Stern verlässt Stadtmarketing GmbH

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Noch bis Ende Oktober ist der Schreibtisch im Rathaus Arbeitsplatz des Stadtmarketing-Geschäftsführers. Schon zum 1. November wird er dann seine neue Stelle in Nordhessen antreten.

Waldkraiburg - Fast sechs Jahre war er Geschäftsführer der Stadtmarketing GmbH. Ende Oktober wird Markus Stern die Aufgabe mit einer neuen Herausforderung in Nordhessen eintauschen.

Mit seinem Abschied ist auch eine Grundsatzdiskussion um künftige Schwerpunkte der Gesellschaft eröffnet.

Der Auftritt auf der internationalen Gewerbeimmobilienmesse Expo Real Anfang Oktober wird wohl das letzte große Waldkraiburger Projekt sein, an dem der Geschäftsführer federführend beteiligt ist. Es geht dabei darum, Investoren Waldkraiburg als Stadt mit hohem Wohn- und Freizeitwert und attraktiven Wirtschaftsstandort schmackhaft zu machen. "Wir müssen die Vorteile der Autobahn nutzen." Stern sagt "wir", auch als er auf weitere Vorhaben im nächsten Jahr verweist. Dabei wird er daran selbst nicht mehr mitarbeiten.

Der 49-Jährige wechselt zum 1. November als Geschäftsführer zu einer städtischen GmbH in einer Kurstadt in Nordhessen. Neben dem Stadtmarketing zählt die Vermarktung einer Therme zu seinen Aufgaben. Personalverantwortung für rund 80 Mitarbeiter sind laut Stern mit der neuen Stelle verbunden. Eine "berufliche Chance", die er nicht ausschlagen wollte, obwohl Waldkraiburg, wie er sagt, ihm nach wie vor am Herzen liege. "Sechs Jahre gehen nicht spurlos vorüber."

Anfang 2006 begann Stern als Gründungsgeschäftsführer mit dem Aufbau der hiesigen Stadtmarketing-Gesellschaft. Es sei gelungen, "aus dem Nichts" eine Institution zu entwickeln, die in der Stadt, bei städtischen Gremien und der Wirtschaft akzeptiert werde, so Stern. In seine Zeit als Geschäftsführer fällt der Aufbau eines städtischen Service Centers im Rathaus, das als Info- und Anlaufstelle für Bürger und Besucher Waldkraiburgs dient. Messeauftritte wurden konzipiert und organisiert. Zuletzt gab es auch Fortschritte bei der Weiterentwicklung des Einzelhandels in der Stadt, prominentes Beispiel ist das Fachmarktzentrum auf dem Kaufhallen-Areal. Nicht alles lief wie erhofft: Die Ansiedlung eines Hotels hätte er sich nach eigenem Bekunden einfacher vorgestellt. Denn der Bedarf sei sehr groß, sagt der scheidende Geschäftsführer, dessen Vertrag in Waldkraiburg sich von Jahr zu Jahr verlängerte.

Zwei Monate vor Ablauf scheidet er nun aus. "Wir bedauern den Abschied." Aber die Stadt lege Stern "keine Steine in den Weg", sagt Bürgermeister Siegfried Klika. Er stellt dem Geschäftsführer ein positives Zeugnis aus. Stern habe wichtige Aufbauarbeit geleistet und "ganz erstaunliche Erfolge erreicht". Erfolge, die sich für Klika etwa im Qualitätspreis niederschlugen, mit dem der Freistaat die wirtschaftsfreundliche Politik und bürgernahe Kommunikation der Stadt als vorbildlich bewertete.

Der Geschäftsführer war andererseits in der Stadt nicht unumstritten. Nicht nur daran, dass im Bereich Einzelhandelsansiedlungen über viele Jahre nichts vorangegangen war, entzündete sich Kritik. Kaufleute in der Innenstadt monierten ebenso wie Vertreter von Industrieunternehmen mangelnde Präsenz. Der Geschäftsführer verliere sich in zu vielen Einzelprojekten und -veranstaltungen, hieß es auch.

Das Stadtmarketing habe ein sehr breites Spektrum an Aufgaben, sagt Bürgermeister Klika. "Ein Geschäftsführer kann sich nicht zerreißen." Und: Die Kontaktpflege zu den großen Industriebetrieen sei Chefsache, also Angelegenheit des Bürgermeisters.

Diskussion um künftigen Zuschnitt der Gesellschaft

Daran soll sich nichts ändern. Eine Grundsatzdiskussion über Zuschnitt und Schwerpunkte der GmbH hält Klika aber für sinnvoll. Das Citymanagement werde sicher ein Baustein bleiben, auch die "Vermarktung Waldkraiburgs in der Außenwirkung". Denkbar ist für ihn zudem, dass das Stadtmarketing auch hinsichtlich "der Positionierung des Kulturprogramms in der Region" eine koordinierende Aufgabe übernimmt. Eine organisatorische Verbindung zwischen Kulturabteilung und Stadtmarketing, in der Vergangenheit schon einmal diskutiert, strebt er aber nicht an.

Innerhalb des ersten Halbjahres 2012 soll die Geschäftsführung wieder besetzt sein, stellt sich der Bürgermeister vor. Eine interne Besetzung schließt er nicht aus (siehe auch unten "Stimmen aus den Waldkraiburger Wirtschaftsverbänden").

hg/Mühldorfer Anzeiger

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