Die SPD kämpft um Mitglieder

Waldkraiburg - Die SPD im Unterbezirk Mühldorf ist auf einem guten Weg, bilanzierte Vorsitzender Richard Fischer beim Parteitag. Sie müsse allerdings weiterhin um Mitglieder kämpfen.

Die Delegierten bestätigten ihn in seiner Meinung - der gesamte Vorstand wurde übrigens wiedergewählt. Lediglich Sissi Schätz tauschte ihr Amt als stellvertretende Vorsitzende mit Beisitzer Christian Zimmermann.

Der Unterbezirk leiste wichtige Arbeit zur Unterstützung der Ortsvereine und trage entscheidend dazu bei, die SPD in der Region nach vorne zu bringen, betonte auch Waldkraiburgs Dritter Bürgermeister Reinhard Babiak.

Nach der Bundestagswahl 2009, bei der Werner Groß 14,2 Prozent der Stimmen eingefahren hat, sei im Unterbezirk viel geleistet worden, so Fischer. Im Kreis habe die SPD-Fraktion versucht, bei den Haushaltsverhandlungen eine Senkung der Kreisumlage zu erreichen, um die Belastungen der Gemeinden so gering wie möglich zu halten. Ansonsten stehe die SPD natürlich voll hinter dem A94-Weiterbau und zweigleisigem Bahnausbau. Zu klären sei, warum zwar ständig vom Aufschwung die Rede sei, aber Bevölkerung und Kommunen nichts davon merken.

Wichtige Themen in Zukunft im Kreis seien, neben der Vorbereitung des Wahlkampfs 2014, das seniorenpolitische Gesamtkonzept sowie die Forcierung des Ehrenamts. Bei beiden Themen kritisierte Fischer die Arbeit des Landkreises. Beim seniorenpolitischen Gesamtkonzept habe sich vor Ort in den Kommunen noch nicht wirklich etwas getan. Auch die Freiwilligenagentur sei derzeit, obwohl sie gute Arbeit leiste, nicht sehr zielführend. "Ergebnisse sind wichtig, nicht die Installation einer Einrichtung", appellierte er an die Kommunalpolitiker. Das unterstrichen Wiebke Müller und Ludwig Spirkl: Die Freiwilligenarbeit dürfe nicht die qualifizierte Arbeit von Fachkräften ersetzen, so Müller, und auch nicht die der abgeschafften Zivildienstleistenden, so Spirkl.

Unter "Anträge" diskutierte die SPD ihre Haltung zum Thema "Armutsfeste Renten", "Menschenwürdige Pflege" und "ausreichende Löhne". Vor allem mit der Öffnung der Ost-Grenzen für Arbeitnehmer gewinne dieses Thema noch mehr an Brisanz, so der Vorsitzende. Eine Lohn-Konkurrenz nach unten könne nur mit Mindestlöhnen für alle Branchen verhindert werden.

Bei diesen Themen sei die SPD programmatisch auf dem richtigen Weg, betonte Fischer. Nicht gelungen sei es aber, die Mitgliederstruktur des Unterbezirks entscheidend zu verbessern. Zwar stagnieren die Zahlen 2010 im Vergleich zu 2009 bei gut 300. 1983 zählte der Unterbezirk aber noch 850 Mitglieder. Vor allem bei jungen Erwachsenen und Frauen sei die Quote schlecht. "Eine Partei lebt aber von ihren Mitgliedern", so Fischer - "und von ihren Beiträgen". Alle Ortsvereine müssten stärker nach außen wirken und Interesse an den Inhalten wecken. Gleiches gelte für die Jusos, so Kathrin Zettl. Derzeit zählen sie fünf Mitglieder.

Besser bestellt ist es um die Finanzen des Unterbezirks, so Schatzmeisterin Christa Rußwurm. Einnahmen von knapp 5000 Euro standen 2010 lediglich Ausgaben in Höhe von knapp 1900 Euro gegenüber. Der Kassenstand zum Jahreswechsel betrug 5100 Euro und derzeit rund 6000 Euro.

nl/Waldkraiburger Nachrichten

Rubriklistenbild: © dpa

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