Kinojahr leicht "verhagelt"

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5000 Zuschauer in elf Spielwochen: Der Film "Was weg is, is weg", den Regisseur Christian Lerch (rechts) mit seinem Team vor der historischen Marktkulisse in Kraiburg, in Waldkraiburg und Wasserburg gedreht hatte, war 2012 einer der größten Erfolge im "Cinewood". Sogar die Zuschauerzahlen in Münchner Kinos wurden dabei übertroffen.

Waldkraiburg - Auf ein durchwachsenes Kinojahr 2012 schaut das Waldkraiburger "Cinewood" zurück. Große Erfolge wechselten sich mit einem lauen Fußball-Sommer ab.

Großen Besuchererfolgen wie der französischen Kömodie "Ziemlich beste Freunde" und dem gleich vor der Haustür gedrehten "Was weg is, is weg" mit viel Publikumsnähe und Heimatcolorit steht auch ein Fußball-Sommer gegenüber, in dem die Besucherzahlen einbrachen.

Obwohl nur auf Platz zwei der Zuschauer-Rangliste 2012 (siehe Top Ten), sei die Filmkomödie von Christian Lerch "eigentlich unser größter Besuchererfolg", so Thomas Rahnert, Inhaber des Cinewood. 5.000 Zuschauer sahen diesen kleinen bayerischen Film, der in Kraiburg, Waldkraiburg und Wasserburg gedreht worden war, im Cinewood. Damit lag das Waldkraiburger Kino selbst vor den Kinos in München.

"Ziemlich beste Freunde" waren der Kassenschlager

Sogar 9.000 Besucher kamen zum Überraschungserfolg des Jahres, "Ziemlich beste Freunde". Die französische Komödie über ein ungleiches Paar hält auch bundesweit alle Jahresrekorde, beim Umsatz (fast 63 Millionen Euro) wie bei den Besucherzahlen (fast neun Millionen).

Die "besten Freunde" haben ihren Beitrag dazu geleistet, dass der Rückgang der Besucherzahlen in den deutschen Kinos "mit Sicherheit gestoppt ist", wie Thomas Rahnert sagt. Bundesweit wurden fast 117 Millionen Besucher gezählt, 2,5 Millionen mehr als 2011. Die Einnahmen stiegen von 868 Millionen auf 909 Millionen Euro. Zwar mussten wie schon 2011 auch im vergangenen Jahr viele kleinere Kinos schließen, doch insbesondere die neuen Techniken in der Filmpäsentation und die 3D-Technik wirkten sich nach Rahnerts Einschätzung positiv aus.

Fünf der acht Kinosäle im Cinewood sind darauf mittlerweile umgerüstet. Schon im Februar sollen auch die letzten drei Säle auf Digitaltechnik umgestellt werden.

Rahnert spricht von einem leicht "verhagelten" Kinojahr, meint damit aber nicht das Wetter, sondern die Auswirkungen der Fußball-EM, die den Kinos einen Einbruch der Besucherzahlen beschert habe, nicht zuletzt, weil kein Filmverleih in dieser Zeit nennenswerte Filme startete.

Die ein halbes Jahr andauernde Sperrung der Staatsstraße 2091 fiel laut Rahnert "nicht so sehr ins Gewicht wie befürchtet". Erst in den letzten zwei Monaten sei der Eindruck entstanden, dass die Besucher zum Teil der Umleitung überdrüssig wurden.

Neben dem aktuellen Programm gibt es im Cinewood einige Reihen, wie das Studiokino zusammen mit dem Haus der Kultur und das Nachmittagskino. Die gemeinsame Aktion mit dem Seniorenbeirat, dem Haus der Kultur und der Bar Bora-Bora habe sich etabliert und ein treues Stammpublikum. Bis zu 120 Zuschauer kommen zu den Vorstellungen. Beliebt seien auch die türkischen Filme in Originalfassung mit Untertiteln.

Open-Air-Kino vor dem Haus der Kultur?

Ein erster Testlauf mit Open-Air-Kino am Gasthaus Maier in Gallenbach/Taufkirchen mit den Filmen "Was weg is, is weg" und "Wer's glaubt, wird selig" verlief vielversprechend. 900 Besucher kamen an zwei Tagen. Eine Wiederholung ist 2013 geplant und als zweiter Spielort der Platz vor dem Haus der Kultur im Gespräch.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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