Gestatten, Elvis - der Kinokater

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Frauchen Lorraine Löbbecke.

Waldkraiburg - Elvis ist bekannt wie ein bunter Hund, obwohl er ein Kater ist, genauer gesagt ein Europäisch Kurzhaar.

Er streunt sehr gerne, daher kennen ihn im Industriegebiet viele Firmen, vor allem das Kino. Seine Besitzer sind mit ihm nach Ampfing umgezogen, Elvis kommt trotzdem immer wieder nach Waldkraiburg.

Elvis ist ein eingefleischter Waldkraiburger. Früher hat er mit seinen Besitzern im Industriegebiet in Waldkraiburg gewohnt. Schon damals ging er gern spazieren und besuchte verschiedene Firmen wie die TPE, die Atoma, das Fitness-Studio oder auch mal die Spielhalle. Am liebsten jedoch das Kino - das macht er heute noch.

Der dreijährige Kater ist bei Tasso registriert und trug um sein Halsband eine Plakette. Weil er auch gerne in die Autos beim Baywa-Parkplatz einstieg, bekam sein Herrchen Sascha Seifert, der als Informationstechniker arbeitet, viele Anrufe. "An einem Tag wurde ich 14-mal angerufen, weil Elvis wieder in irgendwelchen Autos saß", schmunzelt der 26-Jährige.

Frauchen Lorraine Löbbecke.

Mittlerweile kennt man das Tier in Waldkraiburg, daher klingelt Seiferts Telefon im Schnitt nur noch alle zwei Wochen. Im September zog Elvis mit seinem Besitzer Sascha und dessen Freundin Lorraine Löbbecke nach Ampfing. Der eigensinnige Kater ist aber scheinbar mit Leib und Seele Waldkraiburger, denn zwei- bis dreimal die Woche kommt er von Ampfing hierher, um seine alte Heimat zu besuchen. Oft ist er dann im Cinewood anzutreffen. Da liegt er gerne auf dem Teppich im Eingangsbereich oder macht es sich in den Pappaufstellern bequem und hält sein Nickerchen. Zur Weihnachtszeit kletterte er über den geschmückten Christbaum auf den Pappaufsteller des Western-Streifen "The True Grit" und ließ die Beine herunter baumeln. "Als der Schnee recht hoch war, war er sehr wenig da", sagt Kinobetreiber Thomas Rahnert, der ein Herz für Katzen hat. Er bat seine Mitarbeiter, dem Tier keine Milch zu geben, denn vielen Katzen bekommt das nicht. Da Elvis gerne das Bora-Bora besucht, bat Rahnert den Wirt, ihm nur Dosenmilch anzubieten, falls er bettelt.

"Die Kinobesuchern kennen ihn schon", berichtet Christine Zücker. Er lässt sich streicheln und spaziert auch mal in die Kinosäle und guckt die Filme mit. Vermutlich am liebsten "Mickey Mouse".

Wenn Elvis mal wieder über Nacht nicht nach Haus kommt, weiß Herrchen Sascha Seifert eigentlich schon, wo er suchen muss. "Am zweiten Fehltag drehen wir die Elvis-Runde, die am Kino beginnt. Dann wird er wieder eingesammelt", sagt der junge Mann, der ihn auch schon mal im Haus der Kultur abgeholt hat. Elvis fährt auch gerne Auto.

Die Kurztrips nach Waldkraiburg kann er dem eigensinnigen Tier - Katzen sind nun mal so - einfach nicht abgewöhnen. "Er wird bei uns daheim bestens gefüttert, er ist pumperlgesund, ihm fehlt es an nichts", so Sascha. Das sieht man dem pelzigen Prachtkerl auch an.

Aber er "strawanzt" halt gern. Dass er dabei von Ampfing bis nach Waldkraiburg tigert, gefällt Seifert freilich nicht. Zum Glück wählt der schlaue Streuner den Weg durch den Wald, das konnten seine Besitzer schon beobachten. Einsperren wollen sie Elvis nicht. "Da würde er einen ziemlichen Aufstand machen", weiß Lorraine. Denn "Bärli" (Elvis' Kosename) ist glücklich, wenn er raus kann. "Wir wissen ja auch, dass er an seinen Anlaufstellen lieb behandelt wird. Daher haben wir nichts dagegen, wenn er ins Kino geht", sagen die beiden schmunzelnd.

Elvis hat übrigens eine Tochter, die mit ihm seine Dosenöffner, Pardon, Besitzer, teilt. "Muhkuh" ist gefleckt wie eine Kuh und benimmt sich ganz ladylike, bleibt immer in Rufweite. Damen streunen schließlich nicht umher.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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