Kriminalität: Konstant niedriges Niveau

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Die Zahl der Straftaten hat sich im Bereich der Polizeiinspektion seit drei Jahren auf einem Niveau von weniger als 1500 eingependelt. Das geht aus der Polizeistatistik hervor.

Waldkraiburg - "Die Zahlen zur Kriminalität haben sich auf einem niedrigem Niveau eingependelt", so Georg Marchner, Leiter der Polizeiinspektion Waldkraiburg.

Im dritten Jahr nacheinander weist das Zahlenwerk weniger als 1500 Straftaten für den PI-Bereich aus. Nach 1450 im Jahr 2009 wurden im vergangenen Jahr 1446 Straftaten im Bereich der PI bekannt, davon 1224 im Stadtgebiet. Auch da ist die Tendenz erneut leicht rückläufig. Was die Häufigkeit von Straftaten angeht (51 pro tausend Einwohner), liegt Waldkraiburg leicht über dem bayerischen Landesdurchschnitt, aber erneut zum Teil deutlich unter den Zahlen vergleichbarer Städte.

879 Straftaten im Bereich der PI konnten aufgeklärt werden. Das entspricht einer Quote von 60,8 Prozent (2009: 60,1).

Wie aus der Statistik hervorgeht, die Marchner mit seinem Stellvertreter Markus Steinmaßl präsentierte, liegt ein Schwerpunkt der Kriminalität - wie in den Vorjahren auch - bei den Diebstählen. Allerdings ist deren Zahl von 551 weiter zurückgegangen, auf 513. Die Aufklärungsquote betrug fast 40 Prozent. Erstmals seit 2007 gab es wieder mehr Diebstähle von Mopeds und Krafträdern, nämlich 20 (2009: 10). Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging von 22 auf 19 Fälle zurück, die Zahl der Ladendiebstähle erreichte wieder den Wert von 2008 (128).

Tötungsdelikte gab es 2010 nicht. Eine positive Entwicklung zeichnet sich bei Raubdelikten ab. Deren Zahl sank auf die Hälfte. Und alle sieben Fälle wurden aufgeklärt.

Negativ ist dagegen die Entwicklung bei den Körperverletzungen nach einem vergleichsweise günstigen Wert 2009 (28). Die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen stieg wieder auf das Niveau der Vorjahre an, auf 44. Geringfügig höher als 2009 ist die Zahl der leichten Körperverletzungen (114).

Ein Bereich der Kriminalität, der der Polizei - auch in Waldkraiburg - immer mehr zu schaffen macht, ist der Betrug via Internet. Straftäter lassen sich immer neue Methoden einfallen und sind oft weltweit aktiv. Selten gibt es Ermittlungserfolge. Häufige Delikte sind der Warenkreditbetrug, bei dem Täter im Internet Waren mit der Absicht bestellen, sie nie zu bezahlen, und der Warenbetrug, bei dem Käufer, die einen Artikel über eine Online-Auktion erwerben möchten, trotz Zahlung die Ware nie erhalten. Um fast 50 Prozent hat die Zahl der Fälle auf 83 zugenommen. Marchner erwartet in den nächsten Jahren weitere Steigerungen.

Die Zahl der Sachbeschädigungen ist leicht zurückgegangen (von 211 auf 204), dagegen erfasste die Polizei wieder mehr Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen, die mit 93 wieder das Niveau von 2008 und 2007 erreichten (2009: 69).

Positiv ist aus Sicht der Polizei auch die Tatsache, dass der Anteil von Minderjährigen an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen erneut leicht gesunken ist. Von 710 Tatverdächtigen, die 2010 die 879 aufgeklärte Straftaten begingen, sind nur 33 Kinder (2009: 36) und 85 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren (2009: 107). Eine befriedigende Erklärung dafür haben Steinmaßl und Marchner nicht.

hg/Mühldorfer Anzeiger

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