Kulturtage-Bilanz: Licht und Schatten

Waldkraiburg - Mit der Show „AutoAuto“ sind die Kulturtage 2009 zu Ende gegangen. Zeit für ein Fazit im Haus der Kultur. *Video: Fazit* *Video: AutoAuto*

Mehr als 2300 Besucher zogen die Waldkraiburger Kulturtage heuer laut Angaben aus dem Haus der Kultur an. Das sind deutlich mehr als vor zwei Jahren. Die vorläufige Bilanz fällt dennoch durchwachsen aus. Denn bei einigen Veranstaltungen blieb der Zuschauerzuspruch hinter den Erwartungen zurück.

Schauspiel und Musiktheater, eine szenische Lesung, eine überregional bedeutende Fotoausstellung, Tanzperformance und Politkabarett, Musikakrobatik, Jazzkonzert und Kindertheater - seit 24. September verging kein Tag ohne eine oder sogar mehrere Kulturveranstaltungen in Waldkraiburg. Zum zweiten Mal knüpfte die Stadt mit dieser regionalen Veranstaltungsreihe an die oberbayerischen Kulturtage vor vier Jahren in Waldkraiburg an.

Auch diesmal sollten die Kulturtage, mit einem Gesamtbudget von 40000 Euro, möglichst viele Sparten einschließen und einen Einblick in die Vielfalt des Waldkraiburger Kulturprogramms geben. Dies sei auch gelungen, ist Kulturreferentin Gertraud Kesselgruber überzeugt. "Da war für alle Altersgruppen, für jeden etwas dabei." Sie hat ein Programm mit "hoher Qualität" gesehen, das "aber auch nicht zu hochgestochen war", Karl Valentin und Kammeroper, Musikclowns und modernen Tanz.

"Die Programmauswahl war astrein", pflichtet ihr Kulturamtsleiterin Barbara Schulte bei. Sie fühlt sich in diesem Urteil durch viele positive Rückmeldungen und die gute Stimmung in den Veranstaltungen bestätigt. Sehr gut gelungen ist durch das neue gastronomische Angebot im Bistro diesmal aus ihrer Sicht der Austausch und die Begegnung zwischen Künstlern und Publikum, eines der Anliegen, dem sich die Veranstaltungsreihe verschrieben hat.

Gleichwohl hätte auch Schulte gerne mehr Besucher bei den Kulturtagen gesehen. Die Steigerung gegenüber 2007 - damals waren es rund 1500 - ist mit mehr als 2300 Zuschauern und Teilnehmern zwar beträchtlich, doch heuer waren es 15, damit also drei Veranstaltungen mehr. In die Statistik sind damals wie heute mit der Ausstellungseröffnung und der Kulturpreisverleihung auch die Besucher der beiden Veranstaltungen eingerechnet, die keinen Eintritt kosteten.

Den großen Andrang konte etwa bei einer Tanzperformance mit jungen Leuten aus der Region und dem Münchner Choreografen Johannes Härtl niemand erwarten. Das war natürlich auch der Kulturverwaltung klar. Doch hier liegt der Focus darauf, dass junge Leute gute Erfahrungen im Haus der Kultur machen und etwas mitnehmen. "Darauf kann man aufbauen", sagt Hansjörg Malonek, zuständig für den Veranstaltungsbereich.

Die meisten wollten Hagen Rether sehen

Ein "Quotenbringer" hat gestochen. Für den Kabarettabend mit Hagen Rether wurden etwa 600 Karten verkauft. Das Kriminalstück "Tannöd" sahen 300 Zuschauer. Doch nicht alle bekannten Namen zogen, wie das Konzert mit Michael Fitz zeigt. Für den Karl-Valentin-Abend hatte Malonek mit deutlich mehr als etwas über 200 zahlenden Zuschauern gerechnet.

Und die grandiose Percussion-Show "AutoAuto", zurecht als ein "Höhepunkt" des Programms angekündigt, enttäuschte im Hinblick auf das Publikumsinteresse auf der ganzen Linie. Auf internationalen Festivals wird dieses Programm gefeiert, der Große Saal im Haus der Kultur war - trotz Sonderaktionen - nicht zu einem Viertel gefüllt.

Das gute Wetter mag ein Grund dafür gewesen sein, glaubt Schulte. Auch das Oktoberfest, das viele nach München lockte, und nicht zuletzt der Termin nur zwei Wochen nach Ferienende. "Das war zu früh für die Schulen", meint Malonek. Ganz sicher spiele in den wirtschaftlich unsicheren Zeiten auch eine Rolle, dass die "Leute sparen", fürchtet die Kulturamtsleiterin.

Bewusst habe man die Ticketpreise deshalb sehr niedrig gehalten. Selbst in der ersten Kategorie kostete keine Eintrittskarte mehr als 25 Euro, viele Veranstaltungen waren deutlich günstiger. Malonek: "Mit den Kulturtagen wollen wir ein Programm bieten, das sich jeder leisten kann."

Künftig ein Termin im Spätherbst oder im Winter?

Eine Verschiebung der Kulturtage in die Spätherbst- oder Winterzeit hält Barbara Schulte aus den genannten Gründen für sinnvoll. Auch die Zahl der Veranstaltungen sollte in Anbetracht des großen Kulturangebots in und außerhalb von Waldkraiburg überdacht werden. "Ich denke, wir sollten das Programm komprimieren."

hg/Mühldorfer Anzeiger

Lesen Sie auch

Auto kaputt - Show perfekt!

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser