Mit neuen Ideen in das nächste Jahr

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Bewährte Aktionen wie den Nachteinkauf im Sommer will Vorsitzender Willi Engelmann mit Unterstützung der Mitglieder fortsetzen. Neue Aktionen wie ein Oktoberfest-Samstag sind geplant.

Waldkraiburg - Die Aktionsgemeinschaft "Handel und Handwerk" geht mit vielen neuen Ideen in das nächste Jahr. Das wurde bei der Mitgliederversammlung deutlich.

Neben den bewährten Aktionen ist ein Oktoberfest-Samstag ebenso im Gespräch wie eine "Handwerkermeile" an einem verkaufsoffenen Sonntag.

Vier verkaufsoffene Sonntage und die "Blechnacht" im Juli stellte Willi Engelmann, alter und neuer Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft, in der Mitgliederversammlung in den Mittelpunkt seiner Rückschau, die insgesamt durchaus positiv ausfiel. Kein Glück hatten Einzelhandel und Gastronomie allerdings mit dem Wetter beim Nightshopping mit sieben Blaskapellen.

Viele Konflikte gab es im Zusammenhang mit den Terminen der verkaufsoffenen Sonntage: Zum 1. Mai meinte Engelmann zwar, rechtlich sei man da zwar auf sicherem Boden gestanden, schloss aber diesen Termin für die Zukunft aus. Wegen des gestrigen Volkstrauertages am 13. November, einem so genannten "stillen Tag", musste der Martinssonntag um eine Woche auf den 6. November vorverlegt werden.

Warum der verkaufsoffene Martinisonntag in Neuötting aber am 13. November abgehalten werden darf, das wollte Heidrun Krause wissen. "Wird da mit zweierlei Maß gemessen?" Eine Erklärung hat auch Engelmann nicht, möglicherweise mache der historische Markt aus Sicht der Genehmigungsbehörden einen Unterschied. "Waldkraiburg hätte den 13. November nicht bekommen", so der Vorsitzende, der sich über den erfolgreichen Martinssonntag am 6. November mit einem außerordentlich guten Besuch des Martinsumzugs freute.

Die Regierung erwarte schon jetzt ein detailliertes Konzept für die verkaufsoffenen Sonntage im kommenden Jahr, so Engelmann, der fürchtet: "Der Konflikt wird uns weiter begleiten. Wir brauchen den Rückhalt der Politik." Die "volle Unterstützung des Stadtrates" in dieser Angelegenheit sagte CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr zu. Es könne nicht sein, dass "irgendein Beamter festlegt, was ein überregional bedeutsames Ereignis ist". Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement sprach stellvertetende Landrätin Eva Köhr der Vorstandschaft aus.

Die hat auch im nächsten Jahr allerhand vor. Auch 2012 sollen vier verkaufsoffene Sonntage stattfinden, voraussichtlich am 18. März (Josefimarkt), am 6. Mai (Kunst und Komerz), am 21. Oktober (Mantelsonntag mit Autoschau), und 4. oder 11. November (Martinssonntag). Unterstützt wird erneut die Tombola für die Jugendarbeit des VfL Waldkraiburg.

Auch eine Blechnacht, voraussichtlich am Freitag, 29. Juni, soll es wieder geben. Wili Engelmann brachte zudem die Idee ein, einen Oktoberfest-Samstag Ende September zu veranstalten. Alle Geschäfte in der Innenstadt sollten dann blau-weiß dekoriert sein, Inhaber und Angestellte könnten in Tracht bedienen, vor den Geschäften Bierbänke aufgestellt werden. In der Versammlung wurde dieser Vorschlag sehr positiv aufgenommen. Auch eine Waldkraiburger Immobilienmesse im Haus der Kultur kann sich Engelmann gut vorstellen. Von Christoph Vetter kam die Anregung, einen der verkaufsoffenen Sonntage mit einer "Handwerkermeile" zu bereichern, um auch die Waldkraiburger Handwerksbetriebe stärker einzubeziehen.

Das Engagement der Aktionsgemeinschaft kostet Geld. Wie aus dem Bericht des Schatzmeisters Dr. Andreas Holzapfel hervorgeht, fielen 2010 Ausgaben in Höhe von fast 13000 Euro an. Bei Einnahmen von etwas mehr als 9600 Euro bleibt ein Minus von 3330 Euro. Das Vermögen des 62 Mitglieder starken Vereins sank damit zum Jahresende 2010 auf 8700 Euro.

"Eine Autobahn-Ausfahrt mit dem Namen "Waldkraiburg" oder "Waldkraiburg-Ampfing" ist uns wirklich wichtig", appellierte der Vorsitzende Engelmann an die Kommunalpolitiker, mit diesem Anliegen doch einmal Kontakt mit der Autobahndirektion aufzunehmen. "Damit die 5000 Unterschriften, die wir gesammelt haben, nicht umsonst waren." Die Geothermie könne neben dem Autobahn-Anschluss ein zweiter entscheidender Standortvorteil für Waldkraiburg sein. "Aber dieser Sechser im Lotto muss beim Endverbraucher ankommen", bat er die Stadtpolitiker, die Heizkosten so niedrig wie möglich zu halten, damit sich Leute in Waldkraiburg ansiedeln. "Wir müssen als Stadt wachsen." In anderen Städten wie Unterhaching habe sich die Hoffnung auf deutlich günstigere Heizkosten nicht erfüllt, so Engelmann.

Der Ausbau der Fernwärmeversorgung durch die Geothermie brauche noch Zeit, meinte dazu Anton Sterr. Im April 2012 könnte die Heizzentrale fertig sein. Im besten Fall ist nach seinen Worten ein Anschluss so genannter Vorranggebiete innerhalb von fünf Jahren möglich. Ein neuer Fernwärmeanschluss sei äußerst günstig. Elektromeister Peter Müller, der sich auch einen Anschluss der Betriebe im Gebwerbegebiet nördlich der Daimlerstraße wünscht, machte Sterr wegen der großen Entfernung zur Heizzentrale keine Hoffnung.

Engelmann erwartet sich von der Stadtverwaltung, insbesondere der Kämmerei eine intensivere Kontaktpflege zu Ministerien und Behörden, um Fördertöpfe auf zu tun. Sein Eindruck: Früher sei mehr genetzwerkt worden.

Als sehr positiv bewertet er die Entwicklung auf dem Kaufhallen-Gelände. "Das stärkt den Einzelhandel und die ganze Stadt."

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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