LTE-Netzwerke sorgen für Funkstille

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Drahtlos-Mikrofone, wie sie Peter Maffay und viele andere Künstler bei ihren Gastspielen im Haus der Kultur benutzen, müssen für viel Geld umgerüstet oder durch neue Mikros ersetzt werden.

Waldkraiburg - Die Pläne der Mobilfunkbetreiber, Frequenzen im 800-Megahertz-Bereich für schnelleres Internet via Mobilfunk zu nutzen, werden teuer für Kongress- und Tagungshallen, Kulturhäuser und Theater.

Weil diese Frequenzen dann nicht mehr für Drahtlos-Mikros im Kultur- und Tagungsbetrieb zur Verfügung stehen, müssen die Funkmikros ersetzt oder umgerüstet werden. Auch das Haus der Kultur ist davon betroffen, wie Hansjörg Malonek, zuständig für den Veranstaltungsbereich, auf Anfrage bestätigt.

Die Bundesnetzagentur hatte die Frequenzen im 800-Megahertz-Bereich 2010 an einige Mobilfunkbetreiber versteigert. Die Drahtlos-Mikros, die diesen Frequenzbereich bis 2015 nutzen, fallen mit dem Auf- und Ausbau der LTE-Netzwerke Schritt für Schritt aus ihren Stammfrequenzen heraus. Schon im laufenden Jahr werden Störungen und Probleme erwartet.

Laut Hansjörg Malonek sind im Haus der Kultur zehn Funkmikros im Einsatz. Nur zwei lassen sich auf eine andere Frequenz einstellen. Die anderen müssten neu gekauft oder umgerüstet werden. Die geschätzten Kosten dafür liegen bei 6000 Euro.

Verbände wie die Inthega (Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen), der auch Waldkraiburg angehört, haben bereits Alarm geschlagen und auf das Problem aufmerksam gemacht. Ob und in welchem Umfang Entschädigungen des Bundes bei den Mikro-Nutzern ankommen, ist derzeit aber unklar.

Nach Expertenschätzungen müssen bundesweit rund 630.000 Mikros ersetzt werden. Bis zu drei Milliarden Euro könnte das kosten.

hg/Mühldorfer Anzeiger

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