Jahnstraße: "Raser zur Räson bringen"

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Kraiburg - Damit "rücksichtslose Fahrer" nicht länger Schulkinder, Fußgänger und Radfahrer gefährden, fordert Ingomar Suhr die Marktgemeinde auf, Maßnahmen zur Beruhigung des Verkehrs zu ergreifen.

Als "unhaltbar" bezeichnet Ingomar Suhr die Verkehrssituation in der Jahnstraße, die nicht nur zur Schule und zum Kindergarten führt, sondern auch den Verkehr zum Schwimmbad und zu den Sportanlagen aufnimmt. "Uneinsichtige und rücksichtslose Autofahrer" fahren nach seinen Worten in der engen Straße zu schnell und zu dicht an Fußgängern und Radfahrern heran. Suhr, selbst Anlieger der Dr.-Lerch-Straße, beobachtet Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen und dabei die zulässige Geschwindigkeit in der Tempo 30 -Zone überschreiten. Er sieht häufige Verstöße gegen die "Rechts-vor-Links"-Regel. Er kritisiert Schulbusfahrer, die bei Verspätung "an den Kindern vorbeibrausen".

Und auch nach der Schule geht die Gefährdung weiter. "Der Schwimmbadverkehr heuer war lebensgefählich", sagt Suhr, der mit anderen Anliegern schon Fußballer gesehen haben will, die mit einer geschätzten Geschwindigkeit von bis zu 100 Kilometern in der Stunde zum Training raten.

"Die Raser müssen um der Sicherheit der Kinder willen zur Räson gebracht werden", fordert der Kraiburger. "Im Namen vieler Anwohner" wandte er sich im August in zwei Schreiben an Bürgermeister und Gemeinderat und teilte darin nicht nur seine Beobachtungen mit, sondern fügte auch einen Maßnahmenkatalog hinzu.

Neben verstärkten Kontrollen durch die Polizei schlägt er unter anderem große weiße "30"-Aufschriften auf der Fahrbahn vor, so wie sie zuletzt auch im Waldkraiburger Ortsteil Niederndorf aufgebracht wurden. Die Autofahrer sollen damit daran erinnert werden, dass es sich hier um eine 30er-Zone handelt. Die entsprechenden Schilder an den Einfahrten reichen seiner Meinung nach nicht aus.

Und Suhr fordert den Einbau von drei befahrbaren Bremsschwellen. Diese sollen auf der Jahnstraße schuleinwärts vor der Einmündung Max-Schwaiger-Straße, dorfwärts ebenfalls von der Einmündung Schwaiger-Straße sowie zwischen der Einmündung Dr.-Lech-Straße und Sportheim installiert werden.

Die Ausführungen Suhrs stießen im Gemeinderat auf ein geteiltes Echo. Zwar fand seine Beschreibung der Verkehrssituation mindestens in Teilen die Zustimmung der Gemeinderäte. "Vieles ist tatsächlich so. Die Punkte stimmen", meinte etwa Gerhard Preintner. "Da muss was gemacht werden".

Zwar wurde in der Sitzung auch darauf aufmerksam gemacht, dass ja bereits eine 30er-Zone ausgewiesen ist, dass am Morgen Schülerlotsen im Einsatz sind und es auch schon Geschwindigkeitsmessungen in der Zone gab. Doch weder Bürgermeister noch Gemeinderäte bestritten, dass es Handlungsbedarf gibt, auch wenn - wie Dritter Bürgermeister Werner Schreiber meinte - es nicht angebracht sei, von "Missständen" zu reden.

Auf Vorschlag des Bürgermeisters soll eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden, der neben Anliegern und Vertretern von Schule und Kindergarten, Gemeindeverwaltung und Gemeinderat auch die Verkehrsexperten von Polizei und Landratsamt angehören. Dieser Kreis soll ein schlüssiges Konzept erarbeiten, so Lohrer, der sich aus verkehrsrechtlichen Gründen gegen voreilige Einzelmaßnahmen aussprach. Suhr ist mit dieser Vorgehensweise zwar nicht zufrieden. Der raschen Umsetzung der Vorschläge stehen nach seinen Informationen keine verkehrsrechtlichen Grünge entgegen. Er will aber dennoch in der Arbeitsgruppe mitarbeiten.

Für Zündstoff sorgt insbesondere der vorgeschlagene Einbau von Bremsschwellen. Während etwa Dr. Herbert Heiml oder Hermann Lichtenwimmer in der Schwellen eine effektive und sinnvolle Lösung sehen, warnten andere wie Gerhard Preintner und Wastlhuber vor Anlieger-Protesten. Letzterer forderte die Bürger, die Raser beobachten, dazu auf, diese anzusprechen. Da sei Zivilcourage gefragt. "Schilder allein, sind eine trügerische Sache." Man könnte es "mit beweglichen Schwellen probieren", meinte Erich Unterforsthuber. Er schlug vor, eine Geschwindigkeitsanzeigetafel aufzustellen, die rund 2000 koste.

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