Bauunternehmen pumpte ab - Anwohner der "Kumpfmühle" in Sorge

"Plötzlich merkten wir: Hoppla, da fehlen zwei Meter Grundwasser!"

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Die Pläne für das Baugebiet "Kumpfmühle".

Kraiburg am Inn - Anwohner des Baugebiets "Kumpfmühle" sind in Sorge, nachdem ein Bauunternehmen Grundwasser abgepumpt hatte. Sie befürchten durch den fehlenden Druck Schäden an ihren Kellern.

"Vor drei Monaten haben wir durch Messungen plötzlich bemerkt: Hoppla, da fehlen zwei Meter Grundwasser!", berichtete ein Anwohner dem Gemeinderat Kraiburg am Inn. Er war Teil einer Gruppe von Anliegern des Baugebiets "Kumpfmühle" die ihr Anliegen dem Gemeinderat vortragen wollten. Das Bauunternehmen, welches dort tätig ist, hatte Wasser aus der Baugrube abgepumpt. Nun fürchten sie, dass durch den in der Folge fehlenden Druck auf ihre Kellerwände Schäden entstehen könnten.


"In einer Nachbarsiedlung ist genau das nämlich vor einer Weile passiert", so der Sprecher der Anwohner weiter."Darum wollten wir jetzt schnell handeln und klären, ob und wer hier verantwortlich und eventuell haftbar ist!"

Anwohner schließen sich bei Gutachten an

Im August 2019 hatte der Gemeinderat eine Änderung des Bebauungsplans für den betroffenen Bereich beschlossen. Dort sollen Wohnhäuser entstehen. Bürgermeister Herbert Heiml (CSU) betonte, die Gemeinde hab das Thema im Blick. "Die Baufirma betont, sie hätten das genau dokumentiert und vorschriftsgemäß gemacht. Das solche Schäden entstehen, sei nur der Fall, wenn Feinteile aus dem Untergrund mit ausgeschwemmt werden. Aber ich habe mir das selbst angeschaut: Da wurde nur kristallklares Wasser ausgepumpt." Im Übrigen sei natürlich das Unternehmen verantwortlich, sollten noch Folgeschäden auftreten. "Dafür wurde auch extra eine Bauherrenversicherung abgeschlossen." 


Diese Ausführungen stellten die Anwohner allerdings nicht zufrieden. "Es kann ja bei solchen Geschichten eine ganze Weile dauern, bis Schäden sichtbar werden. Was machen wir denn, wenn bis dahin irgendwelche Fristen um das geltend zu machen verstrichen sind?" Auch sie selbst sei Anwohnerin, berichtete daraufhin Gemeinderätin Angelika Hefer (Grüne). "Wir wollen genau deswegen nun ein Gutachten in Auftrag geben. Wie wäre es, wenn Sie sich einfach auch daran beteiligen?" Dieser Vorschlag fand Zustimmung.

hs

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