Ein kühler Platz für den Messwein

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Waldkraiburg-Pürten - Der dritte Teil der Serie "Verborgene Unterwelten" führt in den Keller des Pürtner Pfarrhofes. Im Keller dort wurde der Messwein gelagert.

Im Pürtner Pfarrhof, der im Kern aus dem 16. Jahrhundert stammt, lagerte der letzte Pfarrer des Dorfes, Josef Jammers, in den 80ern den Messwein in dem zweistöckigen Keller. Kirchenpfleger Done Brunnhuber steigt hinab ins "Verlies" und erinnert sich.

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Der dritte Teil der Serie "Verborgene Unterwelten" führt in den Keller des Pürtner Pfarrhofes. Der Pfarrhof wird saniert, so viel steht fest. Wann es los geht, ist noch nicht ganz geklärt, vermutlich im Herbst. Unklar ist auch die Geschichte des Pfarrhofes und wozu der zweigeteilte Keller genutzt wurde. Hier kann nicht einmal Stadtarchivar Konrad Kern, der Kenner der Ortsgeschichte, weiter helfen.

Kirchenpfleger Done Brunnhuber kann sich noch gut an den letzten Pfarrer für Pürten und St. Erasmus erinnern, bei dem er ministrierte und etwa im ersten Stock des Pfarrhofes Firmunterricht hatte. Ein "cooler Typ" war der Josef Jammers - nach Dones Beschreibungen. Er schenkte den Kindern im Dorf Eis.

Er kennt den Pürtner Pfarrhof (im rechten Bild) wie seine Westentasche: Kirchenpfleger Done Brunnhuber. In dem Gebäude gibt es einen zweistöckigen Keller. Pfarrer Josef Jammers lagerte hier in den 80ern den Messwein.

Der beliebte Pfarrer war bis 1985 als Seelsorger tätig und wohnte damals im Pfarrhof. Im Keller wurde der Messwein gelagert. "Da stieg der Geistliche runter in den Gewölbekeller und holte den Wein rauf", erinnert sich Brunnhuber. Dazu musste er unter einem 1,50 Meter niedrigen Torbogen durch schlüpfen. Dann gelangte er über ein paar Stufen in den ersten Raum, der etwa zehn Quadratmeter groß ist. Ein winziges Fenster gibt den Blick auf die Wiese des Pfarrgartens frei. Durch eine weitere kleine Tür und einige wenige Stufen geht es noch ein Stückchen weiter unter die Erde. Der zweite Keller ist höchstens vier Quadratmeter groß und sehr niedrig. Der Kirchenpfleger hat Mühe, aufrecht zu stehen. Winzige Eiszapfen hängen von der Decke - der richtige Ort zum Weißwein lagern.

"Wir befinden uns jetzt unter dem Pfarrgarten", erklärt Brunnhuber. Wozu der Mini-Keller früher genutzt wurde, ist nicht überliefert. Vermutlich aber, wegen der Kühle, die sich auffgrund der dicken Mauern auch im Sommer hält, für die Lagerung von Lebensmitteln.

Was aus dem "wegen seiner Struktur ungewöhnlichen Kellergewölbe", so formulierte es Kern, bei der Sanierung des Pfarrhofes wird, steht noch nicht fest. "Das haben wir mit dem Denkmalamt noch nicht restlos geklärt. Aber die Gewölbe in den Räumen sollen möglichst erhalten bleiben", so Brunnhuber.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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