Großbaustelle Wasserversorgung

Jettenbachs Bürgermeisterin über die dringenden Aufgaben des Jahres 2021

Auch mit der energetischen Sanierung des Gemeindegebäudes und der Mehrzweckhalle muss sich die Gemeinde in diesem Jahr befassen.
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Auch mit der energetischen Sanierung des Gemeindegebäudes und der Mehrzweckhalle muss sich die Gemeinde in diesem Jahr befassen.

Jettenbach – Die Großbaustelle Wasserversorgung, ein neues Baugebiet und die Arbeit an einer Sanierungssatzung – in Jettenbach, der kleinsten Gemeinde im Landkreis Mühldorf, wurde 2020 einiges auf den Weg gebracht. Viele Aufgaben stehen im laufenden Jahr noch an, wie Bürgermeisterin Maria Maier im Interview ausführt.

Jettenbach war Monate lang die einzige Gemeinde weit und breit ohne Corona-Fall. Mittlerweile ist auch in Ihrer Gemeinde die Pandemie angekommen. Wie sehen Sie die Stimmung in Jettenbach?


Maria Maier ist seit 2017 Bürgermeisterin von Jetten- bach.

Maria Maier: Es war natürlich abzusehen, dass auch wir von der Corona-Pandemie eingeholt werden. Mit Sorge sehe ich das zum Erliegen gekommene soziale Leben in der Gemeinde und in den Vereinen. Trotzdem helfen sich die Bürger gut untereinander, gehen mit Vernunft und Rücksicht aufeinander zu, um Ansteckungen zu vermeiden. Von Anbeginn haben sie sich mit den Einschränkungen und Maßnahmen auseinandergesetzt, in der Hoffnung, diese schreckliche Pandemie halbwegs gut zu überstehen. Die Ungewissheit weckt gesundheitliche, aber auch finanzielle Ängste. Man spürt, wie abhängig und verletzlich wir geworden sind.


Die Wasserversorgung ist seit einiger Zeit ein Schwerpunkt der Arbeit. Welche Aufgaben wurden im vergangenen Jahr bewältigt? Wie teuer waren diese Maßnahmen?

Maier: Im letzten Jahr haben wir mehrere unaufschiebbare Investitionen getätigt und für 2021 auf den Weg gebracht. Die Wasserversorgung hatte bisher keinen Ersatzverbund. Mit dem Leitungsbau über die Trasse Grünthal und dem Anschluss in Einharting beim „Zweckverband der Wasserversorgung der Taufkirchener Gruppe“ wurde der Ersatzverbund hergestellt. Nach Abschluss der Umbauarbeiten in den Hochbehältern in Oberhöhenberg und Grünthal, beim Wasserbeschaffungsverband Grünthal, konnte vor wenigen Wochen der erste Probelauf erfolgen. Allein der Kostenanteil unserer Gemeinde liegt nach Abzug der beantragten staatlichen Zuschüsse für die Ersatzversorgung bei rund 140 000 Euro. Zusätzlich waren weitere Investitionen für Umbauarbeiten der Druckminderer-Anlage „Am Kreuzberg“ nötig.

Was steht im Jahr 2021 an? Wie hoch ist der finanzielle Aufwand?

Maier: Vorrangig ist nun die Sanierung der Quellenfassung der Wasserversorgung Jettenbach/Grünthal, die zuletzt 1960 vom Wasserbeschaffungsverband Grünthal saniert wurde. Inzwischen weist die Stauwand erhebliche Undichtigkeiten auf; ein Quellensammelschacht ist nicht vorhanden. Die Baumaßnahme wird einige Wochen andauern. Aktuell beziehen wir das Trinkwasser aus der Ersatzversorgung. Nach Fertigstellung der Sanierungsarbeiten haben wir uns mit dem Ausweis eines Wasserschutz-Gebietes zu befassen, wobei einzelne Probebohrungen bereits mit den Bauarbeiten während der Sanierungsphase einhergehen. Ebenso befassen wir uns mit dem Bau einer neuen Trinkwasserhauptleitung von Grafengars nach Jettenbach-Bahnhof. Damit kann künftig unter anderem in Jettenbach-Bahnhof der Brandschutz wieder in vollem Umfang gewährleistet werden.

Diese Investitionen können nicht über die Wassergebühren finanziert werden? Welche Kosten kommen auf die privaten Haushalte zu?

Maier:  Der verbleibende finanzielle Aufwand der Gemeinde ist von den Zuwendungen abhängig. Nach Abschluss der bevorstehenden Baumaßnahmen werden Einmalzahlungen der einzelnen Wasserabnehmer-Haushalte notwendig. Die Umlegung der Kosten auf die betroffenen Haushalte wird nach Geschossflächen einer Immobilie bestimmt.

Wo steht Jettenbach in Sachen Breitbandausbau?

Maier: Eine stabile zeitgemäße Internetverbindung ist in unserem Gemeindegebiet derzeit leider nicht ausreichend vorhanden. Gerade in der heutigen Zeit, in der viele Arbeitnehmer im Home-Office tätig sind, ist eine Glasfaseranbindung wünschenswert und von hoher Bedeutung. Die Firma Vodafone Kabel Deutschland hat laut eigenen Angaben einen eigenwirtschaftlichen Ausbau der von ihr versorgten Anwesen in unserem Gemeindegebiet bis Ende 2022 eingeplant.

Erstmals nach langer Zeit hat die Gemeinde wieder ein Baugebiet ausgewiesen. Wie geht es damit weiter?

Maier: Für das Baugebiet in der Köllerersiedlung beginnen im Frühjahr die Erschließungsarbeiten, so dass voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte mit den Wohnbauten begonnen werden kann. Das Bauland umfasst insgesamt rund 1,6 Hektar und besteht aus 19 Bauparzellen.

Welche Aufgaben sehen Sie darüber hinaus für 2021 als vordringlich an?

Maier: Wir müssen heuer mit den „vorbereitenden Untersuchungen“ die Ausarbeitung einer Sanierungssatzung voranbringen. Der Auftrag beinhaltet die Ermittlung vordringlicher Maßnahmen für den Ortskern. In einer Befragung sollen unsere Bürger mit eingebunden werden. Corona-bedingt wurde diese Aufgabe in den letzten Monaten zurückgestellt. Als weitere Aufgabe ist im Gemeindeortsteil der Waldrandsiedlung eine Straßenbaumaßnahme mit der Straßenentwässerung umzusetzen. Wir haben uns auch mit der energetischen Sanierung des Gemeindegebäudes und der Mehrzweckhalle zu befassen. Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten sind in nächster Zeit im Gemeindegebäude die Sanitäranlagen zu erneuern.

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