Öffentliche Grillplätze keine Lösung

Grillen an den Innauen bei Kraiburg: Das sagen die Behörden

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Kraiburg/Waldkraiburg - Immer wieder muss die Polizei Grillparties am Innufer auflösen. Grillen ist hier aus besonderen Gründen nicht erlaubt und von öffentlicher Seite können auch nicht ohne weiteres Grillplätze eingerichtet werden.

Ein spektakulärer Fall dieser Art ereignete sich Ende April. Ein Waldkraiburger hatte sich für seine 30. Geburtstagsfeier etwas ganz Besonderes einfallen lasse. Für seine Party mit insgesamt 30 Gästen baute er, laut dem Polizeibericht, mit seinen Freunden ein DJ-Pult mit Verstärker und Lautsprechern auf, welche mithilfe eines Dieselaggregats betrieben wurden. Die Feier wurde von der Polizei aufgelöst und auch ein nahegelegenes Lagerfeuer wurde von ihnen beendet.

Betretungsrecht gilt nicht für Grillen und Lagerfeuer

"Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz darf grundsätzlich jeder zum Genuss der Naturschönheiten und zur Erholung alle Teile der freien Natur ohne behördliche Genehmigung und ohne Zustimmung des Grundeigentümers oder sonstigen Berechtigten unentgeltlich betreten", erklärte Sandra Schließlberger, Pressesprecherin des Landratsamts Mühldorf auf Nachfrage von innsalzach24.de, "Dieses so genannte Betretungsrecht gilt nur für Betätigungen im Rahmen traditioneller Formen der Freizeitgestaltung und Sportausübung, die dem Naturgenuss und der Erholung dienen." 

Das Entzünden und Betreiben offener Feuer zum Grillen oder Lagerfeuer in der freien Natur außerhalb behördlich dafür bestimmter Plätze sei allerdings mehr als nur ein "normales Betreten" und wird daher nicht vom Betretungsrecht gedeckt. Das gilt sowohl für offene Feuerstätten, wie etwa Grillgeräte, als auch für sogenanntes unverwahrtes Feuer. Also Feuer, das nicht in einer offenen Feuerstätte, sondern zum Beispiel in einer Feuerstelle am Boden oder in einer dafür hergestellten Bodenmulde betrieben wird.

Grillplätze zu schaffen nicht einfach möglich

Eine, wie die Waldkraiburger Nachrichten damals berichteten, zuletzt im vergangenen Jahr diskutierte Lösung scheinen zunächst öffentliche Grillplätze zu sein, auf denen dann legal gegrillt werden könnte. Doch so einfach ist es nicht. "Offizielle Grillplätze am Inn im Landkreis Mühldorf sind dem Landratsamt nicht bekannt." Diese müssten wenn dann die zuständige Kommunen in Abstimmung mit den Grundeigentümern ausweisen, so das Landratsamt.

Grundeigentümer ist allerdings, vor allem im Bereich von Kraiburg und Waldkraiburg, der Freistaat und damit das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim zuständig. "Wir sind allerdings nur für die Gewässeraufsicht- und Erhaltung zuständig", erklärte Behördenleiter Paul Geisenhofer, "Grillplätze könnte man zwar theoretisch in Absprache mit den Gemeinden einrichten. Allerdings sind die Innauen ein besonders schützenswerter Bereich." 

Darüber hinaus wäre nicht nur das Aufstellen von Grillplätzen das Problem, sondern die kompletten Rahmenbedingungen, die damit geschaffen werden müssten, so Stephanie Till, Pressesprecherin der Stadt Waldkraiburg: "Es muss Parkplätze geben, sanitäre Anlagen, eine umfangreiche Haftung, eventuell sogar eine neue Zufahrt, eine Aufsicht und auch die Müllentsorgung muss geklärt werden."

Bei Verstößen drohen Geldbußen

Daher bleibt wohl vorerst alles beim Alten. Die Waldkraiburger Polizeiinspektion kontrolliert in diesem Bereich während der Grillsaison besonders häufig. "Wer gegen die naturschutz-, forst-, jagd-, wasser-, abfallrechtlichen oder Brandschutzbestimmungen oder die Anzeigepflicht bei Veranstaltungen verstößt, handelt ordnungswidrig und kann mit Geldbußen belegt werden", führte Landratsamt-Pressesprecher Sandra Schließlberger Erhält das Landratsamt Erkenntnis über eine Ordnungswidrigkeit, leitet es das entsprechende Verfahren ein. Eine statistische Erfassung der Zahlen erfolgt derzeit seitens des Landratsamtes nicht.

"Der Flussmeister des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim kümmert sich in erster Linie um die Abfallablagerungen am Inn", so Schließlberger  "Darüber hinaus unterstützt das Staatliche Abfallrecht des Landratsamtes hier den Flussmeister, in dem es die für den Landkreis tätige JAGUS-Gruppe der AWO seit 2015 von April bis September regelmäßig zum Innufer schickt, um Abfälle zu beseitigen."

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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