Das JugZ lebt - noch

Jugendbeauftragter Adrian Hilge beim Zuspachteln eines Lochs: "Jemand ist dagegen gesprungen, da hat die Wand nachgegeben."

Kraiburg - Das Jugendzentrum in Kraiburg ist seit dem 14. Januar geschlossen - aber nicht, wie Gerüchte behaupten, für immer. "Wir renovieren", sagt Jugendbeauftragte Adrian Hilge.

"Wir renovieren", sagt der Jugendbeauftragte Adrian Hilge, "das heißt, im Prinzip mache ich das alleine."

Eigentlich ist der Kraiburger Jugendrat, dem auch Adrian Hilge angehört, für das Jugendzentrum zuständig. Trotzdem bleibe die Arbeit meist an ihm allein hängen, denn die meisten seien recht jung und wenig verantwortungsbewusst. "Viele denken, dass es die Aufgaben des Jugendrats sind, aufzusperren, Getränke auszuschenken und Musik zu spielen", meint Hilge, "an putzen oder renovieren denkt keiner. Wir haben eine irrsinnige Ausfallquote." Von acht Mitgliedern nach der letzten Wahl sind faktisch noch drei übrig geblieben.

Dabei wäre ein bisschen Hilfe dringend nötig. Die Räume sind zwar weitgehend hergerichtet, aber Spuren des Zustands vor der Renovierung sind an den Wänden noch zu sehen: Ein Schuhabdruck an der Wand in etwa 1,20 Meter Höhe. Flecken über der Couch. Ein Loch von einem Fußtritt. Niemand weiß, wer es war. Wie kommt das?

"Hier ist normalerweise jeden Freitag eine eingespielte Gruppe von 30 bis 40 Leuten", erklärt der Jugendbeauftragte, "Die Jugendratsmitglieder, die Aufsicht führen sollen, bekommen es entweder nicht mit oder lassen ihre Freunde machen."

In Zusammenarbeit mit dem amtierenden Bürgermeister Herbert Heiml arbeitete Hilge ein neues Aufsichtskonzept aus. Nach der Neueröffnung wird die Leitung von Veranstaltungen und die Schlüsselgewalt bei drei bis vier jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren liegen.

Sie werden nicht mehr gewählt, sondern vom Bürgermeister bestimmt. Außerdem wird das Jugendzentrum nicht mehr wie bisher jeden Freitag bis um zehn Uhr Abends geöffnet sei, sondern bis um elf.

Die Hoffnung, die sich damit verbindet: effektivere Aufsicht und weniger Schäden. Hilge persönlich hofft auch auf die nächste Jugendratswahl und auf engagiertere Neumitglieder: "Ich hätte so viele Ideen für Aktionen, aber allein schaffe ich das nicht."

Erst einmal wird das Jugendzentrum Ende April wieder eröffnet. "Ich weiß nicht, wie es in einem Jahr aussieht - aber noch machen wir nicht zu!"

ber/Mühldorfer Anzeiger

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