Verbrechensrate nur leicht gesunken

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Landkreis - Die Polizeiinspektion Waldkraiburg verzeichnete im Jahr 2010 insgesamt 1446 bekannt gewordene Straftaten. Im Vorjahr waren es 1450 Taten, nahezu eine „Punktlandung“.

Für die Stadt Waldkraiburg wurden 1224 Straftaten registriert. Das bedeutet, je 100.000 Einwohner sind rein rechnerisch 5115 Straftaten (2009: 5142) zu verzeichnen (die sogenannte Häufigkeitszahl). Damit hebt sich die Stadt Waldkraiburg im regionalen Städtevergleich erneut zum Teil deutlich von vergleichbaren Städten ab.

Nur bei vier der zwölf Gemeinden ist die Zahl der Straftaten gestiegen. Die stärkste Steigerung ergab sich dabei in Jettenbach mit neun Straftaten, was in Anbetracht des immer noch niedrigen Straftatenniveaus (von 19 Taten) nicht weiter besorgen sollte. Es ist zudem zu erwähnen, dass die Straftaten in Jettenbach 2008 bei 16 und 2007 sogar schon bei 30 lagen.

Aufklärungsquote

Von allen 1446 Straftaten konnten 879 geklärt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 60,8 %; ein Ergebnis, welches das Vorjahr (mit 60,1 %) erneut leicht übertrifft.

Kriminalitätsstruktur

Gesamtübersicht

Der Schwerpunkt der Kriminalität liegt wie bereits in den Vorjahren erneut bei der Diebstahlskriminalität, wobei es eine auffällige Verschiebung in Richtung Vermögens- und Fälschungsdelikte (alle Arten des Betrugs) mit einem Plus von 71 Fällen gab.
Dies deckt sich mit dem Trend der letzten Jahre. Der Betrug im Zusammenhang mit dem Internet nimmt stetig zu.

Bei den Roheitsdelikten (Gewaltkriminalität wie Raub, Körperverletzung, u.a.) ist nur eine schwache Zunahme um drei Fälle zu verzeichnen. Insgesamt betrachtet, nimmt dieser Deliktsbereich dennoch einen verhältnismäßigen großen Anteil ein.

Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind hingegen zahlenmäßig untergeordnet vertreten. Straftaten gegen das Leben (wie Tötungsdelikte und fahrlässige Tötung) gab es 2010 erfreulicher Weise nicht.

Diebstahlskriminalität

Anhand des Fünf-Jahres-Vergleichs liese sich ein Trend zum Rückgang der Diebstahlkriminalität interpretieren.

Während der Diebstahl an Kraftfahrzeugen (Fahrzeugteilediebstähle, inkl. dem Kennzeichendiebstahl) und der Diebstahl von Kfz rückläufig sind, hat der Diebstahl aus Kraftfahrzeugen (Pkw-Aufbruch zur Erlangung von Wertgegenständen) um neun Fälle zugenommen.

Diese Zunahme resultiert aus einer Pkw-Aufbruchsserie mit insgesamt 25 Aufbrüchen, die von Ende 2009 bis April 2010 dauerte. Mit 20 Diebstählen von Mopeds und Krafträdern war dieser Deliktsbereich schon seit drei Jahren 2 nicht mehr so hoch. Zuletzt wurde 2007 ein ebenso erhöhter Wert (2007: 33) erzielt.

Bei den Fahrraddiebstählen gibt es nur eine geringe Veränderung nach oben. Für dieses sogenannte Massendelikt ist dieser fast gleichbleibende Wert als gutes Ergebnis anzusehen.

Die Wohnungseinbrüche nahmen mit 22 Fällen im Vergleich zu 19 im Vorjahr leicht zu.

Bei den Ladendiebstählen wurden im Jahr 2010 128 Delikte gezählt. Dies entspricht exakt dem Wert, der bereits schon 2008 erreicht wurde. 2009 gab es zuletzt nur 111 Ladendiebstähle.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Den Vermögens- und Fälschungsdelikten sind alle Arten des Betrugs, Unterschlagung und Fälschungsdelikten zu zuordnen.

Wie bereits im Gesamtüberblick angemerkt, ist dieser Bereich mit einer deutlichen Steigerung von 71 Fällen (+ 39,4 %) auf dem Vormarsch. Internet-Betrüger lassen sich fast ständig neue Methoden und Maschen zum Online-Betrug einfallen. Gerade in diesem Segment sind die Täter oft weltweit aktiv und daher Ermittlungserfolge selten.

Den größten Anteil nehmen dabei aber der sogenannte Warenbetrug und Warenkreditbetrug ein.

Der Täter bestellt sich, meistens im Internet, Waren mit der Absicht, diese nie zu bezahlen. Das geschädigte Unternehmen bleibt dann oft auf dem Schaden sitzen. Man spricht dann von einem Warenkreditbetrug.

Beim Warenbetrug ist es umgekehrt. Der Verkäufer, oftmals eine Privatpersonen, die einen Artikel über eine Online-Auktion kaufen möchte, erhält die gewünschte Ware trotz Zahlung nicht.

Mit 83 Fällen zu 56 im Vorjahr hat diese Art der Betrüge um 48,2 % zugenommen.

Betäubungsmittelkriminalität

Die Betäubungsmittelkriminalität zählt zwar formell zu den strafrechtlichen Nebengesetzen, muss aber wegen seiner Bedeutung einzeln betrachtet werden. Schließlich führt bei den meisten Tätern die Drogensucht zu weiteren Straftaten, was hinlänglich als Beschaffungskriminalität bekannt ist.

Im Jahr 2010 ist erstmals mit nur 58 Straftaten ein etwas stärkerer Rückgang zu erkennen. Wenn gleich die Straftaten zurückgegangen sind, konnten jedoch fast alle Verfahren mit einem Ermittlungserfolg beendet werden. Die Aufklärungsquote betrug 96,6 %. Dies entspricht 56 geklärten Fällen.

Jugendkriminalität

Statitstische Ausarbeitungen können grundsätzlich Einblick in einen Kriminalitätsbereich, wie in diesem Fall der Jugendkriminalität, ermöglichen. Bezogen auf einen eingeschränkten regionalen Bereich wie einer einzelnen Polizeiinspektion und einem nur kurzen zeitlichen Betrachtungsrahmen, ist es jedoch schwierig, allgemeingültige Aussagen zu treffen. Abgesehen davon, darf nicht unerwähnt bleiben, dass eine Statistik Einzelschicksalen, sei es von Opfern oder jugendlichen Tätern, nie gerecht werden kann.

 

Jettenbach - Gefährliche Körperverletzung nach Disco-Veranstaltung

Am 12.06.10, gegen 03.30 Uhr, kam es im Anschluss an eine Disco-Veranstaltung in Jettenbach zu einer Auseinandersetzung, die sich unterhalb der naheliegenden Innbrücke verlagerte und in eine blutige Tätlichkeit ausartete.

Eine größere Anzahl von Angehörigen einer Motorradgruppierung griff eine Gruppe Heranwachsende aus Jettenbach und Waldkraiburg an. Es kam zu einer wilden Rangelei, wobei bis heute der Auslöser der Auseinandersetzung nicht zweifelsfrei feststeht. Aus diesem Gerangel heraus entwickelte sich eine Verfolgungsjagd, bei deren Verlauf drei Heranwachsende im Alter von 17 bis 20 Jahren auf der Flucht waren. Zwei gelang es sich zu verstecken, wobei der 19-Jährige von seinen „Häschern“ doch erwischt wurde und mit einem Ast heftig verprügelt wurde. Zeugen sprachen sogar davon, dass auch Schüsse zu hören waren. Dies bestätigte sich später auch. Die Ermittler konnten verschossene Hülsen einer Schreckschussmunition auffinden.

Waldkraiburg, Gemeindeteil Niederndorf - Angriff auf Hausbewohner

Am 18.11.10 wurde ein Hausbewohner gegen 21:30 Uhr von einem unbekannten Mann an seiner Haustüre mit einem Schlagstock angegriffen und leicht verletzt.

Als ein 60-jähriger Hausbewohner aus der Dahlienstraße auf Läuten die Haustüre öffnete, sah er sich einen dunklen bis schwarz gekleideten Mann gegenüber. Das Gesicht des Mannes war mit einer schwarzen Sturmhaube mit Mund- und Sehschlitzen verhüllt, in einer Hand hielt er einen Schlagstock.

Waldkraiburg - Junges Diebes-Trio auf großer Tour

Am 27.12.10 gegen 15.45 Uhr meldete der Detektiv eines Waldkraiburger Supermarktes, dass er soeben drei Mädchen beim Ladendiebstahl ertappt habe. Wie der Detektiv weiter mitteilte, räumte das Trio in einer ersten Befragung ein, auch in anderen Geschäften „tätig“ gewesen zu sein. Ein selbst für erfahrene Polizeibeamte außergewöhnliches Bild bot sich, als die drei Mädchen (im Alter von 13, 15 und 17 Jahren) das gesamte Diebesgut präsentierten. Mehr als 100 Teile, überwie- gend kosmetische Artikel, kamen zum Vorschein, als die Taschen geleert wurden. Letztlich gab das Trio zu, in insgesamt vier Geschäften in der Waldkraiburger Innenstadt „unterwegs gewesen“ zu sein. Der Wert der entwendeten Gegenstände betrug mehrere hundert Euro.

Waldkraiburg „Weißer Hirsch“ - Großbrand verursacht Millionenschaden und „schulfrei“

Am 16.03.10, um 01.20 Uhr, wurde ein Brand in einem Gebäudekomplex mit Gaststätte, Nachtclub, Spielhalle und Videothek im Ritter-von-Gluck-Weg gemeldet. Das Gebäude, welches in der Bevöl- kerung wegen einer dort ehemals eingerichteten, legendären Gaststätte noch immer als „Der weiße Hirsch“ bezeichnet wird, stand kurze Zeit später in Vollbrand.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Waldkraiburg

Rubriklistenbild: © dpa

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