Das E10 lässt noch auf sich warten

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Noch können die Autofahrer den neuen Kraftstoff in den Tankstellen in und um Waldkraiburg nicht zapfen.

Waldkraiburg/Aschau/Kraiburg - Eigentlich hätte es bereits seit Jahresbeginn an allen Tankstellen erhältlich sein sollen. Doch die Autofahrer müssen sich noch gedulden. Die Rede ist von dem E10-Benzin.

Wann es wirklich kommt, das wissen die Tankstellenpächter auch nicht so genau. So rechnet Ulrich Leicht von der Waldkraiburger Aral-Tankstelle damit, dass es nächste oder übernächste Woche kommen wird.

Etwas länger wird sich wohl Richard Dan von der HEM-Tankstelle in Kraiburg gedulden müssen. Catrin Bedi von der Pressestelle der Deutschen Tamoil rechnet damit, dass E10 im Laufe des ersten Quartals zur Verfügung stehen wird. Dabei macht sie auch deutlich, dass sie von den Tanklagern und deren Lieferung abhängig seien. "Es bedarf eines gewissen Zeitraumes zur Umrüstung." Auch Dietmar Breintner von der Breintner&Sohn OHG, die die Shell-Tankstelle in Waldkraiburg betreibt, rechnet nicht vor Anfang März damit, dass der neue Kraftstoff zur Verfügung stehen wird.

Was versteckt sich eigentlich hinter dem neuen E10-Benzin: Es gibt eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2009, die von der Bundesregierung jetzt umgesetzt wurde; zumindest auf dem Papier. Diese Richtlinie besagt, dass der Bioanteil im Kraftstoff erhöht werden soll. Deshalb werden dem Benzin in Zukunft zehn Prozent Ethanol beigemischt. Das soll mithelfen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die Abhängigkeit von den Ölförderländern zu verringern. Bei 35 Prozent soll, laut Politik, die CO2-Einsparung liegen. Eine Zahl, die von zahlreichen Wissenschaftlern in Zweifel gezogen wird, da beträchtliche Mengen an externer Energie für Transport und Vertrieb benötigt werden.

Bereits jetzt werden dem Kraftstoff fünf Prozent Ethanol beigemischt. Dieselkraftstoff ist von der neuen Verordnung im Übrigen nicht betroffen.

Die Tankstellen sind verpflichtet, den konventionellen Kraftstoff auch weiter anzubieten. Schließlich vertragen rund zehn Prozent der Fahrzeuge den neuen Kraftstoff nicht. Nach Auskunft der Kfz-Innung München-Oberbayern sind das etwa 3,1 Millionen Fahrzeuge und rund eine Million Krafträder. Es besteht die Gefahr, dass Gummidichtungen und Aluminiumteile angegriffen werden. Sollte man versehentlich das neue E10-Benzin tanken, empfiehlt die Kfz-Innung, das Fahrzeug gar nicht erst zu starten, sondern den Kraftstoff abpumpen zu lassen. Dies sei auf alle Fälle billiger als mögliche Folgeschäden.

Welche Autos betroffen sind und welche nicht, da können die Tankstellenpächter auch nicht weiterhelfen: "Wir dürfen keine Auskunft geben", so Ulrich Leicht. Die Verunsicherung ist also groß, vor allem, weil nicht pauschal ältere Fahrzeuge betroffen sind.

Auch bestimmte Motortypen jüngerer Bauart können, je nach Hersteller, Probleme bekommen. Welche Fahrzeuge betroffen sind, das wissen am genauesten die Fahrzeughersteller selbst oder Automobilclubs.

Ebenfalls noch nicht klar ist, wie viel das neue E10-Benzin kosten wird. Da die Mineralölgesellschaften verpflichtet sind, eine bestimmte Menge des neuen Kraftstoffes zu verkaufen, wird es wohl soviel kosten wie das derzeitige E5-Benzin. Dies wiederum soll dann teurer werden und etwa so viel kosten wie derzeit das Super Plus.

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser