Der Kampf ums Eis und die Kabinen

Waldkraiburg - Die Hobbyeishockeyspieler "Grizzly's" fühlen sich ungerecht behandelt: Die fehlenden Kabinen in der Eissporthalle waren Thema beim Sportgespräch mit der CSU.

Für die Vereine, die die Eissporthalle nutzen, gibt es zu wenig Kabinen. Im Zuge der Auflagen für die Eisstock-WM im Februar wurden Kabinen entfernt, weil sie "Schwarzbauten" waren und gegen Brandschutzauflagen verstießen.

Stadt habe bislang nur vertröstet

Martin Lainer, der für die "Grizzly's" zum Sportgespräch in den Toerringhof gekommen war, monierte, dass die Stadt ihn wegen der Kabinenfrage vertröstet habe auf die Zeit nach der WM, seither sei aber nichts passiert. Robert Lode, der die EHC-Nachwuchsspieler vertrat, sprach ebenfalls die Kabinennot an. Auch die Eiskunstläufer hätten keine Räumlichkeiten, sagte VfL-Vorsitzende Annemarie Deschler.

Lainer machte seinem Ärger Luft. Sein Verein habe sich mit den Stockschützen abgesprochen, einen Raum zu teilen, doch die Stadt habe dies untersagt. Es gehe darum, die Ausrüstung und Bekleidung zum Trocknen aufzuhängen und zu lagern, so Lainer. Anton Sterr, CSU-Fraktionsvorsitzender sagte, nur die erste Mannschaft des EHC habe Anspruch auf eine feste Kabine, "da gibt es keine Extrawurst". Die gibt es aber scheinbar doch, denn auch die zweite Mannschaft des EHC, die 1b, hat eigene Räumlichkeiten. Diese Ausnahme passte Sterr nicht, er will eine feste Regelung.

Martin Lainer gab nicht klein bei und fragte, warum der EHC einen zusätzlichen Raum, den Kraftraum, bekomme. Deschler meinte, der Sport habe sich eben weiter entwickelt, das gehöre heute zu einer Profi-Mannschaft dazu. Lainer richtete auch das Wort an Stadtwerkechef Norbert Weigl, mit dem er in Briefkontakt stand - unter anderem um wegen des inoffiziellen Septembereises zu verhandeln. Dieses sei nur der ersten Mannschaft zum Training vorbehalten, habe Weigl mitgeteilt. Umso mehr ärgerte sich der "Grizzly's"-Vorstand als er nun beim Sportgespräch erfuhr, dass den Eiskunstläufern diese Eiszeiten im September angeboten wurden. Weigl sagte, seine Mitarbeiterin habe den "Grizzly's" doch empfohlen, sich mit dem EHC wegen Eiszeiten auseinanderzusetzen. "Das war ein gut gemeinter Rat von uns." Doch Lainer ging es ums Prinzip, wie er sagte, denn anderen Vereinen habe man auch kein Septembereis angeboten - außer den Eiskunstläufern.

Buhlen um Vorzüge

"Aber wir brauchen für die Kinder ja nur Mittagszeiten", warf da eine Vertreterin aus dem VfL-Eiskunstlauf ein. Nebenbei: Auch die Eiskunstläufer konnten nicht im September trainieren, obwohl das Eis schon fertig war, weil es Kommunikationsprobleme gab. Der neue Vorstand glaubte, die Eiszeiten zwei Wochen vor dem offiziellen Trainingsbeginn im Oktober privat von den Eltern bezahlen lassen zu müssen und dies sei nicht finanzierbar gewesen.

Der Vorstand hätte die Stadt informieren können, denn die bezahlt das Eis, wenn Kinder trainieren, sagte Bürgermeister Klika. Deschler sagte, sie habe von der Angelegenheit zu spät erfahren. Der neue Vorstand kenne noch nicht alle Möglichkeiten. Abschließend sagte Anton Sterr, für die Kabinen müsse es eine einheitliche Regelung geben, die auch jeder kapiere. Er wolle so verhindern, dass die Vereine sich gegenseitig ausspielen. Klika meinte, bei der Kabinenfrage sei eine Feinjustierung nötig. Er wolle über eine Containerlösung nachdenken (Siehe auch Seite 21). #

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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