"Wir wollen kein neues Lokal"

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Das war einmal der "Weiße Hirsch". Nun ist der Abbruch des Gaststättenkomplexes, der bei einem Brand im März 2010 zerstört wurde, fast abgeschlossen. Dadurch wird der Blick aufs Gymnasium frei. Die Stadt ist an dem Grundstück interessiert, um die Erweiterung des Schulzentrums zu sichern. Die Toerring-Brauerei wird mit der Stadt in Verhandlungen treten.

Waldkraiburg - Die Abbrucharbeiten am "Weißen Hirsch" sind fast abgeschlossen. Der Gaststättenkomplex war bei einem Großbrand im März zerstört worden - es entstand Millionenschaden.

Rund 200 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen, es entstand ein Schaden in Millionenhöhe. Was wird nun aus dem Areal?

"Wir haben definitiv kein Interesse, da wieder eine Wirtschaft hinzustellen", sagt Max Amberger, Geschäftsführer der Toerring-Brauerei, der das Anwesen samt Grundstück gehört.

Die Versicherung allerdings hätte das schon sehr gerne gesehen, es bedurfte einiger Überzeugungsarbeit, so Amberger, dass es heutzutage keinen Sinn mehr mache, in einem Schulgebiet ein Lokal zu errichten. Die Versicherung habe das nun auch eingesehen.

Nun sind die Abbrucharbeiten bis zur Kellerdecke fortgeschritten. Derzeit laufe noch eine Räumungsklage gegen den Mieter des Nachtlokals "Moonlight", der laut Amberger seine Einrichtung nicht rausräumen will. Er warte daher auf eine gerichtliche Entscheidung, damit diese Pachtfläche auch geräumt werden könne.

Asbest-Platten entsorgt

Es stehen Gespräche mit der Versicherung an, wie es weitergehe. "Bis zum Schulbeginn soll die Baustelle so aussehen, dass sie den Schulbetrieb nicht beeinträchtigt", erklärt Amberger. Der Brauerei sei es wichtig gewesen, den ganzen Unrat zu entfernen, damit sich kein Ungeziefer breitmache.

Mit den Abbrucharbeiten war eine Fachfirma betraut, die sich auch um die Entfernung der Altlasten kümmerte. Angela Hartinger-Hirn von der städtischen Bauverwaltung: "Bei dem Gebäude wurde Well-Eternit als Dacheindeckung benutzt. Der Bau stammt aus einer Zeit, als in den Platten noch Asbest drinsteckte. Diese Platten wurden aber fachgerecht entsorgt."

Wie geht es nun weiter mit dem Areal, das in unmittelbarer Nähe zum Gymnasium und dem restlichen Schulzentrum liegt?

Die Stadt hat der Toerring-Brauerei schon ihr Interesse bekundet. Laut Stadtbauchef Hermann Karosser wäre es nur konsequent, das Grundstück für schulische Zwecke zu sichern. "Es wäre gut, wenn es in öffentlicher Hand wäre, also wenn es Stadt oder Landkreis kaufen, oder in Erbpacht übernehmen."

Max Amberger von der Toerring-Brauerei will nach der Räumung der Baustelle einen Gutachter einschalten, der einschätzen soll, was das Grundstück wert ist und sich dann mit der Stadt Waldkraiburg an einen Tisch setzen.

Bei dem Brand war die indische Familie Segieth, die dort das Lokal "Delhi Tandoori" betrieb, obdachlos geworden, was in Waldkraiburg und Umgebung eine große Spendenbereitschaft auslöste. Die Mutter und die Kinder kehrten kürzlich nach Bangladesch zurück. Wenn sie sich dort einleben, bleiben sie dort. Salim Segieth fand einen Job bei einem Verwandten in Penzberg.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

Vogelperspektive nach dem Großbrand

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