Nachwuchs bei den "Biobaggern"

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Landwirt Reinhold Sonderhauser hält das Büffelbaby für den Fotografen still. Dabei muss er sehr vorsichtig vorgehen, denn die Büffelmutter hat ihren Nachwuchs fest im Blick und wäre, falls nötig, jederzeit zur Verteidigung bereit.

Jettenbach - Nachwuchs bei den "Biobaggern" in Jettenbach: Am Wochenende hat Büffelkuh "Wilma" ein gesundes Kalb zur Welt gebracht, das sich schon gut in die Herde eingefügt hat.

Das Kälbchen kam überaschend früh. Eigentlich war mit der Geburt erst in einigen Wochen zu rechnen. Doch am Sonntag fand ein Mitglied der Kreisgruppe Mühldorf des Bund Naturschutz das Jungtier, bei dem die Nabelschnur noch nicht abgetrennt war. "Daraus schließen wir, dass das Kalb entweder am Samstag oder am Sonntag zur Welt gekommen ist. Wir haben den Geburtstag auf den Sonntag festgelegt", erklärt Gerd Ruchlinski, Vorsitzender der Kreisgruppe.

Ungefähr 40 Kilogramm wiegt das pechschwarze Kalb, das nun zur Herde des Bullen "Barny" und der Kühe "Wilma" und "Pebbels" stößt. Barny sei allerdings nicht der Vater, sagt Ruchlinski. "Wilma war schon trächtig, als sie nach Jettenbach kam." Die Gruppe des Bund Naturschutz muss den Namen des Vaters erst noch beim Züchter erfragen.

Bis das Jungtier vollständig ausgewachsen ist werden noch gut sieben Jahre vergehen. Geschlechtsreif werden Wasserbüffel allerdings schon mit zweieinhalb bis drei Jahren. Sie kalben aber nicht zwingend jährlich. Meist gibt es nur alle zwei Jahre Nachwuchs.

Das Büffelbaby ist wohlauf und quicklebendig. Es ist "zu Fuß ganz gut unterwegs", freut sich Ruchlinski. Das Kälbchen geht sich auch schon mit den älteren Tieren suhlen.

Das ist auch die eigentliche Aufgabe der Jettenbacher Wasserbüffel: Indem sie als "Biobagger" auf dem zirka zehn Hektar großen Areal neben dem Sportplatz große Suhlen auswalzen, helfen sie der Vermehrung der in Deutschland stark gefährdeten Gelbbauchunken auf die Sprünge. In den morastartigen Suhlen legen diese nämlich bevorzugt ihre Eier ab.

Der junge Wasserbüffel ist bereits fester Bestandteil der Herde, zu der sich die Tiere zusammengeschlossen haben. Bulle Barny hat in Jettenbach die Führung übernommen, was insofern bemerkenswert ist, als Bulle und Kühe aus unterschiedlichen Zuchten stammen.

Wasserbüffel sind in der Regel friedliche Tiere. Dennoch ist Vorsicht geboten im Umgang mit diesen Exoten in der oberbayerischen Weidelandschaft. Durch den massigen Körperbau und die Hörner können selbst harmlose Bewegungen, etwa um Fliegen von ihrem Kopf zu vertreiben, für Umstehende gefährlich werden. "Gerade wenn ein Kalb dabei ist, sollte man aufpassen. Die Herde fühlt sich für den Nachwuchs verantwortlich und verteidigt das Kalb", meint Ruchlinski.

Die Wasserbüffel sind nicht die einzigen Bewohner des großräumigen Areals in Jettenbach. Auch ganz gewöhnliche Rinder grasen dort - und verstehen sich ausgezeichnet mit den Wasserbüffeln. "Wir haben uns gefragt, ob sich die Büffel mit den Rindern zu einer gemeinsamen Herde zusammenschließen", erzählt Gerd Ruchlinski. Doch so weit ging die Gemeinsamkeit der Tiere dann doch nicht. "Schließlich können sie sich ja untereinander auch nicht vermehren." Da bleiben die Wasserbüffel dann lieber doch unter sich.

Einen Namen hat das Büffelbaby übrigens noch nicht. Den werden sich, womöglich in Form eines kleinen Wettbewerbs, die Kindergruppen des Bund Naturschutz aus Kraiburg und Mühldorf aussuchen dürfen.

mlo/Waldkraiburger Nachrichten

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