Mördan: "Ich mache Fortschritte"

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Nur für das Foto lehnt sich Mördan zurück. Der 23-jährige Waldkraiburger, um den es nach dem Rummel im vergangenen Sommer wieder ruhiger geworden ist, bastelt weiter an seiner Karriere und hofft, dass für ihn und seine Musik noch lange nicht Endstation ist.

Waldkraiburg - Über Nacht wurde er zum Internet-Star, trat in Radio und Fernsehen auf. Dann wurde es wieder ruhiger um den Waldkraiburger Rapper Mördan.

Was macht der junge Mann heute - fast ein Jahr, nachdem sein Video "Schatz, ich kann nicht mehr warten" auf der Internetplattform Youtube aufgetaucht ist?

Mördan weiß genau, wie oft sein Video "Schatz, ich kann nicht mehr warten" bereits angeklickt wurde: "5,6 Millionen Mal." Das ist sehr viel für einen vor allem regional bekannten Künstler. "Ich wüsste gern, wer das ausgelöst hat", sagt der 23-Jährige, "zuerst haben nur wenige das Video gesehen. Nach einer Woche waren es schon ein paar Tausend."

Unter seinem Pseudonym "Mördan" macht der gelernte Metallbauer schon seit 2006 Musik. Sein bürgerlicher Name war ihm zu gewöhnlich, deshalb legte er sich einen Künstlernamen zu. 2008 veröffentlichte er sein erstes Video auf Youtube zusammen mit seinem Cousin "Triple G". Zum Internetstar wurde er aber erst 2011 mit dem Lied "Schatz, ich kann nicht mehr warten", in dem er seinen Liebeskummer verarbeitet. Es folgten Interviews mit Zeitungen, Beiträge fürs Radio. "Eine Woche lang war ich jeden Tag im Fernsehen, aber sie haben immer das Gleiche gezeigt." In Waldkraiburg erkennen ihn immer noch Passanten: "Viele wollten Fotos oder Autogramme." Auf Youtube war die Resonanz allerdings nicht so gut, wie die hohen Klickzahlen vermuten lassen. Er habe eigentlich nur Kritik zu hören bekommen, sagt der Rapper mit einem Schulterzucken, vor allem, dass er keine Töne treffe. Obwohl ihn Kritik nicht treffe, sagt er, nehme er sie als Anreiz, seine Fehler auszubessern. "Ich singe nicht mehr, sondern rappe nur noch. Außerdem arbeite ich an meiner Technik und verbessere sie von Lied zu Lied."

Als Antwort auf seine Kritiker hat Mördan das Lied "Weil es mein Leben ist" geschrieben: Er sei durch die Angriffe auf ihn nur noch stärker geworden. Die ganze Wut rauszulassen habe ihm gut getan, sagt er. Man solle seine aktuellen Songs nicht immer mit den alten vergleichen. "Ich mache Fortschritte."

Für die letzten Videos und seine Internetseite engagierte Mördan Experten, um professioneller zu wirken. Jetzt brauche er sie nicht mehr, meint er mit einem Grinsen. Er mache alles allein.

Also schreibt er seine Texte ("Immer wenn mir was einfällt, und am Ende schau ich sie noch mal durch, wegen Grammatik und so."), nimmt sich selbst auf, verkauft seine Songs und "I Love MÖ"- T-Shirts im Internet. In diesem Jahr möchte er das Sortiment auf seiner Homepage um weitere Fanartikel erweitern.

Nach einigen Auftritten im letzten Jahr in Zusammenarbeit mit dem Label Sky Music hat Mördan diesen Vertrag aufgelöst und will sich in Zukunft auch um Konzerte wieder selbst kümmern. Momentan trete er nicht auf, sondern konzentriere sich auf das Songschreiben. Am 14. April veröffentlicht er sein neues Video - das Lied dafür ist im Entstehen. Der Fernsehsender VOX wird die Dreharbeiten begleiten und den Beitrag im Juni ausstrahlen. Und dann?

Mördans Traum ist ein richtiger Plattenvertrag. Mit oder ohne Label wird er weiter Lieder schreiben und vielleicht ein Album herausbringen. "Ich möchte noch viel mit meiner Musik erreichen", sagt er. "Wenn ich so weitermache, habe ich große Chancen, dass mein Name in zwei, drei Jahren ganz oben steht. Mich kennt ja schon jeder."

ber/Waldkraiburger Nachrichten

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