noch das Essen selber zahlen muss, sind sich alle einig: Bloß nie hier rein müssen!

"Das ist ein cooler Beruf"

Die Ermittlungsbeamten Herr Schmidt und Herr Lode zeigen den Schülern, wie die Spurensicherung arbeitet, um Verbrecher zu finden. Von Eveline werden Fingerabdrücke genommen und einige Mädchen stellen sich gleich zum Täterfoto auf.

"Ich will auf jeden Fall Polizistin werden. Das ist ein cooler Beruf", meint Diana. Herr Jungbauer berichtet ihr gleich von der dreijährigen Ausbildung in einer Polizeischule.

Waldkraiburger Anzeiger

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