"Piraten": Auch in Bayern im Aufwind

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Sieht seine Partei auch im Freistaat im Aufwind: Stefan Körner, Landesvorsitzender der Piratenpartei.

Waldkraiburg - Seit der erfolgreichen Berlin-Wahl ist für die "Piraten" alles anders. Jetzt war der Landesvorsitzende beim Partei-Stammtisch in Waldkraiburg.

Bei den Mitgliedern wie in den Umfragen haben die "Piraten" bundesweit mächtig zugelegt. Sechs Prozent wurden ihnen von den Demoskopen zuletzt in Bayern zugetraut. Landesvorsitzender Stefan Körner freut sich drüber und witzelt beim Stammtisch der Partei in der Gaststätte Zappe in Waldkraiburg: "Der Laptop- und Lederhosen-Slogan der CSU trägt Früchte."

Dabei wollen sich die "Piraten" nicht auf die Kernthemen Urheberrecht und Datenschutz reduzieren lassen. Ihr Anspruch ist ein anderer, der Weg zu einer Partei, die programmatisch breit aufgestellt ist, aber mühsam und weit. Vor allem, wenn die Meinungsbildung und Entscheidungsfindung basisdemokratisch sein soll, was im Selbstverständnis der Partei einen wesentlichen Unterschied zur Konkurrenz ausmacht.

Für die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen haben die "Piraten" Kritik geerntet. Zur Abschaffung der Studiengebühren sammeln sie Unterschriften für ein Volksbegehren. Die Partei sei für Europa, so Körner, bemängle aber die geringe demokratische Legitimation europäischer Institutionen. Auch für eine Liberalisierung von Drogen setzt sich die Partei ein. "Zu vielen Politikfeldern haben wir noch keine Positionen", muss der Vorsitzende allerdings einräumen.

Die Hochburgen der politischen Freibeuter in Bayern sind München oder Erlangen mit ihren IT-affinen Bevölkerungsgruppen. (Junge) Männer prägen das Bild der Partei, deren Mitglieder noch vor kurzem einen Altersdurchschnitt von 31 Jahren hatten. Mit den Neueintritten verändere sich die Altersstruktur aber tendenziell nach oben, auch der Anteil der Frauen steige, sagt der Vorsitzende des mit über 4000 Mitgliedern stärksten Landesverbandes der "Piraten". Die 5000er-Marke könnte bis Jahresende errecht werden, glaubt der 43-Jährige.

Noch viel zu tun ist bei den Strukturen. Gerade einmal zwölf Kreisverbände gibt es im Freistaat, weitere seien in Planung. In den Landkreisen Altötting und Mühldorf, mit jeweils etwa zehn Mitgliedern, steht das derzeit nicht auf der Agenda. Mindestens vorläufig bleibt es bei Stammtischen wie in Waldkraiburg, wo ein gutes Dutzend Aktivisten und Interessierte aus den beiden Landkreisen sowie aus Traunstein zusammen gekommen ist.

Neben der Landtagswahl will die Partei ebenso zu den Bezirkstagswahlen antreten. Maximilian Weißl aus dem Landkreis Altötting strebt eine Kandidatur an und hofft, 2014 auch eine Kreistagsliste auf die Beine zu stellen. Laut Hans-Peter Rotter soll dies auch im Landkreis Mühldorf versucht werden.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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