Lösung am "runden Tisch"?

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Am Haus der Musik entzündete sich eine heftige Diskussion zwischen Liedertafel und Gemeinde.

Kraiburg - Die Liedertafel bleibt dabei: Sie ist nicht bereit, den von der Gemeinde geforderten Betrag von monatlich 100 Euro für die Nutzung des Hauses der Musik zu bezahlen.

Auch in der Jahreshauptversammlung im Sportheim wurde dieses Thema diskutiert.

Das Jahr 2010 zeigte wieder, dass der Männergesangverein vielfältige Aktivitäten unternommen hat. Chöretreffen, Mai-Andachten, Cäcilienkonzert und Jahresausflug waren Eckpunkte. Schriftführer Günther Opitz berichtete insbesondere über die erfreuliche Probenteilnahme und darüber, dass die Liedertafel Kraiburg derzeit immer noch 40 aktive Sänger hat und damit im weiten Umkreis wohl einzigartig ist.

Die Kassenberichte von Schatzmeister Robert Haider und Kneipwart Sepp Halmbacher zeigten zwar zufriedenstellende Finanzen, es wurde aber auch deutlich, dass das kleine Polster für Notenkäufe oder die Anschaffungen von musikalischen Anlagen und deren Erhalt unbedingt erforderlich ist. Vorstand Sepp Wimmer dankte den Sängern für das aktive und gesellige Miteinander und besonders Dirigent Edi Kästner, den beiden Fähnrichen Heini Herrmann und Herbert Mühlhauser, Notenwart Günther Legler sowie der Combo der Liedertafel.

Anschließend ging Vorstand Wimmer darauf ein, dass der Vorstand der Liedertafel schon seit 2007 versucht, einen schriftlichen Nutzungsvertrag für den Probenraum im Haus der Musik zu erhalten. Es scheiterte anfangs an Formulierungen zum Thema Fluchtweg. Der im Januar 2010 vereinbarte Nutzungsvertrag wurde nicht beschlossen. Im Juli 2010 kam von der Gemeinde die Nachricht, dass die Liedertafel für die Nutzung des Probenraumes im Haus der Musik einen Betrag von 100 Euro monatlich zu zahlen habe.

Dies wird vom Vorstand abgelehnt, vor allem im Hinblick und mit Begründung der erheblichen Vorleistungen, die 2006 erbracht wurden. Es wurde seither keine Einigung über einen schriftlichen Nutzungsvertrag erzielt.

Die Marktgemeinde hat sich nach den Worten von Bürgermeister Michael Loher mit einer vehement steigenden Verschuldung zu beschäftigen. Deshalb werden die Ausgabenstellen überprüft, um Einsparungen aufzeigen zu können.

Den Mitgliedern der Liedertafel leuchtet allerdings nicht ein, dass gerade sie ausgewählt wurden, einen monatlichen Obolus an die Gemeinde zahlen zu müssen. Der Vorstand wies auch darauf hin, dass dies in absehbarer Zeit der finanzielle Ruin des Vereins wäre. Edi Kästner, Dirigent der Liedertafel und Leiter des Kirchenchores von St. Bartholomäus, erläuterte und begründete, warum aus Sicht der Liedertafel die Zahlung eines Kostenbeitrages an die Gemeinde nicht einfach hingenommen wird. Er verwies beispielsweise darauf, dass bei der Einweihungsfeier des Hauses der Musik von einem kulturellen Fortschritt in der Marktgemeinde gesprochen wurde und die Liedertafel seit mehr als 160 Jahren eine tragende Säule im Kulturleben des Marktes ist.

Bürgermeister Michael Loher und der Dritte Bürgermeister Werner Schreiber, der ebenfalls in der Versammlung anwesend war, wurden aufgefordert, diesen Vorgang nochmals zu überdenken. Eine Lösung soll in einem Gespräch am "runden Tisch" gefunden werden.

Der Versammlung war der traditionelle Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Mitglieder vorausgegangen, den die Liedertafel musikalisch gestaltete.

ng/Waldkraiburger Nachrichten

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