Keine Kundentoilette im künftigen Fachmarkt

Waldkraiburg - Im künftigen Fachmarktzentrum, das anstelle der Kaufhalle entstehen wird, ist keine Kundentoilette vorgesehen. Damit will man sich bei der Stadt nicht abfinden.

Bürgermeister Siegfried Klika und Behindertenbeauftragte Gabriele Schleich wollen sich nicht damit abfinden. "Dass die bayerische Bauordnung so etwas bei einem Objekt dieser Größe, das neu gebaut wird, überhaupt zulässt", ärgerte sich Schleich beim Behindertengespräch im Haus der Kultur. Die Rechtslage ist eindeutig: Der Bauherr, das niederländische Unternehmen Ten Brinke, muss nur für eine Personaltoilette sorgen. Ein Behinderten- und Kunden-WC ist laut Schleich nur für eine Ladenstraße zwingend vorgeschrieben, in der die einzelnen Geschäfte nur von innen für den Kunden zugänglich sind. Bei dem neuen Fachmarktzentrum im Bereich zwischen Berliner-, Friedländer- und Adlergebirgsstraße sind alle Läden separat von außen zugänglich.

Eine einvernehmliche Lösung mit dem Investor ist gescheitert. Die Behindertenbeauftragte und der Bürgermeister wollen sich damit aber noch nicht abfinden. Schleich kritisiert mangelnde Kundenorientierung und Serviceleistung.

Klika will das Gespräch mit dem Hauptmieter, C&A, suchen. Und hofft auf Zugeständnisse des Unternehmens.

Auch eine Unterschriftenaktion hat die Behindertenbeauftragte ins Gespräch gebracht, um dem Anliegen mehr Nachdruck zu geben.

In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass es noch in vielen öffentlichen Einrichtungen und Betrieben, etwa in der Gastronomie an behinderten- und insbesondere rollstuhlgerechten Toiletten fehlt. Da wirke sich auch aus, dass es keine staatlichen Zuschüsse mehr dafür gibt, so Schleich. Umso wichtiger ist die öffentliche Behindertentoilette, die im Rathaus geschaffen wurde, und jetzt noch kleine Nachbesserungen erfahre soll.

Handlungsbedarf bestehe noch immer bei einigen Bordsteinabsenkungen, waren sich Schleich und die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Erika Fischer, einig, die wie Sozialreferentin Annemarie Deschler, Betreuungsrätin Susanne Bell und Dagmar Greck-Fort, Verwaltungsmitarbeiterin für aufsuchende Sozialarbeit, an dem Gespräch teilnahm. An einer Stelle an der Ecke Teplitzer-/Brünner Straße soll das Problem bald beseitigt sein und im Zuge der geplanten Straßeninstandsetzungsmaßnahmen gelöst werden, wie der Bürgermeister nach Rücksprache mit den zuständigen Mitarbeitern versprach.

Zum Thema Stadtbus wurde vom Seniorenbeirat unter anderem angeregt, Tageskarten einzuführen. Positiv wurde in dem Kreis das Training bewertet, das das Omnibusunternehmen Steinmüller für Rollator und Rollstuhlfahrer angeboten hatte. Für die Betroffenen war es eine gute Gelegenheit, Ein- und Ausstieg in Ruhe zu üben.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © dpa

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