Rathaus Kraiburg: Nachmieter gesucht

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Bürgermeister Michael Loher im Sitzungszimmer im Rathaus. Das Bild zeigt ihn im Frühjahr bei einem offiziellen Termin. Nun gibt er sein Amt auf und will aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten

Kraiburg - Bürgermeister Michael Loher hat sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Die Marktgemeinde wird also 2012 einen Nachfolger im Amt wählen.

Der Gemeinderat zwar noch nicht offiziell entschieden. Doch die Zustimmung gilt als sicher. Das neue Jahr bringt in der Marktgemeinde Kraiburg also Neuwahlen des Bürgermeisters. Wer kommt für das Amt in Frage?

Potenzielle Kandidaten geben sich zum jetzigen Zeitpunkt zurückhaltend. Das stellt sich nicht ganz überraschend bei einer Umfrage unter den Parteien und politischen Gruppierungen heraus, die derzeit im Marktgemeinderat vertreten sind. Von den befragten Kommunalpolitikern schließt nur die CSU-Orts- und Fraktionsvorsitzende Anneliese Schuster, die 2008 angetreten war, für sich eine Kandidatur definitiv aus. Auch Werner Schreiber, Dritter Bürgermeister und SPD-Vorsitzender, steht "der Sinn nicht nach Wahlkampf", wie er sagt.

Schuster: "Es spricht viel für Heiml"

Und wie steht's mit Dr. Herbert Heiml, seit 1996 Zweiter Bürgermeister, der seit einem halben Jahr die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters vertretungshalber führt? Der 60-Jährige, der 2002 im Wahlkampf Loher bereits im ersten Wahlgang klar unterlegen war, möchte dies am liebsten erst nach der Entscheidung über das Rücktrittsgesuch erklären. Im Gespräch ist ihm aber dann doch die Aussage zu entlocken: Wenn die CSU ihn aufstellen wolle, "wäre ich zur Kandidatur bereit".

Der Ortsvorstand der Partei hat sich laut Anneliese Schuster zwar noch nicht offiziell festgelegt. Doch für die Vorsitzende läuft es auf den Zweiten Bürgermeister zu: "Es spricht viel für den Kandidaten Herbert Heiml." Unter sehr schwierigen Bedingungen habe dieser neben seiner beruflichen Tätigkeit "sehr gute Arbeit" als amtierrender Bürgermeister geleistet, so Schuster.

Bei der UWG, der Noch-Amtsinhaber Loher angehört, ist noch keine Entscheidung gefallen, ob man 2012 einen Kandidaten oder eine Kandidatin ins Rennen schickt. Der UWG-Vorsitzenden Anette Lehmann, die seit 2002 im Gemeinderat sitzt, werden Ambitionen nachgesagt.

Lehmann schließt Kandidatur nicht aus

Die Entscheidung darüber sei Sache der Mitglieder, sagt die 46-Jährige. Ob sie kandidiert? Lehmann lässt das offen. Ausschließen will sie eine Kandidatur aber nicht.

Dritter Bürgermeister Werner Schreiber, der als SPD-Kandidat 2002 und 2008 bei den Wahlen scheiterte, möchte noch weitere Gespräche mit Parteifreunden führen. Für seine Person stellt er aber fest: "Mir steht der Sinn nicht nach Wahlkampf." Für die nächsten beiden Jahre habe er sich vorgenommen, als Vorsitzender des TV Kraiburg die Erweiterung und Renovierung des Sportheims voranzubringen. "Eine Kandidatur 2012 passt mir nicht ins Konzept." Für 2014 trifft er keine Aussage. Und Schreiber betont in diesem Zusammenhang: Er wolle die Entscheidung über das Rücktrittsgesuch von Amtsinhaber Loher auf keinen Fall so weit hinausschieben, dass die Amtszeit eines neuen Bürgermeisters bis 2020 läuft.

Dies wäre dann der Fall, wenn ein neuer Bürgermeister sein Amt erst nach dem 1. Mai 2012 antritt. Tritt der Nachfolger sein Amt vor diesem Termin an, endet die Amtsperiode 2014. Die Neuwahl muss innerhalb von drei Monaten nach der Annahme des Rücktrittsgesuchs durch die Gemeinde erfolgen.

Bei den Grünen wird laut Gemeinderat Hermann Lichtenwimmer eine Entscheidung über die Aufstellung eines Kandidaten im Januar fallen. "Wir sollten das Feld nicht kampflos den anderen überlassen", sagt der 54-jährige Gemeinderat, der in einer Kandidatur die Chance sieht, grüne Positionen deutlich zu machen. "Grundsätzlich" sei er bei entsprechender Unterstützung der Kraiburger Grünen zu einer Kandidatur bereit. (Siehe auch Artikel unten "Ehrenamtlich oder hauptamtlich?").

hg/Mühldorfer Anzeiger

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