Schulschwimmen bald in Waldwinkel?

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Erfüllt die Schulnorm: das Hallenbad im Berufsbildungswerk Waldwinkel, das als Schulschwimmbecken reaktiviert werden könnte. Maximal 150000 Euro würde es kosten, das Bad betriebsbereit zu machen.

Waldkraiburg/Aschau - Ein Schulschwimmbecken für die kalten Jahreszeiten rückt in greifbare Nähe. Das Hallenbad in Waldwinkel ist für den Zweck geeignet.

Seit Längerem bemühen sich Schulamt und Kommunen um ein Schulschwimmbecken für die Herbst- und Wintermonate. Wie Bürgermeister Siegfried Klika jetzt im Ferienausschuss mitteilte, zeichnet sich eine finanzierbare Lösung ab: Das Hallenbad in Waldwinkel ist für diesen Zweck geeignet und soll reaktiviert werden.

Die Nachrichten über die hohe Zahl an Nichtschwimmern im Kinder- und Jugendalter insbesondere in Waldkraiburg hat die Kommunalpolitiker aufgeschreckt. Seit Längerem bemüht sich die Stadt in Abstimmung mit der Nachbargemeinde Gemeinde Aschau und mit Unterstützung des Schulamtes darum, ein Schulschwimmbecken insbesondere für Schwimmkurse anzubieten. Mehrere Alternativen wurden geprüft und wieder verworfen. Sogar eine eigene Waldkraiburger Schulschwimmhalle war im Gespräch. Diese Vision möchte Bürgermeister Klika zwar nicht aus den Augen verlieren. Vorerst ist sie aber nicht realisierbar.

Dagegen zeichnet sich in Kooperation mit dem Berufsbildungswerk Waldwinkel (BBW) eine andere zeitnahe und finanzierbare Lösung ab, so der Bürgermeister. Auch der Landkreis habe mittlerweile signalisiert, dieses Vorhaben zu unterstützen. Gemeinsam mit dem BBW wollen die Kommunen das dortige Hallenbad wieder reaktivieren. Anders als das Peters-Bad in Waldkraiburg, das für Kinder-Schwimmkurse zu tief ist, bietet das stil gelegte Hallenbad in Waldwinkel die notwendigen Voraussetzungen.

Die Kosten für die Inbetriebnahme könnten sich Stadt, Gemeinde Aschau, das Berufsbildungswerk und der Landkreis zu je einem Viertel teilen, so das Finanzierungskonzept laut Klika. Für die Stadt Waldkraiburg werde diese Lösung damit nicht teurer kommen als das Peters-Bad, das bislang mit finanzieller Unterstützung der Stadt in der kalten Jahreszeit für Schulen und Vereine zur Verfügung stand.

Die Vorbereitungen für die Reaktivierung des Bades in Waldwinkel sind weit gediehen, bestätigen Johannes Steckermeier, Verwaltungsleiter Finanzen im BBW, und Pater Bernhard Stiegler, Direktor der Salesianer Don Boscos in Waldwinkel. Das Bad, das Ende der 70er-Jahre in Betrieb genommen wurde, erfüllt die Schulnorm, betont Steckermeier. Das Becken ist 16,75 Meter lang, acht Meter breit und zwischen 90 Zentimeter und 1,80 Meter tief.

2003 wurde es aus Kostengründen und weil es von den Auszubildenden nicht mehr so gut angenommen wurde, geschlossen. Eine Umrüstung wäre damals notwendig gewesen. "Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, das Bad wieder zu aktivieren", sagt Pater Stiegler, der sich über die neue Entwicklung freut.

Auch für die Reaktivierung muss selbstverständlich Geld in die Hand genommen werden. Das BBW kalkuliert mit maximal 150000 Euro, so Steckermeier. Noch seien einige Dinge zu prüfen, denkbar sei also durchaus, dass man diesen Rahmen nicht ausschöpfen muss. Bei den laufenden Kosten rechnet er mit 12000 Euro im Monat bei durchgehendem Betrieb. "Wenn wir grünes Licht bekommen, dauert es drei bis vier Monate, bis das Bad geöffnet werden könnte."

Vor allem die Schulen würden davon profitieren, aber nicht nur sie. Wie früher könnten auch die Vereine in Waldwinkel wieder trainieren, Angebote wie Mutter-Kind-Schwimmen wären möglich. Bei der Gemeinde Aschau gebe es zudem Überlegungen, das Bad einen Tag am Wochenende für die Bevölkerung zu öffnen. Und auch interessierte Firmen könnten das Hallenbad für Sportprojekte für die Mitarbeiter zusammen mit Fitnessraum oder Turnhalle im BBW nutzen.

hg/Mühldorfer Anzeiger

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