Niklas Renner ist Bayerns bester Sänger

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Es ist unschwer zu erkennen, für welchen Verein das Sportlerherz von Niklas Renner schlägt. Doch in nächster Zeit steht erst einmal das Singen ganz oben auf der Tagesordnung.

Waldkraiburg - Als seine Mutter die CD einschickte, rechnete sie nicht mit einem Erfolg. Doch dann belegte ihr elfjähriger Sohn beim Wettbewerb "musica Bavariae" den ersten Platz.

Jetzt ist er die "Engelsstimme" bei Enrico de Parutas "Heiliger Nacht".

Noch schwankt Niklas Renner, ob er später einmal als Sänger, Schlagzeuger oder Fußballer Karriere machen wird. Aktuell sieht es aber so aus, als ob er als Sänger ganz gute Karten hat. Schließlich wurde er bei dem Gesangswettbewerb "musica Bavariae" unter 430 Bewerbern ausgewählt und ist in diesem Jahr die "Engelsstimme".

Das heißt, er wird Enrico de Paruta bei seiner Weihnachtstournee "Heilige Nacht" begleiten. Dank Niklas' Titel wird die Veranstaltung auch erstmals in seiner Heimat Waldkraiburg stattfinden. Zusammen mit dem Pfarrverband wird die "Heilige Nacht", die Weihnachtslegende von Ludwig Thoma, am Samstag, 3. Dezember, um 19.30 Uhr in der Christkönigskirche präsentiert.

Niklas Renner kommt aus einer musikalischen Familie. Mutter Agathe Renner ist Lehrerin an der Sing- und Musikschule Waldkraiburg und auch seine beiden Schwestern Simone und Kathrin spielen Instrumente. Der elfjährige Niklas spielt Schlagzeug und war schon als Vierjähriger im Kinderchor mit dabei.

Im Mai trat er als Kasperl bei der Kinderoper der Musikschule auf und begeisterte die Zuschauer sowohl durch seinen Gesang, aber auch durch seine Gestik und Mimik.

Da reifte in seiner Mutter erstmals der Plan, die Stimme ihres Sohnes entsprechend ausbilden zu lassen. Ihre Schwester schickte ihr dann ein Plakat, mit dem nach den "Engelsstimmen 2011" gesucht wurde. In dem Tonstudio von Volker Thomas wurden das erforderliche Volkslied sowie "Stille Nacht" eingespielt und auf CD aufgenommen.

Danach hieß es sich erst einmal in Geduld zu üben und zu warten. Aus rund 430 Bewerbern kamen erst einmal 50 in die engere Auswahl und von denen wurden zehn Kinder ausgewählt, die zum Vorsingen nach München eingeladen wurden. Unter ihnen war auch Niklas. Am 24. Juli machten er und seine Mutter sich auf nach München, wo Niklas im Sophiensaal sein Können unter Beweis stellen musste. Um 11.30 Uhr war sein Auftritt. Vorher hatte der Elfjährige die Möglichkeit, sich einzusingen und dann musste er sich der neunköpfigen Jury stellen. Erst sei er gar nicht aufgeregt gewesen, doch war er "schon sehr angespannt". Ganz alleine ohne Begleitung trug er das norwegische Volkslied vom "Wilden Wassermann" vor.

Dabei überzeugte er bereits mit seinem lyrischen Knabensopran, einer treffsicheren Intonation und souveräner Bühnenpräsenz, wie es in der Begründung hieß.

Bei "Stille Nacht" wurde er von Jurymitglied Thomas Rebensburg begleitet. Das fiel ihm dann schon leichter, erinnert sich Niklas.

Danach wurde er von der Juryvorsitzenden Carolin Reiber nach draußen begleitet. Sie meinte, dass es schon ein Erfolg sei, wenn man unter den zehn Besten Bayerns sei. Für die Renners stand dann wieder Warten auf dem Programm, denn das Ergebnis sollte erst zwei Tage später bekannt gegeben werden. Doch noch am Sonntag erreichte sie die E-Mail von Enrico de Paruta. Darin teilte er mit, dass Niklas einer der Preisträger beim achten Gesangswettbewerb musica Bavariae sei.

Da war die Freude natürlich schon sehr groß. Sie wurde aber noch gesteigert, als dann klar wurde, dass Niklas Renner den ersten Platz belegt hatte. Diese Platzierung ist mit einem Preisgeld von 2500 Euro verbunden, das zu gleichen Teilen zweckgebunden für die musikalische Weiterbildung der Preisträger und deren Schulen oder Musikschulen verwendet werden muss.

Da Niklas Renner in die Chorklasse der Realschule geht, war klar, dass ihr auch dieses Geld zukommen wird. Ab September bedeutet diese Auszeichnung aber auch vielfältige Verpflichtungen. So wird akribisch die Weihnachtstournee für die "Heilige Nacht" vorbereitet. Da sind viele Wochenenden bereits verplant. Erst einmal steht jetzt aber in den Ferien "Ausspannen" auf dem Programm. Schließlich lockt das Waldkraiburger Ferienprogramm mit seinem vielfältigen Angebot.

Das Engagement als Engelsstimme bedeutet für den elfjährigen Niklas Renner, dass er beim Fußball jetzt erst einmal kürzer treten muss. Schließlich ist da ja auch noch die Schule, die bewältigt werden muss. Und im kommenden Jahr, da ist sich Niklas Renner sicher, wird er fußballerisch wieder angreifen können. Die Fußballerkarriere soll ja nicht ganz aus den Augen verloren werden.

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser