"Das Goldene Haus 2015"

Architekturpreis geht nach Kraiburg

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Bei der Preisübergabe (von links): Gabriele Hutterer von der LBS, Josef und Andrea und Anglhuber, der Architekt und die Bauherrin, sowie Florian Kohl und Manfred Strobl von der Sparkasse Altötting-Mühldorf vor dem prämierten Gebäude am Marktplatz in Kraiburg

Kraiburg - Ein Architekturbüro hat ein Baudenkmal und ein einsturzgefährdetes Haus auf Vordermann gebracht. Der Lohn: der Sonderpreis bei "Das Goldene Haus 2015".

Mit der Frage „Haben Sie ein Gebäude im ländlichen Raum errichtet, modernisiert oder umgenutzt?“ machten sich die Zeitschrift „Das Haus“ und die LBS Landesbausparkassen mit ihrem diesjährigen Wettbewerb „Das Goldene Haus“ bei Bauherren und Architekten in ganz Deutschland auf die Suche nach den besten Beispielen in der Architektur, die auf die Kraft kleiner Orte und Städte setzen und ländliche Regionen vitalisieren. Zehn Preise im Gesamtwert von 31.000 Euro wurden vergeben. Ein Sonderpreis ging an ein Objekt in Kraiburg, saniert und modernisiert von dem Kraiburger Architekturbüro Aris.

Die beiden Gebäude vorher...

In Ballungsräumen explodieren Baupreise und Mieten, aber 88 Prozent der Fläche Deutschlands gehören zu den dünn besiedelten Gegenden. Für das Leben in den kleinen Orten und auf dem Land stellt sich also die Frage, wie es in 20 Jahren dort aussehen soll. Bewohner und Verwaltung sind hier gefragt. Sie müssen aktiv werden. Sie wissen am besten wo die Stärken und Schwächen ihrer Heimat liegen und wie man die Region modernisieren kann. Die Wettbewerbsjury suchte deshalb nach Vorbildern in der Architektur und fand eins in zwei nebeneinanderliegenden Stadthäusern in der historischen Altstadt von Kraiburg.

...und nachher

Bauherrin und Architekt, Andrea und Josef Anglhuber, wurden dafür mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Der Preis, 2.000 Euro vom Burda-Verlag und die Urkunden wurden ihnen bei der Hausbesichtigung von Gabriele Hutterer von der LBS und Florian Kohl, Filialleiter der Sparkasse in Kraiburg, mit einem Zitat aus der Jurybegründung übergeben: „Das Doppelhaus zeigt, wie man eine komplexe Bausubstanz an städtebaulich sensibler Stelle erhält, hohen Wohnwert schafft und durch den intelligenten Nutzungs-Mix weit in die Zukunft sichert. Ein hervorragendes und mutiges Beispiel für andere Problemfälle in alten Ortszentren.“

Zusammen stark und Platz für viele

Trotz seiner privilegierten Lage am Marktplatz war das Gebäude mit der Haus- Nummer 3 einsturzgefährdet, lehnte sich an Stützgerüste an das stattliche Nachbargebäude Nummer 2. Dies stammt von 1845, war größtenteils noch original erhalten und steht unter Denkmalschutz. Bauherrin und Planer legten die beiden sehr schmalen, dafür sehr tiefen Gebäude zusammen und ersannen einen vorausschauenden Nutzungsmix: Fünf Wohnungen, ein Architekturbüro, fünf Gästezimmer eines benachbarten Restaurants und eine Eisdiele im Erdgeschoss fanden Platz.

Alt und neu perfekt gekoppelt

Aris Architekten sanierten das Denkmal behutsam und aufwändig. Das lädierte Gebäude dagegen bot gestalterischen Spielraum für ein neu interpretiertes Altstadthaus, in dem moderne Gestaltungselemente den Bestand kontrastieren. Für den neuesten Technikstand sorgen ein Blockheizkraftwerk, das Strom und Wärme erzeugt und eine Photovoltaikanlage – alles geregelt von einer Intelligenten Steuertechnik. Der jährliche Primärenergiebedarf liegt deshalb bei lediglich 39 kWh pro Quadratmeter Nutzfläche.

Pressemitteilung LBS

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