Olympische Atmosphäre

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Günter Zahn - Jahre später noch mal im Olympiastadion.

Waldkraiburg - Vom Glanz der Olympischen Spiele 1972 in München fiel auch ein kleines Stück auf Waldkraiburg. Günther Zahn vom Leichtathletikzentrum entzündete die Flamme.

Günther Zahn, Mittelstreckler vom Leichtathletikzentrum Waldkraiburg entzündete das olympische Feuer im Stadion und einige erfolgreiche Athleten bereiteten sich in der Stadt auf die Spiele vor.

Zu ihnen zählte der Geher Bernd Kannenberg, den bis zum Sommer 1972 nur die Insider dieser Randsportart kannten. Über die 50-Kilometer-Strecke holte der Bundeswehrsoldat eine der 13 Goldmedaillen für die Mannschaft der Bundesrepublik und wurde dafür vorzeitig zum Hauptfeldwebel befördert. Auf Olympia bereitete sich Kannenberg mit mehreren anderen deutschen und britischen Spitzenathleten, darunter der Weltrekordhalter über 50 Kilometer, Nermerich aus Frankfurt, auch bei einem Lehrgang in Waldkraiburg im Mai 1972 vor. Im Haus Sudetenland waren die Athleten untergebracht.

Zu Edelmetall hat es Günther Zahn nicht gebracht. Und trotzdem ist der Mittelstreckenläufer aus Passau, der damals im frisch gegründeten Leichtathletikzentrum (LLZ) Südbayern in Waldkraiburg trainierte und unterstützt wurde, eines der "Gesichter" dieser Spiele. Als letzter der 5976 Fackelläufer entzündete er bei der Eröffnungsfeier am 26. August 1972 die olympische Flamme im Münchner Stadion. Der damals 18-Jährige holte insgesamt 23 deutsche Meistertitel über die Mittel- und Langstrecken.

Gute Stimmung herrschte bei den niederländischen Schwimmern, die sich ebenso wie die britische Mannschaft im Waldbad auf die Spiele in München vorbereiteten.

Für das größte Aufsehen in der Stadt sorgten freilich Olympioniken, die sich im August im Waldbad vorbereiteten. "Die Waldkraiburger können unmittelbare Zeugen werden, wie Gold-, Silber- oder Bronzemedaillen gemacht werden", schrieb damals die Zeitung in der Ankündigung eines Trainingslagers der britischen und der niederländischen Schwimm-Nationalmannschaften. Diese hatten das brandneue Waldbad bei einem Schwimm-Länderkampf im Jahr davor kennen und schätzen gelernt. Fernab der Hektik in München, aber unter besten Bedingungen konnten sich die Athleten im 50-Meter-Sportbecken auf die Wettkämpfe vorbereiten.

Residiert hat die britische Mannschaft im Hotel Brosch. Mit dabei war auch die jüngste Olympia-Teilnehmerin, die erst 13-jährige June Green. Als aussichtsreiche Medaillen-Kandidaten werden mehrere britische Schwimmer gehandelt. Doch nur der Schotte David Wilkie kann das Training in Waldkraiburg "versilbern". Über 200 Meter Brust wurde er Zweiter.

Ähnlich aussichtsreich gehen die holländischen Schwimmerinnen in die Spiele. Vor allem der 17-jährigen farbigen Enith Brigitha werden große Chancen eingeräumt. Doch erst vier Jahre später wurden diese Träume in Montreal wahr.

Auch Brigitha bereitet sich mit 20 anderen jungen Athletinnen und Athleten im Waldbad vor. Die Stimmung ist trotz des harten Trainings, das schon um 8 Uhr beginnt, bestens bei den beiden Teams.

Nach über einer Woche Aufenthalt verabschieden sich die Gäste mit dem Versprechen wiederzukommen. Und die Waldkraiburger Gastgeber versichern ihnen, nicht nur für die deutschen Sportler, sondern auch für die Briten und Niederländer die Daumen zu drücken.

Wie sehr das Olympia-Fieber die Waldkraiburger erfasst hatte, zeigt auch eine Ausstellung über die Münchner Wettkampfstätten im Zappe-Saal. Zu der Veranstaltung, bei der an einem Wochenende im Mai ein Modell des Olympia-Geländes zu sehen ist und Karten für Wettkämpfe verlost werden, wurden nicht weniger als 5000 Besucher erwartet.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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