Klimaschutz: Modell-Kommune Waldkraiburg

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Die Stadt Waldkraiburg will für ein Klimaschutzprojekt des Landkreises Modellkommune werden.

Waldkraiburg - Klimaschutz ist wichtig und fängt bereits in den Kommunen an. Die Stadt Waldkraiburg hat sich diese Vorgabe zu Herzen genommen und will für ein Landkreis-Projekt Modellkomune werden.

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Modellkommune Waldkraiburg

Die Stadt Waldkraiburg will als Modellkommune beim Landkreis-Projekt Klimaschutzfahrplan teilnehmen. So entschied es der Stadtrat. Neben Waldkraiburg sollen Haag und eine kleinere Gemeinde dabei sein. In diesem Projekt, das der Kreistag am Freitag auf den Weg brachte, werden Klimaschutzmaßnahmen gefördert, die sich Waldkraiburg ohnehin vorgenommen hat.

Beim geplanten Modellprojekt handelt es sich um eine Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums und des Landkreises Mühldorf. Der Klimaschutzfahrplan baut auf den vielen Vorarbeiten des Landkreises und der Pilotkommunen auf, wie etwa dem Energieatlas, dem Energiesymposium, der Energieberatung und auch den Projekten in Sachen erneuerbare Energien und Sanierung.

Um die weiteren, notwendigen Maßnahmen qualifiziert vorzubereiten, die nächsten Schritte festzulegen, bezahlbare Energiepreise zu sichern und um vorhandene Fördertöpfe auszuschöpfen, habe sich in der Praxis die Entwicklung von kommunalen Klimaschutzkonzepten bewährt, so Bürgermeister Klika in der Stadtratssitzung.

Bei der Umsetzung der Klimaschutzziele seien die Kommunen in besonderem Maße gefragt. Susanne Weigand, verantwortlich für die Regionalentwicklung am Landratsamt, stellte das Projekt dem Gremium vor. Waldkraiburg etwa habe laut einem Auszug aus dem Energieatlas einen Wärmeverbrauch von rund 350 Gigawattstunden pro Jahr, beim Stromverbrauch sind es über 100 GWh/a. Zum Vergleich: Mühldorf habe einen Wärmeverbrauch von zirka 190 GWh/a und beim Strom sind es etwa 60. Natürlich sei Waldkraiburg viel größer, aber man habe einfach einen Anhaltspunkt.

Aufgrund der komplexen Strukturen der Städte und Gemeinden werde hier ein großer Teil klimarelevanter Emissionen produziert, heißt es in der Projektbeschreibung. "Für die Industrie etwa gibt es ein wahnsinniges Einsparpotenzial", erklärte Weigand. Das müsse man korrekt darstellen, den vielen sei das gar nicht bewusst, was da alles möglich sei, so Weigand. So könne man die Unternehmen mit ins Boot holen.

Das Modellprojekt - vom Bundesumweltministerium werde hier die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Kommune gefördert - soll kein Expertenkonzept sein, sondern gemeinsam mit Bürgern und Unternehmen entwickelt werden.

Stadtbauchef Hermann Karosser sprach von einer Chance, verschiedene Klimaschutz-Aktivitäten, die bereits laufen, zusammenzuführen und dafür auch noch eine Förderung zu kriegen. Er sehe das Landkreisprojekt als übergeordnete Möglichkeit, all das, was man in dieser Richtung schon begonnen habe, unter einen Hut zu bringen. "Viele unserer Ideen sind über dieses Projekt in die Praxis umsetzbar", so Karosser.

Für den Klimaschutzfahrplan, der mehrere Stationen habe, bis man am Ziel ankommt, wie Weigand es formulierte, gebe es Bausteine, die in den Förderkriterien festgelegt sind. Man müsse mittel- und langfristige Klimaschutzziele für 2020 beziehungsweise 2050 festlegen und nach dem Energieatlas eine vertiefte CO2-Bilanz erstellen. Außerdem soll es eine Auftaktveranstaltung, eine Bürgerbefragung und Projektmitarbeit geben, sowie einen Maßnahmenkatalog bis 2012 und eine erste Projektentwicklung.

Vorhandene Fördertöpfe müssen ausgeschöpft, die Umsetzung gesichert werden und mit dem Landkreis soll ein vernetzes Klimaschutzmanagement entstehen. Förderfähig sind Sach- und Personalkosten externer Dienstleister, etwa des Projektmanagers Ralf Stappen oder des Wissenschaftlers Professor Wolfgang Seiler, die beratend und betreuend zu Seite stehen werden.

Laut Weigand werden die Kosten auf 30.000 Euro pro Pilotkommune geschätzt. Davon seien rund 80 Prozent förderfähig. Will Waldkraiburg das Klimaschutzmanagement in den eigenen Liegenschaften auf Vordermann bringen, muss die Stadt mit mindestens 5000 Euro für eine erste Bestandsaufnahme (Baustein I) rechnen. Dafür bleiben der Stadt zwölf Monate Zeit. Hier war die Stadtbau ja schon fleißig und hat schon vieles auf den Weg gebracht.

Natürlich kommen weitere Kosten auf die Stadt zu, wenn eine umfassende energetische Schwachstellenanalyse (Baustein II) und anschließend die Feinanalysen gemacht werden, um die Sanierungsmaßnahmen (Baustein III) anzugehen.

Nach einer kurzen Diskussion war man sich im Stadtrat einig, man wolle einen Schritt vor dem anderen tun und stimmte zu, in eine gute Sache zu investieren und zwar günstig. Klika sprach von einem Leuchtturmprojekt. "Wir müssen hier nicht Einzelkämpfer sein, sondern können uns einklinken", so der Bürgermeister. "Wenn wir etwas Vergleichbares auf eigene Kosten machen müssten, würde das weitaus mehr kosten", so Klika, der sagte, man wolle schließlich sowieso eine Feinanalyse der städtischen Gebäude machen lassen.

Anton Sterr meinte, ein Großteil der Maßnahmen, der Bausteine, sei bei den städtischen Gebäuden durch das Energiemanagement der Stadtbau schon abgeschlossen. Diese Woche will Stadtbauchef Hermann Karosser die Ergebnisse der technischen Analyse der Heizanlagen dem Bürgermeister vorlegen. Dabei werden ebenso Empfehlungen vorgelegt, was in den kommenden fünf Jahren an den Anlagen gemacht werden müsste. Im nächsten Jahr habe man vor, die Substanz der Gebäude, also Fassade, Gebäudehülle und etwa Fenster unter die Lupe zu nehmen.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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