Neues Werk mit großem Potenzial

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Symbolischer Akt mit Signalcharakter: Mit dem Zerschneiden des Bandes eröffneten die Gesellschafter (von links) Christian Netzsch, Claudia Netzsch, Moritz Netzsch und Dr. Otto Max Schaefer das neue Werk für Dosiertechnik .

Waldkraiburg - Trotz Wirtschaftskrise blickt die Netzsch-Gruppe zuversichtlich in die Zukunft, nicht zuletzt dank innovativer Produkte etwa im Bereich der Dosiertechnik.

Gestern wurde für dieses neue Geschäftsfeld eine Fabrik in der Waldkraiburger Daimlerstraße eröffnet. In dem neuen Werk entstehen Geräte, Anlagen, Automaten zur Behälterentleerung und zum dosiergenauen Aufbringen von Dichtmitteln und Klebern. Netzsch-Dosiertechnologie kommt beim Bau von Windkraftanlagen oder Solaranlagen zum Einsatz, im Fahrzeug- und Automobilbau, in der Nahrungsmittel- und Pharmazieindustrie sowie in der Elektroindustrie.

Vor einem Jahr wurde die Dosiertechnik zum eigenen Geschäftsfeld in der Unternehmensgruppe aufgewertet. Damit einher ging auch die Entscheidung, am Standort Waldkraiburg ein neues Werk zu eröffnen. Aus der Insolvenzmasse eines Textilunternehmens wurde ein 6000 Quadratmeter großes Grundstück samt Halle erworben und zum Werk für Dosiertechnik umgebaut. Etwas mehr als eine Million Euro hat das Unternehmen dafür laut Felix Kleinert, Geschäftsführer der Netzsch Mohnopumpen GmbH in Waldkraiburg, ausgegeben. Die Gesamtinvestitionen für den Aufbau und die Positionierung des Geschäftsfeldes erreichen nach seinen Worten eine Größenordnung von drei Millionen Euro.

Rund 2500 Quadratmeter stehen für Produktion und Lager zur Verfügung, dazu kommen 500 Quadratmeter Bürofläche. Noch wird diese Kapazität nicht gebraucht. Doch die Zeichen stehen auf Expansion, wie Kleinert bei der Eröffnung des Werks deutlich machte. Mit einem Auftragsvolumen von rund drei Millionen Euro "sind wir deutlich über dem Budget unterwegs". Das engagierte Team von 20 Mitarbeitern wird von der Geschäftsfeld-Leiterin Marianne Weiss geführt. Diese habe das große Potenzial der Technologie der Exzenterschneckenpumpe für die Klebe- und Dichttechnik erkannt, sprach Kleinert seine Anerkennung aus.

Innerhalb der gesamten Netzsch-Gruppe stellt die Dosiertechnik noch eine sehr kleine Einheit dar. Im Geschäftsjahr 2008 erwirtschafteten weltweit etwa 2300 Mitarbeiter, davon fast tausend in Deutschland, nahezu 300 Millionen Euro. Im aktuellen Geschäftsjahr, das für Netzsch Ende Juni 2009 zu Ende ging, geht das Unternehmen von einem Umsatz-Minus von fünf Prozent aus. Diese Zahlen nannte Dr. Otto Max Schaefer, geschäftsführender Gesellschafter der Netzsch-Holding.

In Anbetracht der Lage des Maschinenbaus und der Weltwirtschaft sei er mit diesem Ergebnis "zufrieden", so Schaefer. Netzsch sei mit seinen drei Geschäftsbereichen Analysieren und Prüfen, Mahlen und Dispergieren sowie der Pumpentechnik, ein "kerngesundes Unternehmen" und auf allen Märkten führend vertreten. In den Wachstumsregionen wie Brasilien, China, Russland oder zuletzt Indien sei Netzsch "als Mittelständler Vorreiter".

Mit Ausnahme eines Werks in den USA sei es in der Gruppe zu keinem Abbau von Arbeitsplätzen gekommen, betonte der Gesellschafter, der sich zuversichtlich zeigte, dass das Familenunternehmen trotz eines "aus den Fugen geratenen Weltwirtschaftssystems" auch in Zukunft erfolgreich bestehen werde. "Das schwierigste Jahr liegt allerdings vor uns. Wir sind noch nicht durch."

Von einem Umsatzminus von etwa vier Prozent berichtete Felix Kleinert für die Netzsch Mohnopumpen GmbH, die einen Umsatz von 145 Millionen Euro macht. Die Krise treffe den Pumpenbauer am Standort Waldkraiburg in Deutschland und vor allem in Europa. In Waldkraiburg, wo etwas über 400 Mitarbeiter beschäftigt sind, wird kurz gearbeitet, laut Kleinert etwa einen Tag weniger pro Woche. Der Einkommensverlust beläuft sich nach seinen Worten auf 60 bis 80 Euro im Monat.

Landrat Georg Huber und Bürgermeister Siegfried Klika gratulierten zur Werkseröffnung und dankten den Gesellschaftern, die in schwieriger Zeit Geld in die Firma stecken. Netzsch sei ein Beispiel dafür, wie ein mittelständisches Familienunternehmen es schafft, durch schwierige Zeiten zu kommen, so Huber. Klika freute sich über die "Aufbruchstimmung" und darüber, dass ein lange leer stehendes Gebäude wieder der Industrieproduktion zugeführt worden sei.

hg/Mühldorfer Anzeiger 

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