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DLRG Mühldorf warnt „Hochwasser-Touristen“

Mit Kajak und Schlauchboot in die reißenden Fluten des Inns: „Da fehlt uns jedes Verständnis“

Hochwassersituation Stellungnahme DLRG Mühldorf
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Die DLRG Mühldorf am Inn warnt vor dem Befahren des Inns bei Hochwasser mit Kajaks oder Schlauchbooten. Rechts im Bild: Ein Kajakfahrer, der am vergangenen Wochenende auf Höhe des Stauwehrs Rosenheim bei Hochwasserlage unterwegs war.

Auch wenn die Kreise Rosenheim und Mühldorf mit einem blauen Auge davon gekommen sind, der Inn führt Hochwasser. Die Pegel sind aufgrund des Starkregens innerhalb weniger Stunden rapide gestiegen, der „grüne“ Inn hat sich in eine schlamm-braune Brühe verwandelt. Mittendrin in den reißenden Fluten: Schlauchboot- und Kajakfahrer.

Jettenbach/Rosenheim/Landkreise - „Da fehlt uns jedes Verständnis“, beginnt Alexander Fendt von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Ortsverband Mühldorf am Inn das Gespräch mit innsalzach24.de. „Es ist uns nicht begreifbar, wieso Menschen mit Vorsatz Rettungseinsätze provozieren. Durch eine Schlauchboot- oder Kajakfahrt bringen sie nicht nur sich selbst, sondern im Fall der Fälle auch die Einsatzkräfte in Lebensgefahr.“

Treibgut oder Baumstämme im Inn können zur tödlichen Gefahr werden

Ein gewisses Risiko für die Rettungskräfte sei bei jedem Einsatz vorhanden, doch die Lebensretter seien trainiert, hätten entsprechende Schutzausrüstung und könnten das Risiko kalkulieren. Und doch sei kein Einsatz gänzlich ungefährlich.

Die Rettungskräfte seien aufgrund des zu erwartenden Wasserstands am vergangenen Wochenende bereits auf Bereitschaft gewesen, um im Zweifel rasch ausrücken zu können. Gerade Treibgut oder Baumstämme, die mit den Wassermengen transportiert werden könnten sich schnell zur tödlichen Gefahr entwickeln.

Besonders in Bezug auf den jüngsten Einsatz der DLRG kann Fendt nur den Kopf schütteln. Konkret sei es am Sonntagabend gegen 20.50 Uhr zu einer Alarmierung gekommen: Ein Schlauchboot sei auf Höhe Jettenbach auf dem Inn gesichtet worden.

Fendt war selbst vor Ort: „Nachdem es langsam zu dämmern begann, entschieden wir uns zunächst gegen den Einsatz von Booten - zumal das Schlauchboot zunächst nicht mehr zu sehen war. Ein Hubschrauber sondierte die Lage aus der Luft, konnte das Boot aber in den reißenden Fluten nicht ausfindig machen, weswegen der Einsatz schließlich auch abgebrochen wurde.“ Das Schlauchboot blieb verschwunden.

Mutwillig herausgeforderte Rettungseinsätze müssen selbst bezahlt werden

Ist akut kein Menschenleben in Gefahr, so rücken die Rettungskräfte nicht aus und lassen ihre Boote an Land, erklärt Fendt weiter: „Diese Wassermassen sind unberechenbar, die brutale Strömung bei Hochwasser ist auch für uns lebensgefährlich. Deshalb können wir Einsatzkräfte nicht nachvollziehen, warum jemand meint, er muss trotz Warnungen den Inn befahren oder trotz Sperrungen Dämme betreten.“

Sind in solchen Fällen Rettungseinsätze vonnöten, so werden die Verursacher zur Kasse gebeten: „Wer gerettet werden muss, muss im Normalfall nicht zahlen - außer wenn jemand einen Einsatz mutwillig provoziert“, erläutert Fendt weiter.

So war am vergangenen Wochenende auch ein Kajak-Fahrer auf Höhe der Innstaufstufe in Rosenheim in den Hochwasserfluten unterwegs, wie der Redaktion per Video zugespielt wurde. Der Kajak-Fahrer schaukelt in den Fluten kurz hinter der reißenden Strömung nahe des Stauwehrs und hat sichtlich Mühe, sein Gefährt mittels Paddel auf dem Inn in der Waaggerechten zu halten.

In den reißenden Fluten des Inns war auf Höhe Rosenheim am Stauwehr ein Kajakfahrer unterwegs.

Meldungen und Bilder, über die Fendt und seine Kollegen nur den Kopf schütteln können - vor allem, da sie bei einem Teil von Geretteten nach einem Einsatz darüber hinaus auf Engstirnigkeit stoßen: „Viele sind uneinsichtig. Ihnen ist die Gefahr, in der sie sich bringen, gar nicht bewusst.“

Ähnlich verhält es sich mit sogenannten ‚Hochwasser-Touristen‘, die in den überschwemmten Ufergebieten umherwandern, Selfies und Fotos schießen. „Wir treffen auf Eltern, die ihre Kinder dort spielen lassen. Uferbereiche, die versandet sind, können wegbrechen und plötzlich befindet man sich im Wasser - bestimmte Bereiche sind nicht grundlos gesperrt. Wir können nur Streife fahren und versuchen mit den Leuten zu reden, sie zu sensibilisieren. Erfolge aber halten sich in Grenzen“, schließt Fendt seine Erklärungen.

mb

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