Neugestaltung sprengt Kostenrahmen

Waldkraiburg - Ein Jahr nach der Fertigstellung der Tiefgaragen-Sanierung und der Neugestaltung des Sartrouville-Platzes wurde bekannt, dass die Arbeiten 120.000 Euro teurer sind als geplant.

Die Maßnahme überschreitet den vom Stadtrat gebilligten Kostenrahmen um 120.000 Euro. 2,515 Millionen Euro hatte der Stadtrat im Mai 2009 gebilligt. Schon damals war der Kostenrahmen angehoben worden. Das ist jetzt, da alle Rechnungen des Hauptauftragnehmers, der Firma Swietelsky, eingegangen sind, noch einmal notwendig - um 120.000 Euro, auf dann 2,635 Millionen Euro. Gestartet war man vor Jahren mit einem Rahmen von 2,265 Millionen Euro.

Ein Vertreter des Ingenieurbüros Haumann & Fuchs erläuterte im Bauausschuss die Überschreitungen und die zusätzlichen Maßnahmen, die notwendig geworden waren. Im Bereich der Neugestaltung des Platzes sind Mehrkosten bei der Kiestragschicht (rund 10.000 Euro), bei der Brunnenanlagentechnik (10.000), bei den Tiefgaragen-Überdachungen und -Abgängen (14.000), bei der Effektbeleuchtung der Möblierung und der Kennzeichnung und Beleuchtung der Treppenabgänge (6000) entstanden. Die Instandsetzung und Abdichtung des Tiefgaragenbauwerks verteuerte sich aufgrund der verlängerten Bauzeit und Baustelensicherung (10.000) und zusätzlichen Abdichtungsmaßnahmen (22.400), die man nicht vorab habe erkennen können.

Nicht geplant, aber aufgrund des Zustands zwingend erforderlich war demnach die Sanierung und Verbesserung der Entwässerung des Bauwerks (unter anderem neuer Anschluss an Hauptkanal mit Rückstausicherung, Austausch des Regenrohr-Syfons und Ersatz der Abwasserhebeanlange). Die Kosten hierfür summierten sich auf 44600 Euro. Inklusive Baunebenkosten ist damit eine Gesamtsumme von 120.000 Euro aufgelaufen.

Dass die Kommunalpolitik die negativen Überraschungen leid ist, machte Bürgermeister Siegfried Klika deutlich. Positiv bewertet er das Ergebnis der Maßnahme insofern, dass die Tiefgarage "jetzt wirklich dicht ist". Das habe sich im Winter und bei Regenereignissen gezeigt.

Von einer "unendlichen Geschichte" sprach Anton Sterr. Die Ausführungen des Ingenieurs nannte er plausibel. Nach seinen Worten zeigt sich, dass die Tiefgarage schon bei der Erstellung erhebliche Mängel aufgewiesen habe. Eine mangelhafte Wartung sei hinzu gekommen. "Das darf künftig nicht mehr passieren."

Wie Klika so begrüßt auch Sterr den Zuschuss aus der Städtebauförderung, die aufgrund der Errichtung von Kunstwerken und einer geänderten Gestaltung des Platzes möglich wurde. 372.000 Euro wurden gebilligt, Mittel, die nicht eingeplant waren, als die Maßnahme auf den Weg gebracht wurde. Bei Abzug dieser Förderung stimmt der tatsächliche städtische Aufwand mit 2,263 Millionen nahezu mit dem ersten Kostenrahmen überein. Dabei habe es gegenüber der ursprünglichen Planung wesentliche Verbesserungen (behindertengerechter Aufgang bei Raiffeisenbank) und gestalterische Aufwertungen, etwa bei der Brunnenanlage und der Beleuchtung, gegeben.

Trotzdem trauert Sterr den Millionen nach. "Gesamtkosten von über zwei Millionen. Das Geld könnten wir dringend woanders brauchen."

Der Bürgermeister wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass noch ein Beweissicherungsverfahren in Sachen Oberflächenbelag laufe. Erst wenn dies abgeschlossen ist, können die Kunstwerke aufgestellt werden.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © dpa

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