Für jedes Problem die richtige Pumpe

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Zu den Gratulanten bei der Jubiläumsfeier der Firma Dickow (links Michaela Dickow, rechts ihre Mutter Astrid Dickow) gehörten auch Vertreter der Politik (hier Landrat Georg Huber), Geschäftspartner und Firmenvertreter.

Waldkraiburg - "Die Firma Dickow ist guter deutscher Mittelstand", lobte Heinz Hennel nicht ohne Stolz. Der Betriebsratsvorsitzende gratulierte bei einer schönen Feier zum 100-jährigen Bestehen des Betriebes.

Dabei lobte er die unternehmerische Kompetenz genauso wie die soziale Verantwortung der Familie Dickow.

Bereits in der vierten Generation ist die Firma Dickow zu 100 Prozent in Familienbesitz. Der weltweit agierende Pumpenhersteller hat seine Wurzeln in Görlitz, wo Firmengründer Karl Dickow eine Installationsfirma gründete, die er 1910 ins Handelsregister eintragen ließ. Schon früh beschäftigte er sich mit sogenannten Selbsttränkeanlagen, also einer Vorrichtung, durch die sich Tiere ohne menschliche Hilfe mit Wasser versorgen können.

1921 wurden die ersten Tränkebecken bei einem Landwirt eingebaut, die sich glänzend bewährten. Nach wenigen Jahren wurde aus dieser Idee ein lukratives Geschäft und Dickow meldete das von ihm entwickelte Tränkebecken zum Patent an. Da war er auf Grund der Ereignisse rund um den Ersten Weltkrieg mit seinem Betrieb bereits nach Görlitz übergesiedelt.

Da die meisten Landwirte aber Tiefbrunnen besaßen, musste eine Pumpe entwickelt werden, die das Wasser aus dem Brunnen pumpte. So kam es, dass Karl Dickow eine selbstansaugende Kreiselpumpe entwickelte. Dies war die zweite Entwicklungsphase der Firma, wie die heutige Geschäftsleiterin Michaela Dickow beim Festakt am Freitagabend in ihrem Rückblick auf die 100-jährige Geschichte der Firma berichtete.

Im Laufe der Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt immer mehr auf die Produktion von Pumpen, die auch für die deutsche Luftwaffe sehr wichtig waren. Im Februar 1945 musste die Firma, da sie in Frontnähe war, erneut verlagert werden und kam nach Arzberg in Oberfranken. Doch bereits ein Jahr später ging es weiter nach Waldkraiburg. Durch zähe Arbeit, engagierte Mitarbeiter und weitsichtige Firmenpolitik ging es langsam aber stetig bergauf und 1994 war beispielsweise die Firma Dickow der erste Betrieb, der nach ISO 9001 zertifiziert wurde.

Die Firmengeschichte ist aber auch ein Teil der Familiengeschichte; und die zeigte, dass sich die Familie Dickow durch Schicksalsschläge wie den überraschenden Tod des Firmengründers Karl Dickow in einer wirtschaftlich schwierigen Lage oder der Tod der Gebrüder Ulrich und Andreas Dickow kurz hintereinander (2001 und 2003) nicht von ihrem Weg abbringen ließ. Dabei war sich die Firmenleitung immer bewusst, dass ihr Erfolg eng mit ihren Mitarbeitern verbunden war und ist. Deren Engagement würdigte Michaela Dickow auch ganz besonders.

"Mit Mut und Verstand" habe die Familie Dickow der Firma immer wieder eine Zukunft gegeben und dabei die Belegschaft gestärkt, lobte der Betriebsratsvorsitzende Heinz Hennel. Mit der Dickowschen Firmenpolitik sei man als weltweit operierendes Familienunternehmen sehr erfolgreich.

Das gute Betriebsklima zeigte sich auch bei dem Festakt, bei dem nahezu alle Mitarbeiter gekommen waren. Hennel sagte noch, dass rund 60 Prozent der Mitarbeiter bereits ihre Ausbildung bei der Firma Dickow gemacht hatten.

Ein Jubiläum sei natürlich ein Grund zum Feiern, aber auch die Möglichkeit, zurück zu schauen, die Möglichkeit einer Standortbestimmung und die Möglichkeit, Kraft zu schöpfen, sagte Bürgermeister Siegfried Klika in seinem Grußwort. Er verwies darauf, dass auch die Stadt Waldkraiburg in diesem Jahr ihr Jubiläum feiert. Die Entwicklung der Firma Dickow ist auch im Industriemuseum dokumentiert und zeige dort die "enge Schicksalsgemeinschaft von Kommune und Betrieben". Bürgermeister Klika verwies auf die Inschrift der Bürgermeisterkette, auf der steht "Arbeit schafft Heimat". Er wünschte sich, dass sich diesem Gedanken auch weiterhin alle verbunden fühlen.

Die mittelständischen Unternehmen sind nach wie vor die Säulen der heimischen Wirtschaft, versicherte Landrat Georg Huber. Er lobte die Innovationskraft der Firma Dickow, die für jedes Problem die passende Pumpe habe. "Problemlösung ist unser Konzept", heißt es, so Huber, auf der Firmenhomepage. "Und passender hätte man es nicht sagen können". Trotz aller Bewährungsproben und eines harten und beschwerlichen Weges habe man es mit Geschick, Fleiß und Weitsicht von einem Installationsbetrieb zu einem internatiuonal agierenden Unternehmen gebracht. Der Landrat forderte die jetzige Firmenchefin Michaela Dickow auf: "Bleiben sie auch weiterhin ein Leuchtturm unserer regionalen Wirtschaft". Er wünschte dem Betrieb weiterhin so viel Erfolg wie in den vergangenen 100 Jahren.

Mitarbeiter, Außendienstler und Gäste ließen sich zwischen den Ansprachen mit leckerem Essen verwöhnen und wurden zudem prächtig von Rudi Stey mit den Highlights aus der Show "Viva Las Vegas" unterhalten.

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

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