Mabroor Ahmed  erhält Stipendium

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Er findet immer Zeit, seinen Mitschülern zu helfen. Mabroor Ahmed, Schüler am Gymnasium Waldkraiburg, ist Stipendiat von "Talent im Land".

Ampfing/Waldkraiburg - Das bayerische Kultusministerium und die Robert-Bosch-Stiftung fördern 30 Schüler mit einem Stipendium. Mabroor Ahmed aus Ampfing ist einer von ihnen.

"Bildung ist der Schlüssel zur Integration", heißt es. Wer gut Deutsch spricht, einen Schulabschluss und eine Berufsausbildung hat, dem werden sich größere Chancen in Deutschland auftun. An diesem Punkt setzt das Programm "Talent im Land" des bayerischen Kultusministeriums und der Robert-Bosch-Stiftung an und fördert 30 Schüler mit einem Stipendium. Mabroor Ahmed aus Ampfing ist einer von ihnen. Diese Woche war der Festakt.

Nicht immer hört man es Mabroor Ahmed (15) ) an, dass Deutsch nicht seine Muttersprache ist. Seit seiner Geburt lebt der ruhige Junge in Deutschland, seine Eltern stammen aus Pakistan. Nicht er ist es, dem Mitschüler aufgrund seines Migrationshintergrunds bei Verständnisschwierigkeiten oder Hausaufgaben helfen. Er nimmt sich die Zeit für seine Mitschüler, hilft ihnen, wenn sie Probleme mit dem Lernstoff haben. Er engagiert sich als ZFU-Assistent (ZFU meint Zeit für Uns und ist ein Projekt am Gymnasium Waldkraiburg zur Förderung von Fähigkeiten wie Eigeninitiative oder Teamgeist). Darüber hinaus hat er sich auch schon beim Projekt "Jugend forscht" versucht.

Mit seinem Engagement hat er nicht nur die Lehrerin Liane Hiendlmeyer überzeugt, die ihn für das Stipendium vorgeschlagen hat. Als einer von 50 Kandidaten durfte er sich persönlich im bayerischen Kultusministerium vorstellen. Am Ende fällt die Wahl auch auf ihn. "Die Förderung ist sehr umfangreich und bietet mir auch die Möglichkeit, an politischen Diskussionen teilzunehmen", erzählt der Schüler der neunten Klasse nach der Urkundenverleihung. Als eine aufregende Situation empfand er den Festakt in München. Er lernte dort Kultusstaatssekretär Thomas Kreuzer und dessen Vorgänger und jetzigen Staatskanzleichef Dr. Marcel Huber kennen.

Dieser lobte die Integrationsleistung der Stipendiaten als "vorbildlich und entscheidend für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft". Die Stipendiaten würden zeigen, dass sich Engagement und Leistung lohnen - für den Einzelnen und für die Gesellschaft insgesamt. "Erfolgreiche Integration ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft und Bildung ist ein Schlüssel dazu."

Kultusstaatssekretär Kreuzer ergänzte: "Talent im Land versucht im Kleinen, was wir mit unserem Gesamtkonzept im Großen verfolgen: Bildungschancen zu eröffnen und Bildungsgerechtigkeit zu schaffen."

Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert- Bosch-Stiftung, sagte zur Aufnahme der neuen Stipendiaten: "Während die Sorge über einen drohenden Fachkräftemangel die aktuelle Debatte bestimmt, leisten wir uns gleichzeitig, dass in jedem Schülerjahrgang ein großes Potenzial an hoch Qualifizierten verloren geht, weil der Bildungserfolg nach wie vor stark von der sozialen Herkunft abhängt."

Dass die Redner die Stipendiaten und deren Leistungen in den Mittelpunkt stellten, gefiel Mabroor Ahmed. "Ich fühle mich geehrt, dass ich ausgewählt worden bin", sagt er. Auch seine Eltern seien stolz auf ihn. Direktor Joachim Hellwig freut sich, dass die Auswahl von Liane Hiendlmeyer sinnvoll umgesetzt wurde, und dass die Wahl schließlich auch auf Mabroor Ahmed fiel.

Über drei Jahre läuft das Stipendium. Dieses bietet ihnen ein umfangreiches Weiterbildungsangebot, das darauf abzielt, ihr Begabungspotenzial zu entwickeln. Auch finanziell gibt es Unterstützung. 100 Euro im Monat bekommt Mabroor Ahmed. Er weiß auch schon ganz genau, wie er das Geld sinnvoll einsetzt: "Ich spare es, um mir mein Studium damit zu finanzieren."

Chirurg möchte Mabroor Ahmed später werden - wie sein Onkel. Dessen Erzählungen, wie viel Spaß der Beruf macht, haben ihn überzeugt. Mit seinen sehr guten schulischen Leistungen ist er auf dem besten Weg, sich sein Ziel selbst zu erfüllen.

hi/Neumarkter Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser