Klika schlägt "Übergangslösung" vor

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Trotz steigender Verkehrsbelastung rechnet in Pürten niemand damit, dass die Ortsumgehung demnächst realisiert wird.

Waldkraiburg-Pürten - In naher Zukunft wird es wohl keine Ortsumgehung geben, aber Bürgermeister Siegfried Klika hat vorübergehend ein andere Idee.

"Ich glaube nicht, dass ich das noch erleben werde, dass diese Umgehung gebaut wird", meinte der Bürgermeister und verwies auf die finanzielle Situation in den öffentlichen Haushalten. Zig-Millionen verschlingen die Varianten der Umgehung, die hinter Pürten eine gigantische Aufböschung erforderlich machen und ein riesiges Bauwerk auf Stelzen und möglicherweise sogar eine neue Brücke vorsehen.

Klika will "das große Ziel nicht aus den Augen verlieren", aber gleichzeitig auf kurzfristige und bezahlbare Verbesserungen hinwirken. Denn die Verkehrsbelastung des Dorfes ist hoch und wird mit dem Autobahnausbau weiter steigen. Der Bürgermeister will "eine Art Einhausung" der Straße erreichen. Auch Flüsterasphalt wäre sinnvoll und schon jetzt möglich, stimmte ihm der ehemalige Stadtrat Konrad Mittermaier. Helmut Huber brachte zusätzlich ein stationäres Geschwindigkeitskontrollgerät ins Spiel, um den Verkehr zu verlangsamen. Die Stadt will prüfen, so Klika, ob sie die Aufstellung eines solchen Gerätes veranlassen kann.

Die erneute Anregung einer Bürgerin, zur Sicherheit der Fußgänger in der Kurve am Berg Leitplanken anzubringen, nahm der Bürgermeister ebenso auf.

Für noch mehr Diskussionsstoff sorgte die Ortsverbindungsstraße zwischen Pürten und St. Erasmus. Die Straße war vor einigen Jahren schmäler gemacht worden, um den Verkehr zu verlangsamen. Dazu wurde ein Teil des Asphalts tiefer gefräst. Außerdem wurde die Tonnage verringert und die Geschwindigkeit begrenzt.

Helmut Huber bemängelte, dass das Abfräsen bei Eis und Schnee im Winter für zusätzliche Gefahr sorgt, wenn es zum Begegnungsverkehr kommt. Stadtrat Rainer Zwislsperger sieht vor allem für Zweiradfahrer ein Problem darin.

Huber brachte eine Einbahnregelung oder eine Sperrung der Straße ins Gespräch. Die Sperrung wird laut Klika von mehreren Pürtener Bürgern gefordert. Dagegen gibt es aus St. Erasmus einige ablehnende Stimmen.

Der Bürgermeister wollte eine Sperrung nicht ausschließen, möchte aber nach einer anderen Lösung suchen. Dazu brauche es allerdings einen Konsens in der Bevölkerung, damit anschließend nicht gleich wieder die Diskussionen losgehen. Vor einer Entscheidung schlug er vor, mit der Geschwindigkeitsmesstafel gesicherte Daten über Verkehrsfrequenz und -tempo zu ermitteln.

Klika teilte außerdem mit, dass die Stadt die alte ortsverbindene Straße von Pürten in Richtung Niederndorf, die Autofahrer als Abkürzung nutzen, um sich den Kreisverkehr zu sparen, einseitig sperren möchte.

Done Brunnhuber machte auf die Gefahren für Radfahrer aufmerksam, die auf dem kurzen Teilstück zwischen Kreisverkehr und Bolzplatz zweimal die Straße wechseln müssen, um auf einem Radweg zu kommen. Dabei sei dies ein Teilstück des Inntalradweges. Und er beschwerte sich über Lastwagen, die auch nach der Öffnung der Rauschinger Brücke den Weg zur Kompostieranlage in Wörth durch Pürten nehmen, obwohl die Straße für Lkws gesperrt ist.

In Sachen Renovierung des historischen Pfarrhofs stellte der Bürgermeister in Aussicht, dass die Stadt sich an den Kosten beteiligt. Eine Beteiligung in der gewünschten Größenordnung von 200.000 Euro sei aber nur dann denkbar, wenn die Pürtener bereit sind, die Dorferneuerung zu verschieben. Dafür hat die Stadt bereits Mittel in der genannten Höhe zugesichert.

Städtisches Geld für eine Ortsverschönerung stehe darüberhinaus nur zur Verfügung, wenn durch den Verkauf des Gemeindehauses Einnahmen erzielt werden.

Franz Müller, ehemaliger Feuerwehrkommandant, kritisierte, dass bei der Wasserversorgungsleitung nach Ebing ein Unterflurhydrant angebracht wurde. Weil der im Winter einfriert, sei das nicht sinnvoll.

Mühldorfer Anzeiger

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